Meine Sustainability Challenge: Fotostrecke Amphibienschutz im Sachsenwald

Während meiner Sustainability Challenge habe ich den NABU im Rahmen der Amphibiengruppe Dassendorf unterstützt. Der NABU baut jedes Jahr mehrere Krötenzäune, um die Amphibien vor Autos und Bussen zu schützen. Zusätzliche finden im Zeitraum von Februar bis April mehrere tägliche Krötensammlungen statt, damit die Tiere sicher über die Straße gebracht werden. So können die Kröten ihren Lebensraum den Sachsenwald verlassen, um an einem nahegelegenen Bach ungestört zu laichen.

Für die Auswertung der Sammlungen wurden die Amphibien in folgende Gruppen unterteilt:

 

  • Doppeldecker: Zwei Kröten bei der Paarung
  • Grasfrosch
  • Teichmolch
  • Kammmolch

 

Leider mussten wir auch dieses Jahr erneut feststellen, dass die Krötenbestände von Jahr zu Jahr weniger werden. So wurden 2019 noch 416 Amphibien gefunden, 2020 lag die Zahl bei 283 und dieses Jahr waren nur noch 166 Amphibien unterwegs. Der Rückgang der Tiere lässt sich durch besondere Trockenheit und zunehmende Kälte erklären. Zudem könnte die ausgebaute Infrastruktur ein weiterer Grund für den Artenrückgang im Sachsenwald sein.

Fazit meiner Challenge:

Nach meiner Zeit in der Natur während meiner Sustainability Challenge, kann ich es nur jedem Menschen ans Herz legen, ebenfalls einmal raus in den Wald zu gehen. Denn vieles, was man für selbstverständlich hält, wie beispielsweise eine intakte Infrastruktur, findet zum Leidwesen anderer statt. Wir müssen daher uns klar werden, dass wir mit der Natur und ihrer Vielfalt Leben sollten und nicht in ihr.

 

Carina Koschek, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: Wildtierverein LOOKI

Im Rahmen der Sustainability Challenge hatten wir DTSler die Möglichkeit eine Zeitspende für eine Organisation unserer Wahl aufzubringen. Ziel war es, ganz aktiv einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der SDGs zu leisten – und das komplett „hands on“ und vor Ort.

Für mich stand fest, dass ich meine Zeitspende für Tiere aufbringen wollte. Leben an Land und unter Wasser – ganz getreu den SDGs 14 und 15 – leidet zu großen Teilen unter den Auswirkungen des menschlichen Lebensstils. Dabei sind nicht nur exotische Tierarten und die Biodiversität in Gefahr, sondern auch das Wildleben vor unserer Haustür hat mit unseren Auswirkungen zu kämpfen.

So bin ich auf LOOKI e.V. – Verein zur Tierrettung gestoßen. LOOKI wurde vor 10 Jahren quasi aus dem Nichts aufgebaut und widmet sich vor allem der Rettung verletzter oder verwaister Igel. Mittlerweile haben jedoch auch viele andere (Wild-)Tiere mit LOOKI einen sicheren Hafen gefunden. Ob als Krankenstation, als Waisenhaus oder als kleinen Garten Eden als zweiten Start ins Leben, wie es für viele ehemalige Hühner aus Legehennenbetrieben der Fall ist – Looki ist für viele die letzte Hoffnung.

Da die Station komplett ehrenamtlich organisiert ist, ist jegliche Hilfe immer willkommen – ob handwerklich, als rasender Reporter oder so wie in meinem Fall als Tierversorgerin. Mit vielen hungrigen Mäulchen, die gestopft werden müssen, und Bewohnern, die sich in einem kuscheligen und vor allem sauberen Zuhause am wohlsten fühlen, gibt es immer viel zu tun. Hauptaufgabe ist das Füttern der Tiere. Die Igel müssen frisches Wasser, Nass- und Trockenfutter erhalten. Hinzu kommt die Säuberung der Gehege. Dabei muss vor allem darauf geachtet werden, dass reichlich zerkleinertes und geknülltes Zeitungspapier (als Laub-Imitation) in den Unterschlüpfen vorhanden ist und die Igel fit sind. Auch wenn die Tiere alle tierärztlich professionell betreut werden, werfen wir Ehrenamtlichen immer ein Auge auf die Wildtiere, denn oft werden sie von lästigen Schädlingen wie Milben geplagt. In der warmen Sommerzeit ist es dann für viele der Schützlinge so weit und sie werden ausgewildert.

Die Station steht nie still. Fast jede Woche werden neue Gehege gebaut, weitere Notfälle aufgenommen oder Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Die Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit mit den Medien ist dabei essentiell, denn der Verein ist nicht nur auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen angewiesen sondern auch finanziell komplett von Spendengeldern abhängig.

Meine Erfahrung bei Looki hat leider meine anfängliche Motivation, zu den SDGs 14 und 15 beizutragen noch bestätigt, denn die meisten Tiere auf der Station sind durch den menschlichen Lebensstil oder unsere Technik in ihre misslichen Lagen geraten. Insbesondere Rasenmähroboter stellen eine große Gefahr für Igel dar und fast täglich wurden neue Notfälle von oft tödlich verletzten Igeln gemeldet. Diese Erfahrung hat mich sensibilisiert, meine Lebensstil- und Kaufentscheidungen noch bewusster in Hinblick auf die Tierwelt zu treffen.

Begeistert von der Selbstlosigkeit, der Motivation und dem Herzblut der vielen Ehrenamtlichen und vor allem der Looki Gründerin Vanessa, bin ich Looki auch nach Abschluss der Challenge treu geblieben. Mit dem Gefühl auf eine ganze andere Art als in der Uni einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt schaffen zu können, freue ich mich auch weiterhin jede Woche auf die vielen hungrigen Igel-Mäulchen.

 

Lena Becker, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: MEHRBLICK – Ich sehe was, das du nicht siehst?!

Es ist sechs Uhr morgens, der Wecker klingelt. Aufstehen, für den Tag fertig machen, rasch noch die Brille auf und raus zur Arbeit. Seit über 15 Jahren trage ich nun eine Brille und die Möglichkeit, klar sehen zu können, ist für mich selbstverständlich. Doch eine Brille zu besitzen, die mit den richtigen Dioptrien meine Sehschwäche ausgleicht, ist leider nicht so selbstverständlich wie anfangs gedacht…

SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

In meinem Studiengang „Digital Transformation & Sustainability“ an der HSBA bekomme ich in dem Modul „Sustainability Challenge“ die Chance, vom Reden ins Handeln zu kommen. Die 17 Nachhaltigkeitsziele sind die Grundpfeiler des Studiengangs und daher war es mir wichtig, dass auch ich einen praktischen Beitrag für das Erreichen der Ziele leiste. Auf der Suche nach einer gemeinnützigen Organisation für meine Sustainabilty Challenge, bin ich schnell auf „MEHRBLICK – Brillen für Obdachlose und Bedürftige“ aufmerksam geworden.

„MEHRBLICK – Brillen für Obdachlose und Bedürftige“

2016 in Hamburg gegründet, hat es sich MEHRBLICK zum Ziel gemacht, Sehkraft für alle Menschen zu ermöglichen. Obdachlose und bedürftige Menschen können kostenlose mobile Brillen-Sprechstunden von MEHRBLICK wahrnehmen. Sie finden regelmäßig in einer der 25 verschiedenen Obdachloseneinrichtungen statt. Dort werden Sehtests durchgeführt und aus dem eigenen mitgebrachten Fundus recycelter Brillen das passgenauste Modell für die jeweilige Person ausgesucht. Die bereits getragenen Brillen werden an MEHRBLICK gespendet und von den MitarbeiterInnen gereinigt, vermessen und sortiert. Aktuell hat MEHRBLICK Standorte in Hamburg, Berlin und Hannover.

Dank ehrenamtlichen OptikerInnen und zahlreichen Freiwilligen, hat MEHRBLICK bereits über 3.100 Brillen (Stand 06/2021) an bedürftige Menschen verteilt. Doch damit ist es nicht getan – Für die regelmäßigen Brillen-Sprechstunden fallen kontinuierlich Fahrt- und Betriebskosten an. Auch ist ein optimaler Schutz einer Corona-Infektion aktuell essenziell, um die kostenlosen Brillen-Sprechstunden weiterhin zu ermöglichen. Dazu werden Einwegmasken, Desinfektionsmittel und Visiere benötigt. Auch wenn vieles ehrenamtlich erfolgt, ist MEHRBLICK neben Brillen-Spenden auch auf finanzielle Spenden angewiesen. Meine Aufgabe ist es gewesen, zusammen mit Christiane Faude-Grossmann, der Gründerin von MEHRBLICK, ein Konzept zu entwickeln, wie wir Unternehmensspenden generieren können.

Mein Beitrag

Unternehmen zu kontaktieren, MEHRBLICK vorzustellen und um Spenden zu bitten war uns zu wenig. Wir glauben daran, dass wir Hand in Hand mehr erreichen können. Mit diesem Grundgedanken haben wir zwei Videokonzepte entwickelt und umgesetzt. Die Videos sollen Unternehmen als Dankeschön für ihre Spende erhalten, welche wiederrum den Mitarbeitenden eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden können. In den Videos gibt eine Optikerin anschaulich Tipps, wie MitarbeiterInnen ihre Augen am Bildschirm besser schützen können.

Die Unternehmen dafür zu akquirieren, ist meine Aufgabe. Kontaktdaten und weitere hilfreiche Informationen zu mehreren Unternehmen habe ich bereits recherchiert, sodass im nächsten Schritt die Kontaktaufnahme erfolgt.

Zusammen obdachlosen und bedürftigen Menschen durch eine eigene Brille wieder mehr Lebensqualität schenken

Für mich ist klar – Eine Sehschwäche durch eine Brille ausgleichen zu können, ist nicht selbstverständlich. Durch MEHRBLICK habe ich die Chance bekommen hinter die Kulissen einer gemeinnützigen Organisation blicken zu dürfen. Ich verstehe nun, wie viel Planung, Leidenschaft und Zusammenhalt hinter einer Organisation steckt. Doch es ist all das wert, wenn man hört, wie dankbar Menschen mit einer passenden Brille sind.

Das Ziel „Sehkraft allen obdachlosen und bedürftigen Menschen zu ermöglich“ ist noch lange nicht erreicht. Doch gemeinsam können wir dem Ziel jeden Tag ein Stückchen näherkommen und Lebensqualität teilen.

Link zur Webseite von MEHRBLICK: https://www.mehrblick-hilft-sehen.de/

 

Kristina Verhasselt, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: bei der Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn

Natur und Landschaft als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln sowie die Artenvielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren, sind Ziele der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Gifhorn.

Dass das Erreichen dieser Ziele mit viel körperlichem Einsatz verbunden ist, habe ich im Rahmen meiner Sustainability Challenge erlebt. Tagelang hat mich beispielsweise der Muskelkater an das Beseitigen von Birken- und Kiefernanflug, sogenanntes Entkusseln, zum Erhalt von geschützten Biotopen, erinnert. Was bis heute geblieben ist, ist der Stolz, einen direkten Beitrag zum Naturschutz geleistet zu haben! Mein Einsatz begann mit dem Aufstellen von Schutzzäunen zu Beginn der Amphibienwanderungszeit sowie das Betreuen dieser Zäune. Im Video nehme ich dich auf diesen Teil meines Einsatzes mit:

Instagram Digistainables

 

Kaisu Hölter, Digistainable 2019

Photo: Unsplash @Jill Heyer

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: The Challenge of Sustainability - Die Kommunikation von Ehrenämtern

Ausgehend von Impulsen der Sustainability-Challenge-Einführung, den Vorstellungen der Challenges der Vorgänger Jahrgänge sowie, unseres Essays im Modul „Werte und Verhalten“ habe ich im Prozess der Schwerpunktfindung für die Auswahl der Challenge schon früh bei mir eine Entwicklung von SDG 1 zum SDG 15 gemerkt. Am liebsten würde ich alles sofort verändern und die Nöte dieser Welt begegnen, aber ich nehme wirklich immer mehr eine Veränderung in meinem Nachhaltigkeitsverständnis wahr.  Dies liegt vor allem daran, dass ich mehr und mehr begreife, dass die Essenz der Nachhaltigkeit aus dem Grundgedanken der Forstwirtschaft für mich persönlich sehr viel Sinn ergibt.  Dinge brauchen Zeit. Ein Boden muss auch mal brach liegen und man kann Menschen keine Meinung aufzwingen. Man darf sie inspirieren, dadurch, dass wir selbst etwas verstanden haben.

 

Folgendes SDGs wollte ich gerne in den Vordergrund stellen:

 

SDG 15 –  Life of Land 

Protect, restore and promote sustainable use of terrestrial ecosystems,

sustainably manage forests, combat desertification, and halt and reverse land degradation and halt biodiversity loss

 

In dem Zusammenhang habe ich mich mit Bio-Bauern, Naturschutzorganisation, Initiativen uwm. ausgetauscht, aber Coronabedingt habe ich hier leider nur Absagen erhalten.

So habe ich mich weiter auf die Suche gemacht und bin über eine Ehrenamtskoordination bei mir im Stadtteil auf einen Verein gestoßen, der sich im Schwerpunkt mit der ökologischen Nachhaltigkeit beschäftigt. Sie initiieren vielseitige Projekte, woraus dann neue und unabhängige Vereine entstehen können. Es war eine leichte Abwandlung von dem, was ich anfangs angestrebt habe, mit „draußen sein, Hände schmutzig machen und anpacken“, aber es traf dann doch den Kern – Relevante Nöte mit kreativen Lösungen zu begegnen.

 

Meine Aufgabe während der Challenge war zunächst im Background eines interkulturellen Bildungsprojektes zu unterstützen und eine Spendenkampagne über betterplace.org zu inserieren.  Auf Basis der dortigen Erfahrungswerte konnte ich feststellen, dass immer und überall helfende Hände gebraucht und gesucht werden. Daraufhin hat sich meine Challenge dahingehend entwickelt, dass ich auf das Thema Ehrenamt aufmerksam machen und mich dem Thema Kommunikation widmen wollte. Dazu habe ich mich mit dem Thema Podcast als Kommunikationsmedium beschäftigt und analysiert, ob es sinnvoll ist einen eigenen Podcast aufzusetzen. Als Ergebnis ergab sich eine mögliche Kooperation mit unserem schon etablierten HSBA-Podcast „Studentenfutter“. Zur Vorbereitung haben Vorabgespräche mit „Studentenfutter“ und Interviews mit den Studierenden des DTS über ihre Erfahrungswerte ihrer Challenges stattgefunden. Zitate daraus könnt ihr unten sehen. Dazu habe ich ein Grobkonzept und Interviewleitfäden verfasst und die Findings festgehalten.

 

Hätte die Kooperation mit Studentenfutter nicht zustande kommen können, hätte es die Möglichkeit gegeben über Instagram und einen IGTV die Findings zu platzieren. Zusätzlich stand das Medium „Radio“ in der Diskussion, welches durch die besonders weite Reichweite eine größere Zielgruppe erreichen kann.  Des Weiteren, war ein Gedanke, je nach Entwicklung, das Kommunikationsmedium „Website“ mithilfe einer Ist-Analyse zu untersuchen und eine Konzeption eines Relaunches in Hinblick auf die Kommunikation von Ehrenämtern zu erarbeiten. An all diesen Ansätzen wird deutlich, wie vielseitig Kommunikation stattfinden kann. Bei all den Gesprächen durfte ich aber feststellen, dass die lauteste Botschaft dann doch wir selbst sind und unsere Learnings aus dem was uns begegnet. Es ist nicht so sehr das „Wie“, sondern meist das „Woraus“, was bleibt.

 

Collage aus den Interviews des Jahrgangs DTS 19 zur Frage: „Einen eigenen Beitrag zu leisten heißt für mich?“

 

Den Podcast dazu findet ihr auf: Studentenfutter Episode 54 Über die Sustainability Challenge

Viel Spaß beim Anhören.

 

Saskia Harger, Digistainable 2019

Photo: Unsplash @Will Francis

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: Impfen gegen COVID-19

Wahrscheinlich haben wir uns das Jahr 2020 (und auch 2021) anders vorstellt…Und diese Zeit hat uns alle gefordert, aber hoffentlich auch alle gefördert. Um die Pandemie möglichst schnell zu beenden, ist es essenziell, dass möglichst viele Menschen gegen COVID-19 geimpft werden. Ein Impfangebot sollte es auch bei uns geben. Daher habe ich gemeinsam mit einem tollen Team aus Freiwilligen ein solches Angebot auf die Beine gestellt. Ich war positiv überrascht, wie viele Kollegen sich bereit erklärt haben, diese Aktion zu unterstützen und das alles neben ihrem eigentlichen Job.

Es gab viele Fragen zu berücksichtigen, wie z. B. wie viel Impfstoff werden wir bestellen können und wie lagern wir diesen, wie wird der Anmeldeprozess erfolgen, wie übermitteln wir die Daten an das RKI…. Doch dank agiler Arbeitsweisen und einem kompetenten Team haben wir es geschafft, schnell Lösungen zu entwickeln. Wir haben geeignete Kühlschränke beschaffen können, ein Terminbuchungs-Tool programmiert und unsere Konferenzzone in eine Impfstraße verwandelt. Ähnlich wie bei einem Impfzentrum hatten wir vor Ort einen Check-In. Dort wurden die Impflinge „eingecheckt“ und ihre entsprechenden Dokumente auf Vollständigkeit geprüft, um den Medizinischen Dienst zu entlasten. Anschließend ging es für die Impflinge in das Arztzimmer, um dort das Aufklärungsgespräch und die Impfung zu erhalten. Nach 15 Minuten im „Ruhebereich“ und einem erfolgreichen Check-Out durften die Impflinge (häufig mit einem zufriedenen Lächeln) wieder gehen. Der Check-In und Check-out wurde von freiwilligen Helfern aus unterschiedlichen Bereichen unterstützt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war, dass wir nur in „6er-Packs“ impfen konnten. Dementsprechend mussten die Impflinge auf die jeweiligen Tage verteilt werden. Gleichzeitig musste auch der zweite Impftermin passen. Insgesamt war es ein großes Puzzle an Impfterminen mit vielen „Wenn-Dann-Bedingungen“, welches glücklicherweise am Ende aufging.

Meine Aufgaben bei dieser Impfaktion waren sehr vielfältig. Zum einen war ich bei der gesamten Vorbereitung dabei und habe das Buchungs-Tool mitentwickelt. Zum anderen habe ich den Helfern beim Check-In und Check-Out das Tool erklärt, war jeden Tag als „Standort-Lead“ vor Ort und saß teilweise selbst am Check-In und Check-Out.

Inzwischen haben wir unsere Impfaktion erfolgreich abgeschlossen. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht! Es haben sich viele tolle Gespräche während dieser Zeit ergeben. Gleichzeitig macht es mich stolz, einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet und vielen Menschen geholfen zu haben.

 

Katharina Körber, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: bei Tatkräftig e.V.

Abgaben in der Uni, stressige Projekte bei der Arbeit – zeitlichen Druck kenne ich als Studierende eines berufsbegleitenden Masterstudiums nur zu gut. Der tatkräftig e. V. ermöglicht es Menschen, die sich unter anderem durch einen solchen Druck nicht dazu verpflichten können, sich regelmäßig zu engagieren, sich trotzdem ehrenamtlich einzubringen.

Ich persönlich hatte mir als Ziel für die Sustainability Challenge gesetzt, vor allem einen Beitrag im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit zu leisten. Meine Sustainability Challenge sollte also vor allem auf das SDG 16 Klimaschutz ausgerichtet sein. Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sind Bereiche, die mir sehr wichtig sind, die ich jedoch bis jetzt noch nicht durch ein Ehrenamt unterstützt habe.  Da tatkräftig Anfang 2021 die Initiative tatkräftig fürs Klima ins Leben gerufen hat, hat der Verein perfekt zu meiner Zielsetzung gepasst.

Meine tatkräftig Einsätze

Obwohl die Projekte mit ökologischem Fokus draußen stattfinden, hat die Coronapandemie die Einsatzmöglichkeiten erheblich eingeschränkt. Das Motto von tatkräftig lautet „1 Team, 1 Tag, 1 Ziel“ – und Teamarbeit ist schwierig, wenn Kontaktbeschränkungen gelten. Nach einer kleinen Corona-Zwangspause hat tatkräftig jedoch 1-Haushaltsprojekte ins Leben gerufen und ich konnte, begleitet von meinen Mitbewohnerinnen, den ersten Einsatz starten. Dabei konnten wir uns von der Initiative Plastich Utensilien zum Müll sammeln abholen und unseren eigenen Müllsammel-Spaziergang starten. Da dies kein klassisches Projekt mit einem Ziel ist, das an einem Tag erfüllt werden soll, konnte ich die Müllsammel-Spaziergänge immer wieder machen und mich sehr flexibel engagieren.

Ende Juni konnte ich dann endlich beim ersten „richtigen“ Projekt mitmachen. Der Verein Bergedorf im Wandel benötigte Unterstützung beim Bau eines Hochbeets und ein paar weiteren Arbeiten in einem urbanen Gemeinschaftsgarten. Bei Sonnenschein, guter Laune und begleitet von Mitgliedern des Vereins sowie weiteren Ehrenamtlichen von tatkräftig haben wir nicht nur das Hochbeet im Nu gebaut, sondern auch noch befüllt, bepflanzt und weitere Gartenarbeiten verrichtet.

Einen Monat später benötigte der Dernauer Treff, ein Angebot der alsterdorf assistenz ost gGmbH, Unterstützung bei der Renovierung ihrer Baumrundbank sowie bei der Gartenarbeit des Nachbarschaftstreffpunkts. Auch dort konnte ich tatkräftig mitwirken und beim Unkraut jäten sowie Abschleifen der Bank helfen.

Bei einem Projekt im Naturschutzgebiet Höltigbaum des Haus der wilden Weiden konnte ich mich bei der Biotoppflege einbringen. Dabei musste in das Naturschutzgebiet eingegriffen werden, damit der Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt. Deswegen mussten junge Bäume ausgegraben oder abgeschnitten werden. Bei dieser äußerst anstrengende Arbeit haben neben den Freiwilligen unterschiedlichster Initiativen außerdem einige Ranger mitgewirkt.

Fazit

Rückblickend bin ich froh, dass ich trotz der Coronabeschränkungen an meiner Wahl festgehalten habe, mich bei tatkräftig zu engagieren. Durch tatkräftig habe ich viele gemeinnützige Initiativen und Vereine in und um Hamburg kennengelernt, die alle auf unterschiedliche Weise wichtige Arbeit leisten. Außerdem kann ich mich auch in Zukunft bei tatkräftig engagieren, ohne direkt riesige, zeitliche Verpflichtungen einzugehen. Für mich ist das ein tolles, modernes Konzept des Ehrenamts!

 

Was ist tatkräftig e.V.?

Der tatkräftig e. V. ist ein Verein zur Förderung des freiwilligen Engagements. Er wurde 2012 gegründet und arbeitet heute mit über 200 Partnern aus dem sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich zusammen. Das Vereinsmotto „1 Team, 1 Tag, 1 Ziel“ ermöglicht es Menschen ein Ehrenamt auszuüben, ohne sich direkt langfristig zu binden. Auch Menschen, die noch keine Erfahrung mit einem Ehrenamt haben, können sich so engagieren und verschiedene Organisationen in und um Hamburg kennenlernen. Dadurch hilft tatkräftig den ersten Schritt ins Ehrenamt zu machen.

 

Antonia von der Beeck, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: Hotels for Homeless

Worum geht’s? Das „Hotel for Homeless”

Anfang des Jahres habe ich das wunderbare Projekt „Hotels for Homeless“ des StrassenBLUES e.V. unterstützen dürfen. Darin wurden über die Wintermonate 70 obdachlosen Menschen ein Zimmer im Hostel bedpark in Altona und in der Jugendherberge auf dem Stintfang bereitgestellt, um sie vor der Kälte und den Gefahren des Coronavirus zu bewahren.

Die Unterkunft wurde den obdachlosen Menschen ohne Bedingungen gewährt. Lediglich gewisse Regeln, wie z.B. das Tragen der bereitgestellten Masken im Innenraum, mussten eingehalten werden. Mit eigenem Zimmer, Essen, Hygieneartikeln und Wäschegeld konnten sie so für vier Wochen in der Jugendherberge und sechs Monate im Hostel bedpark ihre Privatsphäre zurückgewinnen und in der kalten Jahreszeit zur Ruhe kommen. Darüber hinaus konnten sie zu jeder Zeit die Unterstützung von Sozialarbeiter:innen in Anspruch nehmen und wurden beispielweise in ihren Bemühungen, einen Job oder eine Unterkunft zu finden, tatkräftig unterstützt. Fehlte etwas, wie z.B. Kleidungsstücke, wurde das Netzwerk der Unterstützer:innen aktiviert und wo möglich entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt.

Initiiert wurde das Projekt vom StrassenBLUES e.V. und dessen Gründer Nikolas Migut. Die Unterbringung in der Jugendherberge auf dem Stintfang wurde gemeinsam mit Hanseatic Help e.V. realisiert.  Das Projekt „bedpark Altona“ wurde ermöglicht durch die Gemeinschaftsaktion von Hamburger Gabenzaun e.V., Hanseatic Help e.V., JesusCenter e.V., Pfand gehört daneben und StrassenBLUES e.V..

Wie kam ich dort hin? Mein Weg zu StrassenBLUES

Bevor ich über die Erfahrungen dort berichte, noch einmal auf Anfang: Wie bin ich dort hingekommen? Und wieso das Thema Obdachlosigkeit?

In der Großstadt werden wir häufig damit konfrontiert: Vor dem Supermarkt, in der Bahn, auf großen Plätzen oder unter Brücken – hier kann man diese Problematik nur schwer ignorieren. Ich gehöre zu der Gruppe Menschen, denen die Schicksale und Probleme dieser Menschen sehr nahe gehen, die aus Unsicherheit, Scham oder Ratlosigkeit bis auf kleine Geldspenden aber nicht wirklich etwas tun und Gesprächen aus dem Weg gehen. Im Rahmen der Aktivitätsspende Sustainability Challenge des DTS-Studiengangs wollte ich dies ändern und endlich aktiv werden. Über einen Bekannten und die Onlinepräsenz von StrassenBLUES bin ich auf den Verein aufmerksam geworden.

Was habe ich erlebt? Meine gewonnenen Erfahrungen

Hotels for Homeless war zu dieser Zeit das zentrale Projekt des Vereins. An einem Samstagabend habe ich meine erste Schicht in der Jugendherberge auf dem Stintfang mit einer Ehrenamtlichen von Hanseatic Help, einer Mitarbeiterin der Jugendherberge und zwei Security Mitarbeiter:innen dort angetreten.

Die Haupttätigkeit der fünf-Stunden Schicht war, für die Bewohner da zu sein, ein offenes Ohr zu haben und Fragen zu beantworten. Letzteres ging teilweise mit Recherchearbeiten einher (bekommt man am Samstagabend einen vorläufigen Personalausweis für das Bewerbungsgespräch am Montagnachmittag?). Zudem gab es organisatorische Tätigkeiten, z.B. sicherzustellen, dass immer Snacks bereitstehen oder auf Nachfrage im Lager fehlende Kleidung raussuchen. Dazu muss ich aber sagen, dass mir als Neuling die schwierigeren Aufgaben, wie etwa die Suche nach Unterkünften, abgenommen wurden.

Die Bewohner waren sehr ruhig und gingen den gesamten Abend ein und aus. Ich hatte weniger Kontakt zu ihnen, als ich erwartet habe. Gleichzeitig erhielt ich aber einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben. Von den Ehrenamtlichen oder von ihnen selbst, erfuhr ich ihre Geschichten, die teilweise extrem und allesamt bewegend sind.

So gab es eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die aufgrund der Wirtschaftskrise in Italien durch Corona obdachlos wurden und nun dem Bürokratie-Dschungel in Deutschland gegenüberstehen – ohne Arbeitserlaubnis. Ich erfuhr über die Herausforderungen, mit denen Frauen in der Obdachlosigkeit konfrontiert werden. Ich lernte, was die Platten sind, Gruppierungen von Obdachlosen in den unterschiedlichen Stadtgebieten. Ich bekam mit, wie der Teufelskreis Wohnungslosigkeit und Joblosigkeit, wobei das eine das andere bedingt, den Ausweg aus der Obdachlosigkeit erschwerte. Genau wie das Sprachproblem: Viele der obdachlosen Menschen sprechen weder Deutsch noch Englisch.

Und dann gibt es noch die Süchte und Abhängigkeiten. Der Alkohol- oder Drogenkonsum können Sorgen und die Kälte zumindest kurzzeitig überblenden. Dies ist auch eine Ursache, warum manche nicht in die wenigen Obdachlosenunterkünfte untergebracht werden wollen. Hier dürfen sie nicht konsumieren. Andere möchten nicht dorthin, weil sie Angst vor Mitbewohnern haben, oder ihren Gefährten wie z.B. einen Hund nicht mitnehmen dürfen.

Ich habe verstanden, dass vielen obdachlosen Menschen um das nackte Überleben heute kämpfen. Für Gedanken an ein Morgen ist in so einer Situation keinen Platz.

Hotels for Homeless hat einigen geholfen, wieder weiter in die Zukunft blicken zu können. Ein tolles Erlebnis war, als in meiner zweiten Schicht ein Mitbewohner, der während seiner Zeit in der Jugendherberge einen Job gefunden hatte, von seinem Wandel erzählte. Als er eingezogen ist, war er fertig mit der Welt. Nun hat er einen Job, ein Bett für die Zeit nach dem Hotels for Homeless und eine Zukunft.

Fazit: Es gibt noch viel Arbeit!

Das Projekt Hotels for Homeless wurde mit den wärmeren Temperaturen und den anhaltenden Kosten schließlich beendet. Mein Fazit: Eine wirklich tolle Sache, die ein paar Menschen temporär, in einigen Fällen hoffentlich auch langfristig geholfen hat, wieder auf die Beine zu kommen. Dennoch bleibt es ein Tropfen auf den heißen Stein. Knapp 2.000 obdachlose Menschen1 leben in Hamburg. Wir müssen mehr tun, um diesen Menschen eine Perspektive zu geben. Und der nächste Winter kommt.

 

Anna Zeller, Digistainable 2019

Photo by Halszka Nazarczuk

 

Quellen:

Webseite zum Projekt: www.hotelsforhomeless.de

1Hinz&Kunzt; abgerufen 18.06.2021; http://wohnungslose.de/data/aktuell/HINZKUNZT_ZahlenObdachlosigkeit.pdf

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: Impulsgeber zur digitalen Transformation der Bahnhofsmission Hamburg

Ich studiere im Master Digital Transformation & Sustainability. Wenn ich das erzähle, kommt immer die Frage „Und was macht man da so?“ Obwohl mir die Frage bestimmt schon 100-mal gestellt wurde, gelingt es mir noch nicht, diese Frage präzise und erschöpfend in ein paar Sätzen zu beantworten. Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die beiden Themen so komplex sind und unser Master so vielseitig ist, dass dieser sich schlichtweg nicht in ein paar Sätzen beschreiben lässt.

Ein Ziel kann ich jedoch klar benennen. Und zwar, dass die Studieninhalte nicht in dem Kreis unserer 17 Studierenden und Dozenten bleiben. Wir sollen als Multiplikatoren wirken, Impulsgeber werden und einen Austausch in unserer Gesellschaft zu diesen Themen fördern. Allerdings ist unsere Gesellschaft groß und die verfügbare Zeit mit Familie, Freunden, Arbeit, Studium und Hobbys häufig gering. Wo fängt man da jetzt an? Insbesondere bei den Themen Nachhaltigkeit und digitaler Transformation darf man sich meiner Meinung nach nicht von dem Anspruch entmutigen lassen, als Einzelperson die Welt zu verändern. Wenn jedoch jede Person ihren Beitrag leistet, erreicht man im Kollektiv so einiges.

Ich hatte im Rahmen meiner Sustainability Challenge die Möglichkeit einen kleinen Beitrag zu leisten. Ich habe meine Sustainability Challenge bei der Bahnhofsmission Hamburg absolviert. In diesem Verein stehen seit 1895 ein Mix aus freiwilligen Helfern, FSJlern und Festangestellten bereit, um Menschen in Not zu helfen. Ich durfte in mehreren Schichten unterstützen und so Themen wie Obdachlosigkeit, Drogenabhängigkeit und Orientierungslosigkeit hautnah miterleben. Die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Es geht mir eher darum aufzuzeigen, wie ein Austausch in der Gesellschaft angeregt werden kann.

Häufig ist hierbei die beste Strategie einfach mal anzufangen, etwas auszuprobieren und zu sehen, ob es funktioniert. Gesagt, getan. Und so habe ich gemeinsam mit dem Leiter der Bahnhofsmission ein „Kamingespräch“ organisiert. Daran teilgenommen haben unterschiedliche Vertreter der Bahnhofsmission und des Trägervereins wie z.B. der Geschäftsführer, eine festangestellte Helferin, der Datenschutzbeauftragte und einige Weitere. Ziel dieses Gesprächs war es, meine Erfahrungen bei der Bahnhofsmission mit meinem Wissen im Bereich der digitalen Transformation als Impulse in die bunt gemischte Runde zu geben. Dies sollte als Anregung dazu dienen, dass sich jeder Einzelne mit der digitalen Transformation der Bahnhofsmission aus seinem individuellen Blickwinkel auseinandersetzt. Das war für mich eine Möglichkeit, der Bahnhofsmission für die spannenden Einblicke etwas zurückzugeben.

Im Vorfeld war ich unsicher, ob das Kamingespräch funktionieren wird. Ich hatte mir natürlich Impulse und Inhalte überlegt, allerdings lebt eine Diskussion von dem Input der Beteiligten. Glücklicherweise waren alle Beteiligten interessiert, reflektiert und haben sich auf die Perspektiven des jeweils anderen eingelassen. Dadurch sind viele interessante Ideen entstanden, wie die Bahnhofsmission zukünftig gestaltet werden kann. Unter anderem die Digitalisierung bestehender Services wie der Informationsausgabe von Essens- und Schlafplätzen, das Angebot neuer Services wie die Verwahrung persönlicher digitaler Dokumente oder die Eröffnung einer neuen Institution mit dem Ziel, die Teilhabe von Obdachlosen an der zunehmend digitalen Gesellschaft zu verbessern.

Was von diesen Ideen umgesetzt wird, hängt von den Mitgliedern der Bahnhofsmission selbst ab. Unsere Aufgabe als Studierende verstehe ich vor allem darin, eine Auseinandersetzung mit den Themen anzustoßen.

Abschließend ist mir noch wichtig zu betonen, dass sich bei der Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation immer explizit die Frage gestellt werden sollte, was nicht digitalisierbar ist. Und das ist bei der Bahnhofsmission in meinen Augen die uneingeschränkte Hilfe, welche jedem Menschen in Not dort widerfährt.

 

Jérôme Cron, Digistainable 2019

Foto: pexels © Pavel Danilyuk

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: Ehrenamt in Corona-Zeiten

„Behalten Sie Ihren Humor und Ihre Freundlichkeit.“

Mit diesen herzerwärmenden Worten verabschiedete sich eine ältere Dame, nachdem sie mit mir über die Servicehotline zur Corona- Impfterminvergabe telefoniert hatte. Eine andere rief extra nochmal an, um sich für die reibungslose Buchung ihres Impftermins zu bedanken. Es mag verrückt klingen, aber eben diese kleinen Momente werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Denn sie haben mir gezeigt, dass ich Menschen mit meinem Engagement erreichen und ihnen helfen kann – sei es mit der Buchung von Corona- Impfterminen oder „nur“ dem Zuhören, Fragen beantworten und Verständnis zeigen.

AGFW-Servicehotline zur Corona-Impfterminvergabe

In Pandemie-Zeiten sind freiwillige Helfer und der Zusammenhalt der Gesellschaft wichtiger denn je. Doch wie kann ich am besten helfen, und wo? Meine Suche nach einem passenden Engagement führte mich zur Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW) Hamburg. Mit der Übernahme von Telefon- und Anrufbeantworterschichten konnte ich die Servicehotline unterstützen und über 70-Jährige dabei helfen, unkompliziert einen Impftermin zu buchen.

„AGFW-Servicehotline zur Corona-Impfterminvergabe. Sie sprechen mit Frau Beckmann. Guten Morgen.“

Anschließend ging das Gespräch nach Leitfaden weiter. Doch kaum ein Telefonat glich dem anderen. Viele Anrufer/innen hatten besondere Fragen, Bedenken oder individuelle Anliegen, die es zu klären galt. Anders als bei der zentralen Online-Terminbuchung erfolgte die Bestätigung über den Termin per Post, um auch Personen ohne E-Mail-Adresse eine Buchung zu ermöglichen.

Musik statt Stillstand

So häufig hat mein Handy noch nie geklingelt. Schon bei meiner ersten Schicht habe ich den nervigen Standard- Klingelton meines Telefons gegen Musik getauscht. Ein Zeichen des Erfolgs, denn die Hotline wurde angenommen. Über die Gesamt-Laufzeit von März bis Mai 2021 konnten ca. 5.000 Anrufe verzeichnet werden.

Persönlicher Rückruf

Der größte Vorteil gegenüber der zentralen Corona-Hotline: Keine Warteschleife. Denn auch wenn alle Leitungen belegt waren bzw. außerhalb der Telefonzeiten angerufen wurde, konnte eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden. Der persönliche Rückruf erfolgte häufig sogar noch am selben oder darauffolgenden Tag.

 


Fotos: Canva (Towfiqu barbhuiya; Rattanakun)

Jana Beckmann, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.