Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge beim Ökowerk Emden

Seit Oktober 2018 studiere ich mit meinen Kommilitonen Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der Hamburg School of Business Administration (HSBA). Zwei Themen, die im ersten Moment nicht weiter auseinanderliegen, könnten, aber bei näherem Hinschauen nicht besser zusammenpassen. Meine Aktivitätsspende für die nachhaltige Entwicklung durfte ich eine sonnige Oktoberwoche im Ökowerk in Emden verbringen. Den ersten Kontakt zum Ökowerk hatte ich über einen Bericht des NDRs, der auch in der Mediathek abgerufen werden kann.

Das Ökowerk in Emden ist ein regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) an der Emsmündung in Ostfriesland. Als regionales Umweltbildungszentrum bietet das Ökowerk im Emden erlebnisorientierte Umweltbildung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung an.  Schulklassen können das Gelände im Stadtteil Borsum der Hafenstadt Emden besuchen und dort gemeinsam mit den Pädagogen des Ökowerks beispielsweise Dinge über Wildkräuter oder Gewässerökologie lernen. Darüber hinaus ist das Ökowerk Emden Partner im internationalen Projekt SalFar (Saline farming), indem auch 14 weitere Projektpartner aus sieben verschiedenen Nordseestaaten, wie z. B. Norwegen, Dänemark oder den Niederlanden zusammenarbeiten. Ziel ist es, in diesem Zusammenschluss zu erforschen, wie mit der Versalzung von Böden umgegangen werden kann. Dies ist eine Folge des Anstieges des Meeresspiegels, was insbesondere in Ostfriesland eine große zukünftige Herausforderung darstellt. In Emden werden dazu Halophyten, also salztolerante Pflanzen, angebaut und für die Weiternutzung erforscht werden. Natürlich wurden die Halophyten auch probiert und werden zum Teil bereits für Gäste zu einem Salat verarbeitet. Damit sind diese vielleicht bald nicht mehr nur in Emden, sondern auch in Hamburg zu probieren.

 

Auch für Umweltbildungszentren spielt die digitale Transformation eine wichtige Rolle und dort kommt die digitale Transformation und die Nachhaltigkeit in meinem Beispiel zusammen. Im Rahmen meiner Aktivitätsspende durfte ich dabei unterstützen, die Inhalte nach außen zu tragen und tatkräftige bei der Website des Ökowerks Emden unterstützen. Das Umweltbildungszentrum lebt davon, dass das Wissen und die Projekte nach außen getragen werden. Dabei geht es im Kern auch darum, über die Projekte zu informieren und aufzuklären. Ganz konkret ging es in meiner Aktivitätsspende darum, einen kleinen Beitrag zur digitalen Transformation des Bildungsangebotes zu leisten und die Projektinhalte, Videos und Beiträge auch auf die Website zu bringen. Damit bekommen Interessierte die Möglichkeit, sich selbst über Angebote und konkrete Projekte zu informieren. Ich selber durfte im Ökowerk kennenlernen, wie Blasentang am Deich gesammelt und im Anschluss verarbeitet wird, um daraus Dünger herzustellen, oder wie die Halophyten auf dem Gelände angebaut werden.

Ich freue mich sehr, dadurch ein kleiner Beitrag geleistet haben zu können, im Vergleich zu der großartigen Arbeit, die das Ökowerk Emden jeden Tag leistet. Was ich persönlich durch meinen Besuch mitgenommen habe, ist das, was ich selbst vor Ort lernen konnte. Beispielsweise wie angewandte nachhaltige Entwicklung aussieht. Wer sich davon selber ein Bild machen möchte, kann das Ökowerk Emden auf der Website oder vor Ort in Emden besuchen.

 


Philipp Michael, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST DAS ÖKOWERK EMDEN?

Das Ökowerk in Emden ist ein regionales Umweltbildungszentrum an der Ems in Niedersachsen. Im Umweltbildungszentrum können Kinder aber auch Erwachsene die Natur hautnah erleben. Für Gruppen und Schulklassen gibt es ein großes Angebot an pädagogischen Programmen. Besonders ist das POMARIUM FRISIAE, also der friesische Obstgarten, mit über 600 verschiedenen Apfelsorten und über 220 Birnen- und Pflaumensorten.

 

Erfahre mehr und unterstütze selbst: https://oekowerk-emden.de.


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei Oclean

Im Rahmen unserer Sustainability Challenge habe ich zusammen mit der Initiative oclean gearbeitet. oclean ist eine im Sommer 2019 von den drei Schwestern Hannah, Lena und Marie Pippert gegründete gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hamburg. Mit ihrer Initiative wollen sie nicht nur die Stadtreinigung in der Säuberung und Instandhaltung Hamburgs unterstützen, sondern gemeinsam als Hamburger Community für die Umwelt einstehen. Vor allem wollen sie dazu ermutigen, nicht mehr nur über Umweltbewusstsein zu diskutieren, sondern aktiv zu werden. Dieses Ziel hat viel Ähnlichkeit mit einem unserer DTS2018 Ziele „Einfach mal ins tun kommen.“ und sprach mich daher direkt an. Außerdem verfolgt die Initiative klar die Erreichung des SDG 11 „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten“ (UN 2015, 23) – Besonders der Punkt 11.6 wird mit der oclean Initiative aktiv angegangenBis 2030 die von den Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf senken, unter anderem mit besonderer Aufmerksamkeit auf der Luftqualität und der kommunalen und sonstigen Abfallbehandlung.“ (UN 2015, 23) 

Hauptbestandteil der Initiative sind organsierte sogenannte „Clean Ups“, also Müllsammelaktionen in verschiedenen Teilen der Stadt. Organisiert und angekündigt werden diese Clean Ups von oclean, die Teilnahme ist offen für alle. Durch die Corona-Pandemie durften diese Clean Ups zum Zeitpunkt meiner Kontaktaufnahme (und auch aktuell) nicht mehr stattfinden. Besonders wegen der Pandemie wollen sich die drei Schwestern um ein weiteres Standbein erweitern: Sie wollen ihre Follower auch dazu anregen im Alltag nachhaltiger zu leben und hierfür ihre Social Media Plattformen, besonders die Webseite (oclean.hamburg) und den Instagram Account (@oclean.hamburg), erweitert nutzen. Den Umständen entsprechend habe ich in den letzten zwei Monaten oclean hauptsächlich in dem Ausbau ihres zweiten Standbeins unterstützt. Meine Hauptaufgabe lag (und liegt weiterhin) in der Aufklärungs- und Informationsarbeit auf Social Media. Dadurch, dass ich in einem unserer Forschungsprojekte mit der Stadtreinigung zum Thema Mülltrennung geforscht habe, habe ich hierzu viel Wissen angehäuft und weiß wo ich relevante Informationen zu dem Thema finden kann. Oft bekommen sie Fragen von Followern, für die sie die passende Antwort nicht kennen. Daher hat sich schnell eine Routine etabliert, in der das oclean Team mir die Fragen der Follower (teilweise täglich) zukommen lässt und ich passende Antworten für sie formuliere.  

Zum anderen habe ich FAQs und die passenden Antworten formuliert, die das oclean Team nutzen kann, wenn sie typische Fragen über die Webseite, Instagram oder Email bekommen (Welcher Abfall kommt in welche Tonne? Warum habe ich nur eine Restmülltonne in meinem Gebäude? Wird nicht sowieso alles am Ende zusammengeschmissen?). Hierfür habe ich zunächst in den Kommentaren geschaut, welche Fragen zum Thema Mülltrennung und Müllabfuhr häufig gestellt wurden. Außerdem hat Hannah mich unterstützt, indem sie die häufig gestellten Fragen aus Privatnachrichten und Emails zusammengefasst hat. Anschließend habe ich für jede Frage eine passende Antwort mit weiteren informativen Links (z.B. zur Stadtreinigung Hamburg) zusammengetragen. Des Weiteren arbeitet das oclean Team aktuell an eigenen Infoblättern, z.B. welcher Abfall in welche Tonne gehört. Sie haben hierfür eine Werkstudentin im Bereich Mediengestaltung engagiert, um die Infoblätter anschaulich und im oclean Design darzustellen. Die Informationen für die Infoblätter habe ich zusammengetragen. Weitere Unterstützung habe ich im Bereich Aktivierung von Stakeholdern gegeben. Im nächsten Jahr plant oclean eine Reihe an unternehmensinternen Clean Ups mit Hamburger Unternehmen. Bis jetzt sind sie noch nicht dazu gekommen viele Unternehmen zu kontaktieren, also habe ich auch hier meine Hilfe angeboten. Mit meinem Team bei Barclaycard planen wir bereits die Aufräumaktion mit oclean für das kommende Jahr als gemeinsames TeameventAußerdem habe ich Kontakt zum Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hergestellt, das bereits Interesse gezeigt hat. Auch mit den Unternehmen meiner Kommilitonen möchte ich noch den passenden Kontakt zu oclean herstellenDes Weiteren haben wir, zusammen mit meinem Kommilitonen Tim, Brainstormings durchgeführt, um die kommenden Clean Ups nachhaltiger und effektiver zu gestalten. Bis jetzt wurde bei den Clean Ups jede Abfallart pro Person in einer Mülltüte gesammelt und in der oclean Anlaufstelle abgegeben. Nachhaltiger wäre es, wenn der gesammelte Müll auch nach Abfallart getrennt werden würdeEin möglicher Ansatz wäre, dass sich die Teilnehmer in Teams (Papier/Plastik/Rest/Bio) aufteilen würden. Team Papier wäre nur für das Sammeln von Papiermüll zuständig, Team Plastik wäre nur für das Sammeln von Plastik zuständig, etc.  

Meine 40h habe ich mit den oben genannten Aktivitäten zwar bereits erfüllt, jedoch planen Tim und auch ich weiterhin mit oclean zusammenzuarbeiten und im nächsten Jahr besonders bei der Organisation der öffentlichen und unternehmensinternen Clean Ups tatkräftig zu unterstützen.  

 


Isabel Dammann, Digistainable 2018


United Nations. 2015. Resolution der Generalversammlung 70/1. Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. New York: United Nations.

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST OCLEAN?

Oclean ist eine im Sommer 2019 gegründete gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hamburg. Die Schwestern Hannah, Lena und Marie wollen mit ihren Projekten die Menschen dazu ermutigen, nicht mehr nur über Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu diskutieren, sondern einfach mal aktiv zu werden.

Um dieser Mission nachzukommen veranstaltet Oclean regelmäßige Clean-Ups in ganz Hamburg, für ein gemeinsames und sauberes Hamburg. Oclean sorgt dafür, dass jeder seinen persönlichen Beitrag für eine saubere Umwelt leisten kann. Darüber hinaus organisieren die Schwestern Workshops und Firmen-Clean-Ups, in welchen gezielt auf alltägliche Umweltprobleme und -fragen eingegangen wird.

Erfahre mehr und unterstützte selbst: www.oclean.hamburg


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge in der Landwirtschaft und Schweinemast

Täglich ernähren wir uns. Wir essen Brot, Gemüse, gehen ins Restaurant oder bereiten die Speisen selbst zu. Einige von uns ernähren sich fleischfrei, andere komplette vegetarisch, vegan oder zuckerfrei. Ernährung ist und bleibt ein sehr individuelles Thema. Doch da es uns alle betrifft, gibt es hier unzählige Stereotypen und Vorurteile.  

Und oft bleibt die Frage aus, wie sich diejenigen fühlen, die hinter dem hohen Selbsternährungsgrad in Deutschland stehen, wenn sie in Stereotypen abgebildet werden. Meine Sustainability Challenge sollte sich genau damit beschäftigen: Raus aus der Komfortzone, rein in die konventionelle Schweinemast. Raus aus der Stadt, rauf aufs Land. Weg vom Laptop und PowerPoint Präsentationen, hin zu Gummistiefeln und körperlicher Arbeit.  

Ich bin 25 Jahre alt, Studierende des DTS Jahrgang 2018 und ernähre mich bewusst. Bedeutet, dass ich sehr wenig und nur regionales Fleisch esse, regionales Gemüse unverpackt kaufe und Milchprodukte weitestgehend meide. Durch meine Familie und Kindheit außerhalb von Hamburg hatte ich jedoch auch immer Bezug zur konventionellen Landwirtschaft, was oftmals als Konflikt oder unvereinbar mit einem bewussten, nachhaltigen Lebensstil wahrgenommen wird. 

Deshalb habe ich meine Sustainability Challenge auf einem Hof in Schleswig-Holstein verbracht und hier sowohl den Ackerbau als auch die Schweinemast näher kennen gelernt. Mir ist es wichtig, zu hinterfragen und mir mein eigenes Bild machen zu können – und Vorurteile, von denen wir leider alle nicht frei sind, zu hinterfragen.  

Meine Sustainability Challenge gliederte sich in vier Bereiche, zu denen ich jeweils 1,5 Tage auf dem Hof verbrachte: 

  • Ackerbau (Fruchtfolgen, Bodenbeschaffenheit, Düngung und Schädlinge) 
  • Schweinemast (Stallungen, Futter, Gesundheit und Schlachtung) 
  • Gesamtsystem Landwirtschaft (Synergien, Nachhaltigkeit, Technologien) 
  • Der Einfluss der Regierung und der Subventionen 

In all diesen Bereichen wurde deutlich, dass Landwirte heutzutage vor Herausforderungen und Konflikten stehen, die wir „Städter“ nur erahnen können. Die Abhängigkeiten und komplexen Systeme, die sie verstehen und steuern lernen müssen, erfordern neue Fähigkeiten und haben wenig mit dem klassischen „Bauern“ zu tun. Landwirte tragen eine große Verantwortung für ihr Land, ihre Tiere und auch ihre Familie – und nicht zuletzt dafür, dass wir in Deutschland einen hohen Selbstversorgungsgrad haben. Dieser Grad sagt aus, dass wir trotz der hohen Bevölkerungsdichte und Anzahl, sowohl Fleisch als auch viele Grundnahrungsmittel, wie Kartoffeln, überproduzieren. Also mehr als die Bürger*innen Deutschlands verbrauchen. In meiner Zeit auf dem Hof durfte ich trotz konventioneller Land- und Tierwirtschaft lernen, dass Landwirte diejenigen sind, die unsere Natur und Landschaft besser verstehen und kennen als wir es uns so oft einverleiben wollen. Es ist ihr ureigenes Interesse in Familienbetrieben, die Böden vielfältig zu bestellen und nachhaltig mit Nährstoffen durch die unterschiedlichen Fruchtfolgen zu erhalten. Sie spüren den Druck auf dem Land nach hoher Produktivität und Effizienz und schaffen es, unsere Ernährung lokal, ohne Importe sicherzustellen.  

Im Ackerbau habe ich gelernt, wie: 

  • Fruchtfolgen ausgebracht werden und wie wichtig der richtige Zeitpunkt der Ackerbearbeitung und der Ernte ist. 
  • Mitarbeiter und Landwirte gemeinsam die Landmaschinen warten, erhalten und wie schwierig es ist, Investitionen in Technik abzubezahlen. 
  • Schädlinge durch Fruchtfolgen bekämpft werden können, ohne chemische Mittel oder Dünger einzusetzen. 

In der Schweinemast wurde ich überrascht und gefordert bei: 

  • Der Fütterung und der Futteranmischung für die Schweine. 
  • Dem Verstehen der Zucht, Auswahl, Aufzucht, Mast und Schlachtung. 
  • Von Auswirkungen von Corona und Schlachtbetriebsschließungen auf die Schweinemast, sowie die bevorstehenden Auswirkungen der afrikanischen Schweinepest auf die Mastbetriebe und Landwirtschaft. 
  • Von neuen Mastmodellen, wie die Lohnmastund deren Vor- und Nachteilen. 

Betrachtet man dann das „System des Betriebs“, waren folgende Bereiche besonders interessant: 

  • Wie kann der Ackerbau mit der Schweinemast zusammen möglichst nachhaltig sein? 
  • Wie funktionieren die alten und neuen Stallsysteme und was ist die Zukunft? 
  • Was sind Hürden für bessere Haltungsbedingungen? 
  • Wie wichtig sind die Mitarbeiter und die Kompetenzen der Landwirte? Welche Herausforderungen sehen sie für die Zukunft? 
  • Wie geht die Landwirtschaft mit dem steigenden Druck auf den Flächen um? 

Für die Regierung werfen die oben genannten Bereiche große Fragen auf und auch die Öffentlichkeit nimmt immer mehr Teil an der Art und Weise, wie und was wir konsumieren. Jedoch wurde mir während meines Einsatzes im Büro des Betriebs deutlich, dass folgende Fragen noch ungeklärt sind: 

  • Sind Subventionen das richtige Mittel, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern? 
  • Haben wir ein bundesweites Konzept und Verständnis von nachhaltiger Landwirtschaft? 
  • Unterstützen wir Landwirte als Gesellschaft, Regierung und Konsumenten ausreichend, um den komplexen Herausforderungen stand halten zu können, die von Weltmarkpreisen bis hin zu den gebrochenen Achsen auf dem Acker reichen? 

Was ich aus meiner Sustainability Challenge mitnehme, sind neue Fragen, viel Interesse und ein neues Verständnis für LandwirteDenn am Anfang steht eine große Antwort: Es ist eben doch nicht alles so, wie man denkt. Und gerade für die Landwirtschaft ist es wichtig, dass wir als Konsumenten mehr verstehen und uns einbringen wollen. Natürlich waren viele Eindrücke, die ich sammeln konnte, sehr weit außerhalb meiner Komfortzone. Doch was mich begeistert hat, ist die Leidenschaft, die Passion und das Verständnis der beiden Landwirtgenerationen, die den Hof betreiben. Sie brennen für das, was sie tun, und verzweifeln unter dem Druck der Öffentlichkeit, der Kosten und den komplexen Abhängigkeiten. Ich möchte meine Zeit dort fortsetzen. Besser verstehen, besser unterstützen und erklären können. Und ich möchte alle, die Vorurteile und Abneigungen und schnelle Urteile über konventionelle Landwirte fällen, bitten, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen und kritisch zu hinterfragen, was sie in der Presse lesen. Denn die Menschen, die uns ernähren, sind die Lösung unserer nachhaltigen, landwirtschaftlichen Nutzung unserer Flächen – und nicht das Problem. 

 


Lisa Frommhold, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei Leben mit Behinderung Hamburg

Einfach mal machen! Als das Modul „Sustainability Challenge“ im Wintersemester 2019/2020 angekündigt wurde, ging die Vorstellung mit Zielformulierungen wie „Komfortzone verlassen“ einher. „Spannend“, dachte ich damals und so kam es auch.

Meine persönliche Erfahrung wollte ich in einem Bereich sammeln, der mir bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich verborgen und ehrlicherweise etwas fremd geblieben ist: in der Unterstützung von und dem Umgang mit pflegebedürftigen Menschen mit Behinderungen. Als ich also im Rahmen des Moduls die Möglichkeit hatte, eine Initiative mit meiner freien Zeit zu unterstützen, stand meine Wahl im Groben bereits fest: ich wollte zum größten Träger im Raum Hamburg, der sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen einsetzt, Wohn- und Arbeitsgruppen organisiert – zu „Leben mit Behinderung Hamburg“. Die MitarbeiterInnen, die ich kennenlernte, waren alle sehr freundlich und organisiert – zunächst am Telefon, später persönlich und so fiel mir die Entscheidung leicht.

Als ich an einem Februarabend an der Einrichtung ankam und in den Fahrstuhl stieg, kamen einige Gedanken wieder hoch, die ich mir bereits zuvor gemacht hatte: wie soll und vor allem kann ich mich verhalten? Wie könnte die Zeit aussehen, die ich mit der Wohngruppe verbringen würde? Werden die Erfahrungen angenehm oder eventuell eher unangenehm? Ich war aufgeregt und neugierig, etwas demütig und motiviert.
Das erste „Kennenlerngespräch“ – zunächst mit einer der Pflegekräfte und später den BewohnerInnen – fand direkt in der Senioren-WG statt, die ich in der nächsten Zeit häufiger besuchen sollte. Ich wurde interessiert und herzlich empfangen und durfte bereits zum Einstieg teilhaben an einem Gruppenabend. Meine folgenden Besuche gestalteten sich, einfach gesagt, in gemeinsam verbrachter Zeit. Es wurde geredet, vorgelesen, alte Postkarten wurden rausgekramt und manchmal wurde auch einfach nur geschwiegen. Ein Gruppenmitglied war allerdings besonders offenherzig und redselig und so sprachen wir über allgemeine, aber häufig auch persönliche Themen, wie z.B. unsere Lieblingsessen: meine Gesprächspartnerin verteidigte Pizza als ihren Favoriten, während ich eher von Grünkohl schwärmte. Ich gewöhnte mich an die Gruppe und ich wage zu behaupten, andersherum war es ähnlich.

Nach einigen gemeinsamen Abenden wurden allerdings die Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie verhängt. Anfangs war es mir verboten, die Wohngruppe zu betreten und als die Regelungen später gelockert wurden, entschied ich mich aktiv dagegen: die Wohngruppen, vorwiegend bestehend aus Senioren, wollte ich durch persönliche Besuche keinesfalls einem gesundheitlichen Risiko aussetzen. Stattdessen konnte ich an einer anderen Stelle akute Unterstützung bieten.
Die andauernde Pandemie sorgte für gesteigerte Hygienemaßnahmen in allen Einrichtungen des Vereins. Von der Zentrale aus mussten Lieferungen an alle weiteren Einrichtungen im Großraum Hamburg geliefert werden – ein komplett neuer Risikobereich musste gemanagt werden. Da meine Besuche der Wohngruppe in der Zentrale stattfanden und ich in Verbindung mit den zuständigen Personen für die Verteilung der „Hygienepakete“ stand, konnte ich schnelle Unterstützung anbieten und leisten, besuchte verschiedene Wohngruppen, lernte sehr aufmerksame und engagierte PflegerInnen und BewohnerInnen kennen und leistete Hilfe dort, wo sie benötigt wurde.

Ich war beeindruckt, in welch einer Geschwindigkeit das Gesundheits-Management umgestellt wurde und bin sehr froh darüber, meinen Beitrag geleistet haben zu können. Auch bin ich sehr dankbar dafür, meine Zeit Menschen geschenkt zu haben, mit denen ich in meinem Alltag wenig bis gar nicht in Berührung komme. Ganz besonders intensiv waren auch die Einblicke in die Berufsbilder von Pflegekräften. Von Besuch zu Besuch nahm mein Respekt vor den professionellen Herausforderungen zu, die häufig zum Tagesgeschäft gehören.

 

Eine kurze Reflexion

„Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderung selbstverständlich sind und nicht mehr als besondere Herausforderung gesehen werden“– so lautet die Vision des Vereins „Leben mit Behinderung e.V.“, in dem ich mein Ehrenamt ausüben durfte und darf (Leben mit Behinderung e.V. 2020). Beim Lesen überkam mich ein gewisses Schamgefühl. Genau aus diesem Grund – dass der Umgang mit Menschen mit Behinderung für mich eben doch eine Herausforderung war – wollte ich mich hier engagieren. Gleichzeitig wirkte dieser Widerspruch bekräftigend: wie soll ein Inklusionsprozess erfolgreich sein, während Komfortzonen nicht verlassen werden? Wie soll ein Umschwung in der Wahrnehmung gelingen, wenn er nicht in die Hand jedes/r einzelnen genommen wird?

Ich persönlich habe erkannt, dass ich gleichzeitig Lösung und Teil eines strukturellen Problems bin. Die Inklusionspolitik bewegt sich und ich bin immer wieder erfreut, wenn ich erfahre, welche progressiven Konstellationen und Konzepte heutzutage z.B. in Grundschulen stattfinden, vertrete aber die Meinung: inklusiv bedeutet nicht inkludiert und der Weg ist noch lange nicht gegangen. Ich denke, Inklusion ist ein Prozess, der sichtbar gestaltet werden muss und bei jedem einzelnen beginnt. Dass ich im Alter von 24 Jahren den ersten intensiveren Kontakt zu Menschen mit Behinderungen hatte, lässt aber darauf schließen, dass die gesellschaftliche Inklusion noch nicht derart fortgeschritten ist wie sie es hoffentlich zukünftig sein wird. Im Zuge dieser Herausforderung und Hoffnung bin ich sehr stolz darauf, in einem Master-Programm studieren zu können, das gesellschaftliche Probleme dieser Art erkennt und genau diesen Weg mit Modulen wie der „Sustainability Challenge“ bestreiten möchte.

 


Till Henning, Digistainable 2018

 


Quellen:

Leben mit Behinderung Hamburg 2020. https://www.lmbhh.de/ueber-uns/unsere-arbeit/
zuletzt abgerufen am 04. Dezember 2020

Bildquelle: https://unsplash.com/photos/UudGNHJdNSo

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST LEBEN MIT BEHINDERUNG HAMBURG?

Leben mit Behinderung Hamburg ist ein Zusammenschluss aus 1.500 Familien mit einem/r behinderten Angehörigen. Die Tochtergesellschaft des Vereins, Leben mit Behinderung Hamburg Sozialeinrichtungen gGmbH unterstützt mit Wohnraum, Arbeit, Assistenz und Beratung behinderten Menschen und ihre Familien. Das erklärte Ziel der Vereine ist es, Menschen mit Behinderung einen gleichberechtigten und ihre Würde achtenden Platz in den Familien und in der Gesellschaft zu ermöglichen.


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei tatkräftig e.V.

Wie habe ich beim tatkräftig e. V. unterstützen können? 

Der tatkräftig e. V. hat es sich in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, nicht nur etwas für die soziale Nachhaltigkeit zu tun, sondern ab sofort auch Einsätze für die Umwelt anzubieten. Auch wenn einige der Einsätze sich bereits vorher um die Natur gedreht haben, wie z. B. das Aufräumen von Außenanlagen, soll nun der Fokus spezifisch auf die ökologische Nachhaltigkeit gelegt werden. Aus diesem Grund startet zu Beginn des Jahres 2021 die neue Initiative: tatkräftig fürs Klima!  

Ich konnte den Verein vor allem bei den notwendigen konzeptionellen Arbeiten unterstützen. Neben einfachen Rechercheaufgaben zu möglichen Einsatzpartnern ging es vor allem darum konkrete Projektideen zu entwickeln und im Rahmen der Akquise von Einsatzpartnern bei Marketingaufgaben zu unterstützen. Zum Ende meines Einsatzes beim tatkräftig e. V. konnte ich gemeinsam mit einer Freiwilligengruppe einen Gemeinschaftsgarten in Hamburg auf Vordermann bringen. Hierbei haben wir neue Wildhecken gebaut, Unkraut gejätet und sowohl Blumen als auch Bäume gepflanzt. Auch wenn als Nebeneffekt das Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten geschärft werden kann, geht es in erster Linie darum, am Ende einen Beitrag für Andere geleistet zu haben, der einen bleibenden Eindruck bei den Helfern und Geholfenen hinterlassen hat. Ziel des tatkräftig e. V. ist es schließlich, Freiwilligen durch die vielfältigen Hilfs- und Begegnungseinsätze den Wert von ehrenamtlichem Engagement zu vermitteln und im gleichen Zug Organisationen und Vereine, die täglich großes leisten bei ihrer Arbeit zu unterstützen. 

Film zur Initiative tatkräftig fürs Klimahttps://vimeo.com/470162531 

 


Alena Werner, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST TATKRÄFIG E.V.?

Der tatkräftig e. V. ist ein Einstiegsformat ins Engagement: Menschen, die sich bisher noch nicht engagiert haben, sollen begeistert werden den ersten Schritt ins Ehrenamt zu tun. Seit 2012 haben sich so schon über 6.000 tatkräftig-Freiwillige engagiert und damit einen großen Beitrag für die Hamburger Gesellschaft leisten können. Nach dem Prinzip 1 Team. 1 Tag. 1 Ziel. organisiert der tatkräftig e. V. eintägige Hilfseinsätze mit mindestens fünf Freiwilligen, um anderen Menschen zu unterstützen. Dabei geht es neben der konkreten Hilfe, besonders um die Begegnungen auf Augenhöhe, neue Perspektiven, Spaß – und vor allem: Lust auf mehr Engagement! Die Freiwilligen-Gruppen bestehen entweder aus privaten Gruppen oder aus Firmen, die die Einsätze als Team absolvieren. 

Erfahre mehr und unterstütze selbst: https://tatkraeftig.org/


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei der Hamburger Turnerschaft von 1816 r.V.

Seepferdchen Schwimmkurse bei der Hamburger Turnerschaft von 1816 r.V.  

Die Fähigkeit zu schwimmen und sich sicher im Wasser zu bewegen ist lebensnotwendig, sobald man sich ins Wasser begibtAus diesem Grund habe ich mich entschieden meine Erfahrungen aus 15 Jahren Schwimmleistungssport weiterzugeben und Kindern das Element Wasser näher zu bringen. Zusammen mit der Hamburger Turnerschaft von 1816 r.V. (HT16) habe ich überlegt, wie ich am besten unterstützten kann. Die Warteliste der Seepferdchen Schwimmkursein denen Kinder die ersten Erfahrungen im Wasser machen, beträgt aktuell etwa 2-3 Jahre, sodass das das vorgesehene Alter von 4-6 Jahren oft überschritten wird. Am 07.01.2020 konnten wir daher einen Seepferdchen Kurs mit Kindern zwischen 6 und 8 Jahren starten. 

Zusammen mit Sophie, einer weiteren Übungsleiterin, traf ich mich dienstags um 16 Uhr mit den Kindern an der Schwimmhalle im Seeadlerstieg um zwei Stunden gemeinsam schwimmen zu lernen.  

Die ersten Tage waren geprägt von spielerischen Übungen, wie „Herr Fischer, Herr Fischer wie tief ist das Wasser“ oder „Ringe tauchen“, wodurch der Umgang mit dem Element Wasser spielerisch erlernt werden konnte.  

Zur Wassergewöhnung gehört auch, dass die Kinder ohne Angst sicher auf dem Wasser „schweben“. Gerade in Rückenlage ist diese Übung eine Herausforderung gewesen, da Wasser ins Gesicht und in die Nase laufen kann. Die Aufgabe von Sophie und mir war es, Hilfestellung zu leisten und beispielsweise den Kopf in Rückenlage zu stabilisieren oder einfach in der Nähe zu sein und dadurch Sicherheit auszustrahlen. 

Nachdem wir coronabedingt leider eine längere Pause einlegen mussten, konnten wir Anfang Juli beginnen die Grundkenntnisse der Schwimmstile Rücken und Kraul zu üben 

Für mich gehörte der Schwimmsport 15 Jahre lang mit mindestens 20 Stunden pro Woche zum Leben dazu, wodurch die Grundelemente, wie die Atmung oder der Armzug, selbstverständlich geworden sind. Bei den Kindern gab es allerdings oft Momente, wo nicht alle Bewegungen zusammen funktioniert haben, da die Konzentration auf der gerade besprochenen Übung lag. So wurde beispielsweise der Beinschlag vergessen, wenn sich auf die Armbewegung konzentriert wurde. Dadurch wurde die Wasserlage beeinflusst und der Armzug konnte nicht richtig ausgeführt werden.  

Diese komplexen Bewegungen aufzubrechen und Stück für Stück Kindern in einfacher Sprache zu erklären, stellte für mich die Herausforderung bei den Schwimmkursen dar. Ich konnte oft direkt sehen, wie eine Bewegung verbessert werden musste, allerdings musste ich lernen diese Korrektur kindgerecht zu vermitteln. Nach der Schwimmeinheit habe ich mich daher oftmals mit Sophie ausgetauscht, die bereits mehr Erfahrung in der Schwimmausbildung hatIch wollte verstehen, wie ich Inhalte besser vermitteln kann.  

Das Highlight war die Seepferdchen Prüfung am Ende des Kurses. Die Kinder mussten allein vom Beckenrand springen und 25m in Bauch- oder Rückenlage schwimmen, wobei vor allem eine sichere Atmung erkennbar sein musste. Außerdem galt es einen Ring aus schultertiefem Wasser heraufzuholen und die Baderegeln zu kennen. 

Die Kinder wurden für das erfolgreiche Ablegen dieser Aufgaben mit einer Urkunde, einem Aufnäher und einer Tüte Süßigkeiten belohnt 

Für Sophie und mich war dies ein sehr schöner Abschluss und die meisten Kinder werden wir in den Freischwimmerkursen der HT16 wiedersehen, da ein Seepferdchen Abzeichen noch nicht ausreicht, um unbeaufsichtigt sicher allein zu schwimmen. 

 


Max Claussen, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST DIE HAMBURGER TURNERSCHAFT, DER HT16?

Der HT16 ist einer der ältesten Sportvereine der Welt und hat weit über 5.000 Mitglieder. Er findet sich in den Stadtteilen Hamm, Horn und Billstedt und besitzt drei große vereinseigene Anlagen: das Sport- und Freizeitzentrum am Sievekingdamm, den Sportpark Öjendorf und das HT16 Fitness-Studio.

Unter den Sportarten finden sich unzählige Ballsportarten, aber auch Schwimmen, Triathlon und Kampfsportarten sind dabei. Der Freizeitsport ist breit gefächert vertreten und auch Rehasport findet sich im Angebot wieder.

Neben der natürlich eigenen sportlichen Betätigung werden auch immer wieder Übungsleiter gesucht, also melde dich und werde Teil des HT16!

Erfahre mehr und unterstütze selbst: www.HT16.de


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei Oclean

Hamburgs verdreckte Ecken – Zwischen Gold und Spritzen 

Der Studiengang Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der Hamburg School of Business Administration (HSBA) hat einiges mit ihren Studierenden vor. Neue Module, Praktiken und Arbeitsmethoden sorgten unter anderem dafür, dass ich als gestärkte und erfahrenere Person aus den vergangenen Semestern hervorgetreten bin. Wäre das Studium nicht schon herausfordernd genug, startete das Modul „Sustainability Challenge (SC) im vierten Semester. 

Bereits vor Antritt der SC ist mir eine gemeinnützige Initiative über Instagram durch ihre Projekte ins Auge gesprungen. Nämlich mit sogenannten Clean-Ups: Aufräum-Aktionen in Hamburg zum Sammeln von Müll und gleichzeitig von Karmapunkten. Nicht nur die Aktion selbst hat meine Aufmerksamkeit geweckt, sondern die beeindruckende Organisation und Planung darum herum. Es zeigte sich eine starke Community, die über das Diskutieren von Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein hinaus aktiv ist. Alle mit einem gemeinsamen Ziel und, am Ende eines jeden Clean-Ups, mit einem kühlen Getränk in der Hand. 

So fand ich meinen Weg zur gemeinnützigen Organisation Oclean. Bereits der erste digitale Austausch mit Marie, einer der drei Gründerinnen und Schwestern, war äußerst positiv und bereits sehr thematisch geprägt. Ich habe sofort bemerkt: Die Mädels sind mit Herzblut dabei, innerhalb kürzester Zeit ein eingespieltes Team geworden und im Nachhaltigkeitsumfeld von Hamburg fest etabliert. Zwar unterstützen die regelmäßigen Clean-Ups gewissermaßen die musterhafte und funktionierende Stadtreinigung Hamburg, aber in erster Linie geht es darum, gemeinsam als Hamburger Community für unsere Stadt und Umwelt einzustehen. 

Mein erster und wichtigster Clean-Up: 

Wie man es nicht anders von der Oclean Planung kennt, werden die Clean-Ups im Vorfeld über Social-Media angekündigt, @oclean.hamburg, und ein Treffpunkt in Hamburg vereinbart. Ja, vereinbart. Denn jeder Hamburger ist dazu aufgerufen, besonders schmutzige Plätze an Oclean zu reporten, damit ein potenzieller nächsten Clean-Up dort geplant werden kann. Nicht weit vom Treffpunkt entfernt, kamen mir die ersten Personen mit gebrandeten Eimern und Greifzangen entgegen. Keine 100 Meter weiter war ein Informationsstand postiert, an welchem die Organisatorinnen nicht nur das komplette Equipment zum Müllsammeln bereitstellten, sondern auch Personen über die Umweltsituation aufklärten und zum Beispiel Handaschenbecher verteilten. 

Ausgestattet mit Handschuhen, Eimer und Greifzange ging es los. Die ersten Griffe mit der Zange führten ins Nichts. Das kann doch nicht so schwer sein!“, sagte ich mir. Nach weiteren Greifversuchen und einigen wenigen Erfolgen, Zigaretten und Kronkorken aufzuheben, nahm ich mir einen festen Bereich vor. Als damaliger frischer Nichtraucher entstand ein kontroverses Gefühl, während sich mein Eimer mit Zigarettenstummeln füllte, und ich mir gleichzeitig bewusst wurde, wie häufig ich Zigaretten in den vergangenen Jahren auf dem Boden warf. Ein beschämendes Gefühl, wenn man sich ansieht wie 30-50 Personen rund um dich herum allein damit beschäftigt sind, Zigaretten auRitzen und Büschen zu kratzen. 

Diese Bewusstseinsveränderung ist der positivste Aspekt und lässt mich weiterhin Handlungen und Verhaltensweisen erneut hinterfragen. Darüber hinaus waren die Gespräche mit anderen aktiven Helfern oder interessierten Passanten sehr aufschlussreich und informativ. Ein Teil unter Gleichgesinnten zu sein, in welcher eine grundlegend positive Stimmung herrschte, hat mich extrem bereichert und kann ich nur jedem ans Herz legen.  

Es kam nicht selten vor, dass einige erstaunliche Gegenstände gefunden wurden: Vom Ehering bis hin zu Bargeld war alles dabei. Meine „Erfolge“, in diesem Sinne, sind das ausfindig machen von genutzten Drogenspritzen (fürchterlich) und ein Goldarmband am Hamburger Hafen. Ich kann nur sagen, ich werde Oclean weiterhin unterstützen und bin ausgesprochen froh hier meinen Beitrag für die Umwelt zu leisten! 

 


Tim Geringer, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST OCLEAN? 

Oclean ist eine im Sommer 2019 gegründete gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hamburg. Die Schwestern Hannah, Lena und Marie wollen mit ihren Projekten die Menschen dazu ermutigen, nicht mehr nur über Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu diskutieren, sondern einfach mal aktiv zu werden. 

Um dieser Mission nachzukommen veranstaltet Oclean regelmäßige Clean-Ups in ganz Hamburg, für ein gemeinsames und sauberes Hamburg. Oclean sorgt dafür, dass jeder seinen persönlichen Beitrag für eine saubere Umwelt leisten kann. Darüber hinaus organisieren die Schwestern Workshops und Firmen-Clean-Ups, in welchen gezielt auf alltägliche Umweltprobleme und -fragen eingegangen wird. 

Erfahre mehr und unterstützte selbst: www.oclean.hamburg


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei der Sprachbrücke-Hamburg e.V.

Anfang September stehe ich nun endlich vor den Menschen, die ich seit April jede Woche digital getroffen und kennengelernt habe. Strahlende Gesichter, lautes Geschnatter und Verständigung auf Deutsch mit Händen und Füßen. 
Das sind wir gewohnt, denn wir sind eine Gruppe, von Sprachbrücke-Hamburg e.V.  Wir als Gruppen haben uns digital gefunden, um Stück für Stück Deutsch zu lernen mit vor allem dem Ziel die Alltagssprache zu verbessern.

Nach guten 5 Monaten Kennenlernen konnten wir es nun nicht mehr aushalten und haben unser wöchentlich digitales Mittwochsabend stattfindendes Treffen zu den Landungsbrücken verlegt. 
An diesem Nachmittag und Abend spazieren wir durch den Elbtunnel. Dabei unterhalten wir uns über Hamburg, Ebbe und Flut, die Tiefe des Elbtunnels und bestaunen den Blick auf die Hamburger Skyline. Aber wie sind wir zu diesem Punkt gekommen. 

Ich spul mal kurz zurück.
Ich bin Johanna, 27 Jahre alt und Duale Studentin des Studiengangs Digital Transformation & Sustainability an der HSBA. In unserem Modul Sustainability Challenge habe ich mich dafür entschieden als Gesprächsleiterin bei Sprachbrücke-Hamburg e.V. mich zu engagieren. 
Ein Engagement, dass die Kommunikation in den Vordergrund stellt, konnte ich mir für die Challenge gut vorstellen. Noch dazu der Kontakt zu Menschen aus unterschiedlichen Kulturen machte mich einerseits nervös andererseits aber auch neugierig. 
Voller guter Vorsätze kontaktiere ich in den ersten Januarwochen das Team-Büro von Sprachbrücke-Hamburg e.V. und wurde herzlichst begrüßt. 

Es folgte eine Vorbereitungsphase-  noch vor Corona – ein Infoabend mit vielen Tipps, wie man am besten Gesprächsrunden leitet, ein Beratungsgespräch mit der Projektverantwortlichen, um meine persönlichen Fragen zu klären und einige Organisationstelefonate zur Abstimmung der ersten Hospitationen bei anderen Gesprächsrunden. 
Mir fiel hierbei vor allem auf, dass mein junges Alter ungewöhnlich für die Projektleiterinnen war.
Das wunderte mich einerseits – engagieren sich Mitte-zwanzig-Jährige nicht mehr in der Gesellschaft? – andererseits motivierte es mich auch, weil ich gerne zeige, dass unsere Generation verantwortungsbewusst und empathisch Gesprächsrunden leiten kann. 
Mit der Corona Krise, die die Organisation überraschte, wurde der anfängliche Plan über Bord geworfen Face 2 Face Gruppen zu leiten Der Schock wurde schnell überwunden und die pragmatische Art der Organisation zeigte sich nun von Vorteil. Agilität durch flexible Strukturen und ein starkes Netzwerk. Das kam mir aus dem Studium bekannt vor und zeigte sich genau jetzt. 
Das Team Büro fing nach nur zwei Wochen CoronaLockdown wieder an Gesprächsleiter für diesmal digitale Gesprächsrunden zu suchen.
Gut, dass wir auch Digitale Transformation studieren. Ich meldete mich als eine der Ersten, digitale Gesprächsrunden zu leiten.  Nach einer Tool-Einführung und einem Austausch mit anderen Online-Gesprächsleitern wurde ein fester Link erstellt mit dem es nun jeden Mittwoch um 18:00 Uhr heißt, einloggen und schnacken. 
Die Startphase war abwechslungsreich –  viele unterschiedliche Teilnehmer, viele Erfahrungswerte und viele Faktoren die die Moderation einer solchen Runde beeinflussen. Noch dazu sprang mein Gesprächsleiter Partner ab und ich bekam zum Glück eine herzliche tolle neuen Partnerin an die Hand. 
Inzwischen hat sich eine feste Gruppe von drei Frauen und einem Mann etabliert. Eine Iranerin, eine Argentinierin, eine Lettin und ein Chinese sind inzwischen zu guten Bekannten geworden, über die man den Job, die Familiensituation und natürlich die Corona-Situation kennt. Inhatlich arbeiten wir pro Woche mit einem Fokus Thema, zu dem wir uns austauschen. Das hilft das Gespräch tiefer zu gestalten und das Wort immer Mal an unterschiedliche Personen geben zu können. So kenn ich nun von unseren 4 Teilnehmern das Lieblingsessen, die Art wie man in ihren Ländern heiratet oder auch übersetzte Sprichwörter. Kleine Anekdoten, wie das die Iranerin es an ihrem ersten Nikolaus in Deutschland eine Frechheit fand, dass ihre Nachbarin ihr ein Geschenk vor die Tür gelegt hatte und dies noch nicht mal persönlich übergeben hat, sind die vielen Beispiele die unsere Gespräche so lebhaft und lustig machen.  

Aber was habe ich nun alles gelernt und was nehme ich mit?
Erstens, sprachlich: Verwandtschafts-Grade auf Deutsch zu lernen ist eine riesen Hürde (sind Tanten immer die Ehefrauen der Onkels?), nur noch schlimmer ist es deutsche Verben konjugieren lernen zu müssen. 
Zweitens, persönlich: Kontinuität beim Ehrenamt ist das allerwichtigste. Teilnehmer möchten mit Dir und nicht irgendjemandem sprechen. Vertrauen und Authentizität erleichtern es für die Gruppe eine angenehme leichtfallende Gesprächsatmosphäre zu generieren
Drittens, kulturell: Von Traditionen, Blickwinkeln und kultureller Vielfalt zu erfahren zeigt mir immer wieder wie Vielfältig unsere Welt ist und wie tolle unterschiedliche Ebenen es gibt. Und noch dazu, ist es für mich das beste Pflaster gegen das akute Fernweh, welches auf jeden Fall zu Zeiten von Corona wächst.
Viertens, gesellschaftlich: Ein Verein der auf Ehrenamt basiert ist richtig gefordert und hinter wirklich allem steckt viel mehr Aufwand als man glaubt. Hierfür ein riesen Dank an das Team Büro. Und wie schön ist es, dass es weiterhin das Bedürfnis von Menschen gibt, sich auch persönlich zu sehen und miteinander zu sprechen. Das persönliche Treffen hat uns in der Gruppe noch viel enger zusammengebracht.  

Für mich als Fazit: Eine Stunde die Woche bringt so viel Abwechslung und Freude in mein Leben. Das ist eine sehr gut investierte Stunde für mich und auch für die Teilnehmer der Sprachbrücke eine Bereicherung auf sozialer und sprachlicher EbeneEs ist so inspirierend ein Teil davon zu sein.  

 


Johanna Kröger, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST DIE SPRACHBRÜCKE-HAMBURG?

Die Sprachbrücke-Hamburg e.V. bietet kostenlosen Gesprächsrunden auf Deutsch für Zugewanderte. Die Gesprächsrunden fördern den alltagsnahen Sprachgebrauch, erweitern den Wortschatz, geben Orientierungshilfe und Einblicke in die deutsche Kultur. Dabei verbindet sie Theorie und Praxis: Statt Vokabeltest und Grammatikprüfung zählt hierbei die Unterhaltung – das Zuhören, Erleben und Gebrauchen von Sprache. Es werden immer viele Gesprächsleiter gesucht, also melde dich und werde Teil von Sprachbrücke-Hamburg e.V.!

Erfahre mehr und unterstütze selbst: https://www.sprachbruecke-hamburg.de/ 


Erfahrungsbericht | Unsere Sustainability Challenges bei Pro Seniore Hamburg

Teil 1

Im Rahmen der Sustainabilty Challenge wollte ich meine Zeit mit Senioren verbringen, dies war mir schon direkt zu Beginn der Challenge bewusst. Die Chance, sich mit den älteren Menschen außerhalb seines täglichen Umfeldes zu beschäftigen und ihnen meine Zeit zu schenken, um so auch etwas zurückgeben zu können, war für mich ein Geschenk.

Meine ehrenamtliche Tätigkeit verbrachte ich in einer Pflegeeinrichtung für Senioren, aber auch Demenzkranke. Das Pro Seniore Hamburg bietet neben der Langzeitpflege, auch Kurzzeit-, und Vitalpflege, sowie Ergo-, und Physiotherapie an. Durch das breite therapeutische Angebot sollen Senioren dabei unterstützt werden, ihre Selbstständigkeit zu erhalten und die Unabhängigkeit auch noch bis ins hohe Alter bewahren zu können. Mir war es wichtig, mit meiner Zeitspende einen Teil dazu beizutragen, den Senioren im Sinne des SDG’s 3 „ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters“ zu gewährleisten und ihr Wohlergehen zu fördern.

Ich wurde bereits zu Beginn meiner Tätigkeit in der Pro Seniore Hamburg mit offenen Armen und viel Freude empfangen. Schnell habe ich gemerkt, dass sie mich als einen Teil der „Pflege-Familie“ ansehen. Toll zu sehen war es, mit wie viel Herzblut, Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit dort gearbeitet wird, trotz des bekanntlich stressigen Alltages. Alle Mitarbeiter haben versucht die Senioren zu jeder Zeit in den Mittelpunkt zu rücken. Angefangen beim Mittagessen – jeder Bewohner hatte die Möglichkeit sich unterschiedliche Speisen auszusuchen. Jeden Mittag wurden die Senioren namentlich aufgerufen, um das Essen abzuholen oder ihnen wurde liebevoll der Teller angerichtet und zum Tisch gebracht. Entgegen meiner Erwartung verlief das Mittagessen in schöner Atmosphäre ab und nicht wie erwartet in stillem und kühlen „Kantinenflair“. Auch ich durfte die Senioren beim Mittagessen begleiten und füttern. Die anfänglichen Berührungsängste und die Angst sich vor unangenehmen Gerüchen oder Essensresten zu ekeln, waren tatsächlich total schnell verflogen. Die Bewohner des Hauses haben mich mit ihrer Offenheit und witzigen Art sehr beeindruckt und mir die Nähe zu ihnen extrem erleichtert. Nicht nur beim Mittagessen, sondern auch in der Freizeitgestaltung werden die Senioren aktiv miteinbezogen. Jede Woche haben die Bewohner der Residenz die Möglichkeit an abwechslungsreichen Aktivitäten teilzunehmen, die sie sich in der vorherigen Woche gewünscht haben. So haben die Senioren die Möglichkeit aktiv ihren Alltag so zu gestalten, wie sie es auch in Teilen zuhause tun würden. Auch hier war ich ein Teil der Pflege-Familie. Ich durfte mit den Senioren singen, ihnen vorlesen, Geschichten erzählen, turnen, backen und Bingo spielen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese Aufgaben so gut meistern konnte, ohne dass ein Gefühl des Fremdschämens hochkommt. Es war ein tolles Gefühl, so viel Dankbarkeit und Wertschätzung der Senioren für meine Fürsorge zu erhalten.

Die Corona-Pandemie hat auch meine ehrenamtliche Tätigkeit vor eine Herausforderung gestellt. Nach der längeren „Zwangspause“ durfte ich schlussendlich aber doch wieder in die Residenz, natürlich vor dem Hintergrund sämtliche Regeln und Abstand zu den Bewohnern einzuhalten. Ich war froh, dass ich dennoch weitermachen konnte, obwohl einige meiner Aufgaben umstrukturiert werden mussten. Der Hauptfokus meiner Arbeit sollte auf der Interaktion und der Beschäftigung mit den Senioren liegen. Zum Teil durfte ich nun auch einige organisatorische Aufgaben in der Verwaltung übernehmen, dennoch aber auch Besorgungen und Einkäufe für die Senioren erledigen. Trotz der teilweisen Umstrukturierung der Aufgaben freute ich mich, dass ich trotz der Umstände meine Zeit sinnvoll einbringen konnte. Ich konnte also die Zeit in der Verwaltung nutzen und einige neue Prozesse und Tools einzuführen, die es dem Team ermöglichen, Zeit zu sparen und Aufgaben schneller zu erledigen.

Unter Einhaltung der AHA* Auflagen war es mir möglich trotz der Corona Pandemie Kontakt zu den Senioren zu halten. Es hat sich für mich bestätigt, wie wichtig es ist einfach „nur“ Gesellschaft zu leisten und sich mit ihnen zu unterhalten, Ängste, Sorgen und Nöte auszutauschen und ihnen meine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Zu der Zeit fungierte ich quasi als Ersatz für die Familien der Senioren, denn zu diesem Zeitpunkt durfte keiner der Senioren Besuch empfangen. An dieser Stelle war es für mich persönlich also noch wichtiger und bedeutungsvoller, Zeit mit ihnen zu verbringen. Auch wenn der Kontakt eingeschränkt war, hatte ich das Gefühl etwas Gutes für die Senioren zu tun!

Meine Zeit in der Pro Seniore Residenz hat mir gezeigt, wie ich mit meiner „Ressource“ Zeit dem Pflegepersonal Luft zum Durchatmen und Zeit für andere Bewohner einräumen konnte. Auch wenn es nur eine relativ gesehen kurze Zeit war, freue ich mich ein Teil des Teams gewesen zu sein und werde auch in Zukunft den Senioren und der Einrichtung meine Zeit schenken.

 


Isabelle Eckartz, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

Teil 2

Gesundheit ist das Ziel, die Voraussetzung und das Ergebnis von nachhaltiger Entwicklung. Um dies auch bis ins hohe Alter gewährleisten zu können, braucht es Organisationen und Menschen, die sich dafür einsetzen. Daher war es mir eine Freude die Zeitspende im Rahmen der Sustainability Challenge unseres Master Studienganges Digital Transformation and Sustainability dem ProSeniore Hamburg zu widmen.

Die Pflegeeinrichtung fokussiert sich in ihrer Arbeit nicht nur auf Senioren, sondern bietet auch ein umfangreiches und persönliches Programm für demenzkranke Patienten. Bei Demenz ist vor allem wichtig die Patienten nicht allein zu lassen, sondern ihnen Sicherheit durch Ordnung und Strukturen zu bieten und so Vertrauen in sich selbst und in ihre Umgebung aufrechtzuerhalten. Mich hat es sehr berührt, wie herzlich sich das Personal trotz der hohen körperlichen und auch psychischen Belastung um jeden der Bewohner gekümmert hat.

Neben den speziellen Angeboten für Erkrankte zeichnet das ProSeniore auch das bunte Tagesprogramm aus, welches sowohl die Förderung der physischen Gesundheit aber auch der sozialen Aspekte des Lebens zum Ziel hat. Es hat mir sehr viel Freude bereitet mit den Senioren bei dem lockeren „Klönschnacken“ oder auch beim Tagesausflug zum Wochenmarkt zu interagieren und mich mit ihnen auszutauschen. Dabei wurde mir jedoch bewusst wie viel Geduld es abverlangt diesen Job langfristig zu machen aber auch, wie wichtig es ist im Alter verlässliche Hilfe zu haben, um weiterhin ein selbstständiges und würdevolles Leben genießen zu können. Für mich ist es daher völlig unbestreitbar, dass für den Erhalt einer humanen Gesellschaft die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen (durch geschultes Personal) künftig noch mehr als bisher gefördert werden muss. Pflegekräfte müssen nicht nur besser bezahlt, sondern auch entlastet werden. Dies gilt sowohl bürokratisch als auch personell. Als Studierende eines sehr zukunftsorientierten Studienganges habe ich mir daher Gedanken über Verbesserungsmöglichkeiten durch die Digitalisierung oder Technologisierung der Altenpflege gemacht. Ich bin mir sicher, dass technologischer Fortschritt sicherlich einige dieser Punkte verbessern kann, jedoch „Pflegeroboter“ niemals die so zentrale soziale Komponente der Pflege und die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation ersetzten werden können.

Dennoch habe ich mich, genau wie meine Kommilitonin Isabelle, sehr wundern müssen wie veraltet die Abläufe sowie die Ausstattung der Verwaltung im ProSeniore waren. Selbst in einem Altenheim würden die meisten Menschen heutzutage W-Lan erwarten. Somit war es nicht verwunderlich, dass vor allem unsere Computer und Excel-Kenntnisse oft in Anspruch genommen wurden, um beispielsweise Adressdaten statt „manuell“ per Sverweis zu aktualisieren. Zudem wurde deutlich, dass eine mangelnde IT-Infrastruktur und fehlendes Know-How auch echte ökologische Folgen haben können. So waren wir doch sehr schockiert, wie viel Papiermüll durch ineffizient gestaltete Grußkartenvorlagen entstehen kann. All diese Aufgaben entsprachen sicherlich nicht meinen anfänglichen Vorstellungen bezüglich der Arbeit im ProSeniore, jedoch war ich am Ende sehr glücklich dem Personal in diesem Bereich durch meine Computer-Kenntnisse helfen und es so entlasten zu können. Nicht zuletzt auch aufgrund meiner fehlenden Pflegekenntnisse und der Corona-Pandemie, welche die Möglichkeiten zur direkten Mithilfe natürlich deutlich einschränkte. Dies hat jeden direkten Austausch mit den Bewohnern jedoch umso besonderer gemacht und ich habe es sehr genossen mich bei Kaffee und Kuchen im Gemeinschaftsraum zu unterhalten.

 


Fabienne Meyer-Pohl, Digistainable 2018

WAS IST PRO SENIORE HAMBURG?

Das Pro Seniore Hamburg bietet neben der Langzeitpflege, auch Kurzzeit-, und Vitalpflege, sowie Ergo-, und Physiotherapie an. Durch das breite therapeutische Angebot sollen Senioren dabei unterstützt werden, ihre Selbstständigkeit zu erhalten und die Unabhängigkeit auch noch bis ins hohe Alter bewahren zu können.
Erfahre mehr und unterstütze selbst: https://hamburg.pro-seniore.de/


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei wellcome

„Hallo, ich bin Sandra und ich bin Ihr neuer wellcome-Engel.“ Ein Satz, der für ehrenamtliche Helfer wie mich, innerhalb der Sustainability Challenge, eine Einsatzzeit innerhalb der jeweiligen Familie einläutet und bereits bestens widerspiegelt, was diese Zeit dort so besonders macht: Man kommt wie gerufen für Familien, die dringend Unterstützung und Entlastung brauchen und erhält dafür unglaublich viel Dankbarkeit und Wertschätzung. Aber noch einmal von vorn …

Meine Beweggründe

Wellcome bezeichnet sich selbst als moderne Nachbarschaftshilfe und praktische Hilfe für die Zeit innerhalb des ersten Lebensjahres nach der Geburt. Die Prämisse von wellcome ist, dass es Kindern nur gut geht, wenn es den Eltern gut geht. Somit entwickelt wellcome seine Angebote für Familien – ganz unabhängig vom sozialen Hintergrund. Da ich selbst Patentante eines mittlerweile 3-Jährigen bin und diesen seit dem 11. Lebensmonat häufiger über Nacht bei mir habe, kann ich mir nur ansatzweise vorstellen, wie stressig dies teilweise sein kann. Besonders, wenn man keinen miterziehenden Partner, Freunde oder Familie in unmittelbarer Nähe hat und dennoch den Alltag mit all seinen Hürden und Herausforderungen meistern muss. Somit war es mir ein Anliegen, genau diese Familien zu unterstützen und über mehrere Monate zu begleiten.

Mein Kennenlerngespräch bei wellcome

Zu Beginn meines Einsatzes habe ich zunächst ein Kennenlerngespräch mit meiner wellcome-Koordinatorin geführt, um zu besprechen, welche Beweggründe mich zu Ihnen geführt haben und zu welchen Familien ich gut passen könnte. Dabei hat man bereits gemerkt, mit wie viel Energie und Wärme die Familien seitens wellcome betreut werden und dass zu jeder Zeit das Wohl der Familien im Vordergrund steht. Wellcome wiederum war begeistert bis auch ein wenig verblüfft, dass nun auch ein berufsbegleitender Masterstudiengang proaktiv auf die Relevanz von ehrenamtlichen Tätigkeiten verweist und diese nachhaltig fördert, indem sie als Projektmodul in das Studium integriert werden. Doch nun zum wichtigsten Teil – dem eigentlichen Einsatz.

Mein Einsatz als wellcome-Engel

Während der kleine Mattheo (Name geändert) sich sehr schnell an mich gewöhnt hat und anscheinend immer schon wusste, dass mein Auftauchen eine große Kinderwagen-Spazierfahrt oder eine ausgiebige Runde auf dem Spielplatz bedeutet, konnte seine Mutter die Zeit für andere Dinge nutzen. Dinge, wie Einkäufe erledigen, Bewerbungen schreiben oder sich aufgrund von Kopfschmerzen oder Erschöpfung einfach mal hinzulegen. Alltägliche Dinge, die alleinerziehend und ohne anderweitige Unterstützung jedoch umständlicher als gewöhnlich verlaufen und die Mütter in den meisten Fällen innerlich stressen. So hat mir die Mutter des kleinen Mattheo nach unseren Gesprächen immer wieder begeistert erzählt, was sie alles in dieser Zeit geschafft hat und wie unglaublich dankbar sie war, wenn sie dann sogar noch etwas Zeit für sich hatte. Ich wiederum durfte Woche für Woche miterleben, wie der Kleine sich verändert, weiterentwickelt und Richtung Ende meines Einsatzes sogar seine ersten Schritte gemacht hat.

Meine Sustainability Challenge oder besser: Sustainable Learning

Mein eingangs erwähnter erster Anruf und meine Vorstellung als „wellcome-Engel“ wird mir glaube ich für immer in Erinnerung bleiben, da die darauffolgende Antwort einfach so viele Emotionen enthielt: Überraschung, Freude, Erleichterung und vor allem Dankbarkeit.

Diese Emotionen haben mich während meines Einsatzes begleitet und mir immer wieder vor Augen geführt, wie wichtig ehrenamtliche Tätigkeiten wie diese sind und dass ein paar Stunden meiner Zeit für andere so unglaublich viel bedeuten können. Diese Wertschätzung hat mir wiederum so viel Energie und gleichzeitig Ruhe gegeben, sodass ich unbedingt gern weiterhin Zeit als „wellcome-Engel“ verschenken möchte.

 


Sandra Zech, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST WELLCOME?

Bei wellcome handelt es sich um ein bundesweit agierendes Sozialunternehmen, das mit seiner unmittelbaren Unterstützung Eltern entlastet, berät und vernetzt, damit ihre Kinder in einer liebevollen Umgebung gesund aufwachsen können.

 

Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, welche seit 2007 Schirmherrin von wellcome ist, bezeichnet diese praktische und lebensnahe Hilfe als „(…) ein gutes Beispiel für eine Kultur des Hinsehens.“ Erfahre mehr und unterstütze selbst:

https://www.wellcome-online.de/hilfe-nach-der-geburt/