Uses and Gratifications - wie gehen wir mit digitalen Medien um?

Egal, ob Apple, Samsung, Huawei oder Nokia: Facebook, Whatsapp, Instagram, Twitter und andere soziale Netzwerke, Mediendienste und Messenger sind heute auf nahezu jedem Smartphone installiert. Jeder ist mit jedem vernetzt – zu jeder Zeit, egal an welchem Ort. Seit dem Kult-Handy Nokia 3310 hat sich einiges verändert – die Technik, aber vor allem wir Nutzer.
Wie kann es sein, dass wir im selben Moment von unserer intensiven Smartphone-Nutzung enttäuscht sind und uns doch minutenlang durch verschiedene Instagram-Stories klicken? Ambivalenzen sind Thema der digitalen Neuzeit – ich möchte X und mache Y.

Die Betrachtung von digitalen Medien, Plattformen und Netzwerken erinnert an einen Ansatz der Kommunikationstheorie, der ursprünglich im Kontext der Massenmedien (1950er Jahre) entwickelt wurde: Der „Uses and Gratifications“-Ansatz hilft uns dabei, unsere Verhaltensmuster in digital-medialen Welten zu verstehen.

Digitale Medien unterscheiden sich hauptsächlich durch drei Attribute von traditionellen Medien:

  • Interaktivität bedeutet, dass Nutzer im digitalen Raum in ihrer Rollenwahl flexibel sind. Dabei ist irrelevant, ob zwei oder mehr Rollen parallel oder zeitversetzt eingenommen werden.
    Bsp.: Ein Nutzer der Plattform Youtube kann beides gleichermaßen sein – Produzent wie Konsument. Er muss sich nicht auf den Konsum von Videos beschränken, sondern kann aktiv Video-Content zur Community beitragen.
  • Demassifizierung beschreibt die Entwicklung vom Massenmedium hin zum individuellen Medienerlebnis. Technologische Entwicklungen ermöglichen profilierte Medienangebote. Wir Nutzer fühlen uns dadurch verstanden und profitieren vom maßgeschneiderten Angebot.
    Bsp.: Vom Radio zur Spotify-Playlist – in prädigitaler Zeit war Musik größtenteils ein Massenmedium. Durch Anbieter wie Spotify wird uns heute ermöglicht, zu hören, was, wann und wo wir wollen.
  • Asynchronität bezeichnet die sinkende Relevanz von Ort und Zeit in der Mediennutzung. Digitale Endgeräte und global verfügbarer mobiler Internetzugang ermöglichen eine Nutzung ohne Grenzen.
    Bsp.: Während früher die VHS-Kassette Bestandteil des Urlaubskoffers hätte sein müssen, verlassen wir uns heute auf den Netflix-Zugang über unser iPad, wenn der Lieblingsfilm auch im Urlaub ein Muss ist.

Der „Uses and Gratifications“-Ansatz gründet sich nun auf der Frage: „What do people do with the media?“ Die Antwort hierauf ist so simpel wie durchdringend: wir nutzen Medien, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Die Theorie nimmt dabei grundlegend an, dass wir Nutzer aktiv nach jeweiliger Bedürfnisbefriedigung suchen. Nicht das Medium, sondern wir als Nutzer werden somit in das Zentrum der Theorie gerückt. Ob in direkter oder indirekter Form der Erfüllung von Bedürfnissen – bspw. nahezu alle sozialen Bedürfnisse wie dem nach einer Gruppenzugehörigkeit können unmittelbar über Facebook befriedigt werden. Es wird uns ebenso ermöglicht, z.B. unser Bedürfnis nach Identitätsbildung zu befriedigen – Instagram ist dabei nichts weiter als Streuungsinstrument der eigenen Identität.

Ich poste, also bin ich.

Zusätzlich zur tatsächlich revolutionären Möglichkeit, die eigene urmenschliche Bedürfnisbefriedigung auf den digitalen Raum auszulagern, greifen Gratifikations-Mechanismen. Wir Nutzer werden nämlich sogar belohnt für die Nutzung von Diensten. Facebook’s ehemaliger Präsident Sean Parker deklariert die Wirkungsweise des sozialen Netzwerkes als „slot machine“. Mitteilungen, Nachrichten, Kommentare, Retweets, neuer Content lassen uns das Glückshormon Dopamin ausschütten.
Im Zusammenspiel aus Bedürfnisbefriedigung und Gratifikationen werden sogenannte Lock-in-Effekte erzeugt: der Nutzen des Mediums nimmt derart stark zu, dass der Austritt aus dem Dienst aufgrund von Wechselkosten undenkbar scheint. Whatsapp löschen? – Utopisch. Folgende empirische Erkenntnis scheint in diesem Kontext erschreckend: sollte es einem Nutzer erfolgreich sein, seine gesuchte Bedürfnisbefriedigung im digitalen Raum zu erhalten, sinkt sein Anreiz, hiernach in Zukunft im analogen Raum, der „realen“ Welt, zu suchen.

Facebook, Netflix, Twitter und ihre Mitstreiter funktionieren grundlegend auf der Basis von Netzwerkeffekten. Jeder weitere Teilnehmer einer Plattform bspw. stiftet allen bisherigen Netzwerkmitgliedern einen Nutzen. Wie beim Ausbau des Telefonnetzes im 19. Jahrhundert steigen also Gesamt- und Individualnutzen der Netzwerke stetig. Bei Facebook und Twitter als sozialen Netzwerken wird die Wirkungsweise der Netzwerkeffekte schnell deutlich. Bei Netflix sind es die der Streaming-Plattform zugrundeliegenden Algorithmen, die sich die Fülle an Daten des User-Netzwerks zunutze machen.

Die Tech-Giganten sind hierdurch wahre Vorreiter im Behavioral Engineering, in der Steuerung und Koordination menschlichen Verhaltens. Erst durch ihre Netzwerkgröße wird eine Plattform funktionsfähig, die mithilfe der Datenfülle und deren Bereinigungsgrad zwar einerseits nutzenstiftend für uns Nutzer ist, dies andererseits aber eben genau durch genanntes Behavioral Engineering schafft.
Um der Dualität unseres Studiengangs gerecht zu werden: wie sozial nachhaltig mag das sein? Wir begeben uns immer tiefer in digitale Sphären, verlagern analoge Prozesse ins Digitale und geben uns simpelsten, aber dennoch verhaltensverändernden (An-)Reizen hin. Über die Vehemenz lässt sich streiten, über eines aber sicher nicht: die Anbieter unserer medialen Erlebnisse werden ihre Wirkungsmechanismen auf uns Nutzer mit geringster Wahrscheinlichkeit verändern.
Digitale Medien schaffen es, uns zu einem Konsumverhalten zu animieren, das sie nicht erzwingen müssen, sondern vielmehr freundlich, abundant und vorteilhaft daherkommend anbieten. Die Nutzung liegt in unserer Hand.
Sollten wir also mal wieder von unserer Dauernutzung des Smartphones überwältigt sein und eventuell sogar den Drang nach einem gewissen Digital Detox verspüren, sollten wir uns noch im selben Atemzug fragen, woher dieser Wunsch kommt und weshalb wir ihm nicht nachkommen, um zu verstehen, was in und mit uns vorgeht.

Till Henning, Digistainable 2018


Literaturempfehlungen

Zolkepi, Kamar Ulzaman und Kitchen (2018): Uncovering Psychological Gratifications Affecting Social Media Utilization. A Multiblock Hierarchical Analysis. In: Journal of Marketing Theory and Practice, vol. 26, no. 4 (Fall 2018), S. 412–430.

Dainton, Marianne und Zelley, Elaine D. (2019): Applying Communication Theory for Professional Life. SAGE.

Aelker, Lisa (2008): Uses-and-Gratifications-Ansatz, in: Krämer et al. (Hrsg.): Medienpsychologie: Schlüsselbegriffe und Konzepte. Kohlhammer. S.17ff.


Mit Nudging zu besserer Bioabfalltrennung

Forschungsprojekt Bioabfall – verbesserte Bioabfalltrennung in Hamburg durch Nudging

In unserem zweiten Forschungsprojekt haben wir (Isabel, Johanna und Joana DTS 2018) uns mit dem Thema Abfalltrennung in Hamburg beschäftigt. Beim Brainstorming zur Themenwahl für das Forschungsprojekt wurde schnell klar, dass das Thema Abfalltrennung bei uns sehr viele Emotionen hervorruft, und wir uns alle im Alltag folgende Frage gestellt haben: „Wieso wird in Hamburg so schlecht getrennt?“

 

Herangehensweise

Unsere ersten Recherchen haben wir dann auch sehr praktisch durchgeführt: Ein Anruf bei der Hausverwaltung, wieso es vor unseren Wohnhäusern zum Teil nur ein oder zwei Tonnen gebe, und die Option auf Bioabfalltrennung gar nicht gegeben sei, konnte von vielen Hausverwaltungen nur unzufriedenstellend beantwortet werden. „Platzgründe“ wurde uns gesagt, oder „die Biotonne wird mit Plastik befüllt, und dann bekommen wir Ärger von der Stadtreinigung“ waren Antworten, die wir erhielten. Um die Ursachen besser zu verstehen und zu bekämpfen, wollten wir also mit den Verantwortlichen der Abfalltrennung – der Stadtreinigung Hamburg – zusammenarbeiten um gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

 

Kooperation mit der Stadtreinigung Hamburg

Beim Besuch der Stadtreinigung Hamburg wurde uns erklärt, wie die Abfalltrennung funktioniert, und wir haben uns tiefgehend in die Prozesse der Abfallverwertung eingearbeitet. Es wurden vorab Problembezirke identifiziert, zu denen auch ein Studentenwohnheim in Wandsbek gehört. Auf die Frage, ob dort bereits Maßnahmen ergriffen worden seien, erklärte uns die Mitarbeiterin, dass sie es bereits mit „Nudging“ versucht, dies jedoch bislang wenig Erfolg gebracht hätte.

 

Der Begriff nudge kann im Deutschen mit Stupser übersetzt werden, welcher Menschen lenkt, aber immer die Möglichkeit für einen anderen Weg offenlässt. Bei unserer Literaturrecherche haben wir festgestellt, dass dieser Ansatz sich im Kontext der Abfalltrennung bewährt hat, jedoch zielgruppenspezifisch ausgerichtet sein muss. Um unsere Zielgruppe kennenzulernen und die Ursachen für das Fehlverhalten zu identifizieren, haben wir daher qualitative Interviews mit den Studenten durchgeführt, die spannende Erkenntnisse gebracht und es uns ermöglicht haben, konkrete Handlungsempfehlungen auszusprechen.

 

Forschungsergebnisse

Als eine der Hauptursachen wurde zum einen die Trägheit und Bequemlichkeit identifiziert, jedoch haben wir festgestellt, dass auch viel Unwissenheit zum Thema Abfalltrennung herrscht. Um diesem entgegenzuwirken, haben wir der Stadtreinigung empfohlen, für alle Studenten bei Einzug eine Tour durch das Studentenwohnheim zu machen, bei der auch die Entsorgungsstelle gezeigt und die Abfalltrennung von älteren Studenten erklärt wird. Der Einfluss durch soziale Normen ist bewiesenermaßen groß, und die älteren Studenten gehören zum engen Umfeld der neuen Bewohner. Zudem hat sich gezeigt, dass die Studenten sehr verlust-avers sind. Diese Verhaltenstendenz kann sich zunutze gemacht werden, indem Bußgeld und Strafen für Fehlverhalten ausgesprochen werden.

 

Zum Abschluss des Projektes haben wir die Ergebnisse der Stadtreinigung vorgestellt, sodass sie nun die Maßnahmen einführen und somit eine Verbesserung des Verhaltens bei den Studenten bewirken können.

 

Ein Dank geht an die Stadtreinigung Hamburg, die uns viele relevante Informationen zur Verfügung gestellt und uns bei den Recherchen unterstützt hat.

 

Joana Große-Heidermann, Digistainable 2018


 

Literaturempfehlungen:

 

Beyer, R., Gerlach, R., Meer, E. 2018. Wahrnehmung von Sauberkeit und Ursachen von Littering. VKU Verlag. Humboldt Universität: Berlin.

 

Reisch, L., Sunstein, C. 2017. Verhaltensbasierte Regulierung (Nudging). In: Kenning P., Oehler A., Reisch L., Grugel C. (eds.) Verbraucherwissenschaften. Springer Gabler: Wiesbaden.

 

Thaler, R., Sunstein, C. 2008. Nudge: Improving decisions about health, wealth, and happiness. Yale University Press: New Haven.


17 SDGs - eine Kurzvorstellung

Ziel 1: Armut in all ihren Formen und überall beenden.

Armut ist nicht natürlich, sie wurde von den Menschen geschaffen und kann deshalb überwunden, sowie durch geeignete Maßnahmen ausgerottet werden. Die Beseitigung der Armut ist kein Akt der Barmherzigkeit, sondern der Gerechtigkeit.“ (Nelson Mandela, Friedensnobelpreisträger)

Armut zählt mit zu den größten Herausforderungen der Gegenwart. Ihre Folgen sind sowohl politisch als auch wirtschaftlich eng miteinander verflochten. Für eine nachhaltige Entwicklung zählt die Beseitigung der Armut zu den übergeordneten Zielen der internationalen Politik sowie der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Innerhalb der Kernaussagen des 1. SDG-Ziels wurden folgende Maßnahmen definiert: Armut bekämpfen und allen Menschen Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen und Sozialsystemen (u.a. medizinische Versorgung) ermöglichen. Jedoch, trotz beachtlichen Erfolgen in der Armutsbekämpfung, leben nach wie vor über 800 Millionen Menschen in extremer Armut. Dies bedeutet konkret, dass dieser Anteil an Menschen mit weniger als 1,25 $ pro Tag auskommen muss. Die Ambition der neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung ist es u.a. extreme Armut bis 2030 gänzlich zu überwinden.

Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.

„Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (Jean Ziegler, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung)

Obwohl sich die Situation in zahlreichen Ländern verbessert hat, hungern weltweit immer noch viele Menschen oder leiden unter Mangelernährung. Unterernährung betrifft fast 800 Millionen Menschen weltweit, wovon die meisten Frauen und Kinder sind. Das SDG 2 umfasst neben der Überwindung des Hungers auch ein Unterziel zur Beendigung aller Formen von Mangelernährung. Die Qualität der Nahrung ist ebenso wichtig wie die Quantität. Das Ziel integriert zudem ökonomische Aspekte, unter anderem eine Verdoppelung der landwirtschaftlichen Produktivität sowie der Einkommen von Kleinbauern bis 2030. Damit die steigende Nahrungsmittelproduktion nicht auf Kosten der Umwelt geht, umfasst das SDG 2 auch Vorgaben zur Sicherstellung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

„Es ist Zeit, Gesundheitsfürsorge als Teil einer ’sozialen Infrastruktur‘ zu konstituieren, die Gesundheit als ein öffentliches Gut begreift, das allen verfügbar sein muss.“

Gesundheitsprobleme sollten nicht einzeln, sondern gesamthaft betrachtet werden. Bildung und Ernährungssicherheit beeinflussen erwiesenermaßen den Erfolg von Gesundheitsprogrammen. Im Rahmen des SDG 3 werden Bemühungen im Bereich der Kinder- und Müttersterblichkeit und im Bereich der übertragbaren Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose vorangebracht.  Das SDG 3 umfasst auch die Bekämpfung von nicht-übertragbaren Krankheiten wie Diabetes und die Prävention von Verkehrsunfällen und Suchtmittelmissbrauch. Alle Menschen sollen Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten und zu Arzneimitteln haben und gegen finanzielle Risiken abgesichert sein.

Ziel 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.

„So lasst uns denn den Kampf aufnehmen gegen Analphabetismus, Armut und Terror und dazu unsere Bücher und Stifte in die Hand nehmen. Sie sind unsere wirksamsten Waffen. Ein Kind, ein Lehrer, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern. Bildung ist die einzige Lösung. Bildung steht am Anfang von allem.“ (Malala Yousafzai, Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin)

Das SDG4 soll inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern.
Das Recht auf Bildung ist Teil der der UN-Menschenrechtscharta und trotzdem haben weltweit 57 Millionen Kinder noch keinen Zugang zur Grundschule. 781 Millionen Menschen sind Analphabeten. Menschen mit Behinderungen, Minderheiten, Flüchtlinge und Arme sind dabei besonders betroffen. Und es mangelt überall an ausgebildeten Lehrkräften und angemessener Schulausstattung.
Dabei ist Bildung der Schlüssel für viele der anderen SDGs: Sie ermöglicht es jedem Menschen die eigene Situation selbst zu verbessern, Armut zu besiegen, Ungleichheiten zu verringern und Geschlechtergleichheit zu erreichen. Durch sie werden alle Menschen weltweit inspiriert ein gesünderes, friedlicheres und nachhaltiges Leben zu leben.

Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.

„Eine Gesellschaft, in der Mädchen und junge Frauen ihr volles intellektuelles, soziales und politisches Potenzial ausschöpfen können, ist gleichzeitig auch eine sichere, gesunde und florierende Gesellschaft.“ (Julia Gillard, ehemalige Premierministerin von Australien)

Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist eines der größten Hindernisse für nachhaltige Entwicklung, ökonomisches Wachstum und Armutsreduktion. Das SDG 5 fordert die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern in der wirtschaftlichen Entwicklung, die Eliminierung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, inklusive Eliminierung von Früh- und Zwangsverheiratungen sowie gleichberechtigte Partizipation auf allen Ebenen.

Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.

„Wir erreichen alle Entwicklungsziele nur, wenn wir verstehen, wie Wasser als global begrenzte Ressource mit den anderen Zielen verbunden ist.“ (Stefan Reuter, Geschäftsführer des BORDA e.V.)

SDG 6 umfasst neben dem Zugang zu Trinkwasser, zu Sanitärversorgung und Hygiene weitere Unterziele zum Schutz und der Wiederherstellung von wasserverbundenen Ökosystemen (darunter Berge, Wälder, Flüsse und Seen). Die Wasserqualität soll verbessert und die Verschmutzung von Wasser durch gefährliche Chemikalien verringert werden. Für eine integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen auf allen Ebenen soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert werden.

Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.

„Kernkraftwerke hinzustellen, ohne zu wissen, wo der Atommüll endlagert werden kann, ist wie das Abziehen einer Handgranate bevor man weiß, wo man sie hinwerfen wird.“ (Dieter Hildebrandt, Kabarettist, Schauspieler und Buchautor)

Der Zugang zu Energie ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Verwirklichung vieler Ziele im Bereich nachhaltige Entwicklung. SDG 7 fordert daher den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen. Weil nachhaltige Entwicklung eine klimafreundliche wirtschaftliche Entwicklung bedingt, soll der Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich erhöht und die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden.

Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.

„Das Problem ist nicht, dass wir mehr Wohlstand wollen. Das Problem ist, dass wir Wohlstand durch materiellen Besitz definieren.“ (Dennis Meadows, Ökonom)

Das SDG 8 steht für ein dauerhaftes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum und wird durch 12 Unterzielen definiert. Insbesondere gilt es neben einem gesunden Wachstum in der Weltwirtschaft auch eine menschenwürdige Arbeit zu sichern, die Produktivität zu steigern und gleichzeitig das Lohngefälle für alle zu verringern.

Ziel 9: Widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.

„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ (Albert Einstein, theoretischer Physiker und Physik-Nobelpreisträger)

Das SDG 9 fordert eine widerstandsfähige Infrastruktur, eine nachhaltige Industrialisierung und die Förderung von Innovationen. Durch verantwortungsvolle Energiegewinnung, Zugang zu Wissen und Infrastruktur kann so die Innovationskraft gestärkt werden und somit zum Erreichen weiterer Ziele beitragen.

Ziel 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.

„Würde man das Vermögen der unteren Hälfte auf 1,5 oder zwei Prozent aufstocken, hätte man für die Armen so viel erreicht wie mit 30 Jahren Wachstum, und das, ohne die planetarischen Grenzen weiter zu überschreiten.“ (Thomas Pogge, Professor für Philosophie)

SDG 10 meint: Die Ungleichheiten bei Einkommen und Vermögen sind gravierend und haben sich weltweit ausgeweitet. Die reichsten 10 Prozent verdienen bis zu 40 Prozent des Gesamteinkommens. Die ärmsten 10 Prozent verdienen nur zwischen 2 und 7 Prozent des Gesamteinkommens. In den Entwicklungsländern ist die Ungleichheit um 11 Prozent gestiegen, wenn wir das Bevölkerungswachstum berücksichtigen.
Diese sich ausweitenden Ungleichheiten erfordern die Einführung einer soliden Politik, um das unterste Perzentil der Einkommensempfänger zu stärken und die wirtschaftliche Inklusion aller zu fördern, unabhängig von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Zugehörigkeit.

Wichtige geschäftliche Maßnahmen und Lösungen:

  • Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die auf arme Kunden zugeschnitten sind (z. B. mobile Geldüberweisungsdienste für Verbraucher ohne Bankverbindung).
  • Verbesserung des Zugangs zu grundlegenden Gütern und Dienstleistungen für Menschen, die in Armut leben (z. B. durch Kerngeschäft, politischen Dialog, soziale Investitionen).
  • Anwerbung, Schulung und Beschäftigung lokaler Gemeindemitglieder, einschließlich derjenigen, die in Armut leben, und Einbindung in Ihre Wertschöpfungskette (als Hersteller, Lieferanten, Händler, Händler).
  • In geschäftsorientierte Maßnahmen zur Beseitigung der Armut investieren (z. B. Entwicklung der Lohnpolitik).
  • Partnerschaft mit zivilgesellschaftlichen Netzwerken zur Ausbildung von Bildungs- und unternehmerischen Fähigkeiten.

Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.

„Nachhaltigkeit heißt: Kann man auf Dauer so weitermachen, wie man es heute macht? Wenn man das nicht kann, dann ist es nicht nachhaltig.“ (Anselm Görres, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft)

Wie wird eine Stadt zur nachhaltigsten Stadt der Welt? Malmö macht den Versuch – indem es die Energie-Versorgung neu erfinden möchte. Windparks und weitere nachhaltige Energiequellen werden mithilfe von Big Data intelligent verknüpft. Damit wird nicht nur das schwankende Energieangebot ermittelt, sondern auch der schwankende Bedarf prognostiziert. Somit entsteht auch eine dynamische, faire und nachhaltige Preisgestaltung für die Endnutzer.
Über die Energieversorgung hinaus werden die privaten Haushalte mit Smart Home Geräten ausgestattet, die basierend auf intelligenten Algorithmen einen effizienten Stromverbrauch unterstützen. Beispielsweise lässt sich die Waschmaschine dann starten, wenn ein Überangebot an Strom besteht. Einen weiteren Punkt stellt die smarte Kombination der Strom- und Wärmeversorgung dar. Beispielsweise wurde durch Experimente herausgefunden, dass Gebäude als extrem effiziente Wärmespeicher dienen und so die Schwankungen des Stromnetzes ausgleichen können.  Eine Übersicht weiterer nachhaltiger Städte kann hier eingesehen werden: https://bit.ly/2cl2tlI

Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.

„Immer wieder gibt der Mensch Geld aus, das er nicht hat, für Dinge, die er nicht braucht, um damit Leuten zu imponieren, die er nicht mag.“ (Danny Kaye, Schauspieler, Komiker und Sänger)

Nachhaltig konsumieren ist die eine Seite des SDG 12, nachhaltig produzieren die andere. Die LTG Bank hat nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in einem Fond für Verantwortungsbewusste Anleger zusammengefasst:

https://www.umweltperspektiven.ch/ifz-sustainable-investments-studie-2018-ueber-nachhaltige-fonds/amp/

Erster Schritt in die Richtige Richtung oder können börsennotierte Unternehmen überhaupt nachhaltig sein?

Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.

„Früher oder später müssen wir erkennen, dass Mutter Erde auch ein Recht darauf hat, ohne Verschmutzung zu leben. Die Menschheit muss lernen, dass wir ohne die Erde nicht leben können – die Erde aber sehr wohl ohne uns Menschen.“ (Evo Morales, ehemaliger Präsident von Bolivien)

Auch wenn die Nummer in Hochhäusern und Zügen oft fehlt, dem SDG 13 zur Bekämpfung des Klimawandels kommt eine ganz zentrale Rolle zu.
Am besten nimmt sich jeder 13mal pro Woche vor, seinen persönlichen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes zu leisten – auch wenn es im ersten Moment unbequemer erscheint.
Wir haben keine Wahl mehr.

Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.

„Wir ersticken uns zu Tode mit dem ganzen Plastik, das wir weg werfen. Es tötet unsere Meere. Wir nehmen es in uns auf, durch den Fisch, den wir essen.“ (Kevin Bacon, amerikanischer Schauspieler)

Die Weltmeere – ihre Temperatur, ihre Chemie, ihre Strömungen und ihr Leben bestimmen globale Systeme, die die Erde für die Menschheit bewohnbar machen. Die definierten Maßnahmen in SDG 14 tragen zum Erhalt und Schutz unseren Ozeanen und allem Leben in ihnen bei.

Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern.

„Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“ (Albert Schweitzer)

Ökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern. Das menschliche Leben hängt ebenso wie der Ozean von der Erde ab. Das Pflanzenleben macht 80 Prozent unserer menschlichen Ernährung aus und wir sind auf die Landwirtschaft als wichtige wirtschaftliche Ressource angewiesen. Wälder machen 30 Prozent der Erdoberfläche aus und bieten Lebensraum für Millionen von Arten sowie wichtige Quellen für saubere Luft und Wasser. Sie sind außerdem von entscheidender Bedeutung bei der Bekämpfung des Klimawandels.
Heute erleben wir eine beispiellose Bodendegradation und den Verlust von Ackerland um das 30- bis 35-fache der historischen Rate. Auch Dürre und Wüstenbildung nehmen jedes Jahr zu. Dies bedeutet einen Verlust von 12 Millionen Hektar und betrifft arme Gemeinden auf der ganzen Welt. Von den 8.300 bekannten Tierrassen sind 8 Prozent ausgestorben und 22 Prozent sind vom Aussterben bedroht.
Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um den Verlust natürlicher Lebensräume und der Artenvielfalt, die Teil unseres gemeinsamen Erbes sind, zu reduzieren. Das SDG 15 zielt darauf ab, die Nutzung von Wäldern, Feuchtgebieten, Trockengebieten und Bergen bis 2020 zu erhalten und wiederherzustellen.

Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern.

„Man muss Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“ (Elie Wiesel, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger)

SDG 16 soll friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen!
Ohne nachhaltige Entwicklung gibt es keinen Frieden, ohne Frieden keine nachhaltige Entwicklung.

Die Bestandteile:

  • Friedliche inklusive Gesellschaften fördern
  • Verringerung von Gewalt
  • Beendigung von Folter
  • Eindämpfung von organisierter Kriminalität
  • Korruption, Waffen und illegale Finanzströme verringern
  • Rechtsstaatlichkeit, Partizipative Institutionen und Justiz stärken

Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.

„Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.“ (Ban-Ki Moon, UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016)

SDG 17 steht für EINE WELT, in der wir gemeinsam mit Respekt daran arbeite nachhaltig globale Partnerschaften zu fördern. Dies beinhaltet nicht nur eine Investition für die Förderung der Entwicklung von 0,7 Prozent des BIPs, sondern auch zusammen einen fairen, profitablen Handel für jedes Land zu ermöglichen! Ein tolles Ziel, denn hierbei geht es nicht nur um Regierungen oder Unternehmen sondern auch um einen kulturellen Austausch!


Block für Block zu einem Online Kurs

Das erste Forschungsprojekt ist online!

„Wir haben unseren eigenen Online Kurs für Blockchain konzipiert, produziert und online gestellt.“ – wir das sind Joana, Boo und Johanna von den DTS 2018ern. Und wir freuen uns sehr, dass unser erstes Forschungsprojekt im 2ten Semester ein handfestes, digitales Ergebnis darstellt.

 

Wie es dazu kam? Die Hintergründe:

In unserer Recherche haben wir festgestellt, dass es schon viele Grundkurse zum Thema Blockchain gibt, weshalb wir unseren Kurs bewusst auf die Anwendungen im Kontext von Supply Chain Management ausgerichtet haben. Die Projektgruppe wurde ergänzt um Madjid Tehrani – er ist beruflich als Blockchain Architekt tätig und studiert an der HSBA momentan im MBA-Kurs. Aufgrund seiner Expertise ist er der Experte vor der Kamera und erläutert den Theorieteil des Kurses. Zudem konnten wir Christian Schultze-Wolters, den Geschäftsbereichsleiter IBM Blockchain Solutions DACH bei IBM Deutschland GmbH, gewinnen mit uns die praktische Erläuterung des Themas aufzuzeichnen. Dank diesem Input werden im Kurs theoretische Grundlagen direkt mittels praktischer Anwendungen für den Lernenden erklärt. Am Ende des Online Kurses versteht der Lernende die technischen Hintergründe des Themas, wie beispielsweise ein Supermarkt seine komplette Produktions- und Lieferkette via Blockchain transparent gestaltet, und somit in Sekunden nachvollziehen kann, woher z.B. das Originalprodukt stammt. Um den Online Kurs neben der fachlichen Expertise auch auf Basis wissenschaftlicher Literatur erstellen zu können, haben wir uns zu den Themen E-Learning, Zielgruppendefinition und pädagogischer Konzeption Fachwissen angeeignet.

Das Konzept berücksichtigt die drei Säulen des pädagogischen Konzepts Constructive Alignment. Zuerst werden Lernziele definiert, anschließend die Methodik bestimmt und abschließend die Prüfungsform ausgewählt. Neben den kommentierten Slides sind Aufgaben, weitere Links und ein Online Quiz im Online Kurs integriert – somit soll ein hoher Lernerfolg und eine geringe Abbrecherquote erzielt werden.

Der Online Kurs ist in 6 Blöcke à 8 Minuten gegliedert, in denen die wesentlichen Funktionen der Blockchain kurz erläutert werden, um einen konkreten Anwendungsfall zu verstehen. Er ist auf Englisch, um Übersetzung von Fachvokabular ins Deutsche zu vermeiden und die Zielgruppe zu erweitern. Grundkenntnisse in der Informationstechnologie werden empfohlen.

Wir freuen uns das Ergebnis unter folgendem Link den Lesern dieses Artikels zur Verfügung stellen zu können:

<Blockchain Online Kurs auf YouTube>

 

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— Joana Große-Heidermann, Boo Simon Adam, Johanna Kröger

Hier ein kurzer Überblick über die Inhalte des Online-Kurses:

0. Sequenz: Intro
1. Sequenz: Distributed Ledger Verfahren
2. Sequenz: Konsens
3. Sequenz: Kryptographie & Smart Contract
4. Sequenz: Plattformen
5. Sequenz: IBM Anwendungsfall
6. Sequenz: IBM Anwendungsfallanalyse

Viel Spaß beim Online Lernen!

 

 

Johanna Kröger, Digistainable 2018


Dank geht an Prof. Dr. Michael Höbig und die HSBA für die Unterstützung.

 

Literaturempfehlungen:

Waks, Leonard. J. 2019. Massive Open Online Courses and the Future of Higher Education. Herausgeber Adesope, O., & Rud, A.G. Contemporary Technologies in Education: Maximizing Student Engagement, Motivation, and Learning. Palgrave Macmillan.

Seufert, Sabine. & Miller, Damian. 2003. Nachhaltigkeit von E-Learning-Innovationen: Von der Pionierphase zur nachhaltigen Implementierung. Medien Pädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung. Zürich.

Biggs, John & Tang, Catherine. 1999. Teaching for Quality Learning at University: The Society Research into Higher Education. 4. Auflage von 2011. McGraw Hill. New York.


2. Digital Lounge

Studenten als Speaker.

Am 20.02.2019 fand am Innovation Campus der HSBA die 2. Digital Lounge mit dem Thema  Digitalisierung für nachhaltige Ziele nutzen – wie kann das gehen? statt. Als Studierende des ersten Jahrgangs des MSc. Digital Transformation & Sustainability hatten wir die Chance dort selbst Vorträge halten zu dürfen.

Der Schwerpunkt unseres StudiengangsMSc. Digital Transformation & Sustainabilityliegt in der Vereinbarkeit von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Als Studierende freuen wir uns, dass wir diese Themen vorantreiben und mitgestalten können. Die 2. Digital Lounge war daher für uns ein besonderer Rahmen, um unsere Studieninhalte mal aus einem anderen Licht zu präsentieren.

Das Format der Digital Lounge war so aufgebaut, dass wir zusammen mit anderen Experten jeweils einen 5min Impulsvortrag für die Teilnehmer gegeben haben, sodass jeweils Denkanstöße zu unterschiedlichen Bereichen gegeben wurden.

Anschließend wurden die 6 Themen im Format eines „World-Cafés“ an Stationen in Kleingruppen diskutiert. Die Erfahrung zu machen als Experte für ein konkretes Thema zu stehen und der Ansprechpartner für die Teilnehmer zu sein war hierbei schon etwas Besonderes. In unseren Partnerunternehmen stehen natürlich auch mal Präsentationen an, aber auf einer Bühne vor 150 Personen zu stehen ist dann doch eher die Ausnahme als die Regel.

Eines der Konzepte des Studiengangs ist es, dass keine klassischen Klausuren geschrieben werden, sondern Hausarbeiten und Präsentationen als Prüfungsleistung gewertet werden. Denn auch das Lernen der Zukunft sieht anders aus, als der klassische Frontalunterricht, wie viele ihn vielleicht noch kennen.

Zum Beispiel stand im 1. Semester als interdisziplinäre Prüfungsleistung eine Präsentation im Modul „Effekte der Digitalisierung“ an. Unterschiedliche Themen wie zum Beispiel die Frage, ob der Mensch in der heutigen Welt auf einen „Datenhaufen“ reduziert wird oder wie lebenslanges Lernen in Zukunft aussehen kann, wurden aufbereitet und dann im Rahmen der Prüfungsleistung vor den Kommilitonen und Dozenten präsentiert.

In unserem Studiengang fühlen wir uns verantwortlich dafür, dass das Duett aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung nach außen getragen wird, indem wir durch Information inspirieren, aktivieren und Interessierte in unsere Reise integrieren.

Die Digital Lounge bietet hierfür genau den richtigen Rahmen, da die Themen des Studiengangs direkt aufgegriffen werden. Außerdem wird ein Raum für Diskussionen und Austausch geschaffen, den wir zusammen mit unseren Professoren aktiv mitgestalten konnten.

Über die direkte Einbindung und die Chance an so einer Veranstaltung teilzunehmen freuen wir uns sehr und möchten hiermit auch einen großen Dank an unsere Professoren Susanne Hensel-Börner und Michael Höbig ausrichten.

Sie haben uns aktiv bei den Vorträgen unterstützt und den Abend maßgeblich mitgestaltet.

Wenn wir mit diesem Beitrag Interesse am Studiengang geweckt haben, folgt uns doch auf Instagram unter : digitstainables oder schreibt uns eine E-Mail unter: dts-students@myhsba.de

Max Claussen, Digistainable 2018


Review 1. Semester DTS

Der Start.

Montag, 8.Oktober 2018. Es ist 9.00 Uhr, 13 Grad und leicht bewölkter Himmel. Ein ganz gewöhnlicher Herbsttag in Hamburg – oder? Viele Hamburger würden diese Frage womöglich mit ja beantworten, fragt man die 15 jungen Menschen, die an diesem Montagmorgen im 4. OG der Hamburg School of Business Administration (HSBA) zusammenkommen, wird die Antwort sicher NEIN lauten. Im Stuhlkreis blickt man in gespannte Gesichter, voll Vorfreude und Spannung auf die nächsten 2,5 Jahre, in denen sich alles um die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit drehen soll. Die Module des ersten SemestersAgiles Arbeiten, Datenbasiert Entscheiden, Systemtheorie und Effekte der Digitalisierung. Doch was steckt hinter diesen Themen? 

Agiles Arbeiten. Die erste Vorlesung stand unter dem Motto „Selbstorganisation“ – was dies bedeutet, haben wir selbst erfahren dürfen, als wir feststellten, dass unser Dozent nicht die Absicht hatte, sich vorzustellen, sondern wir das Kennenlernen selbst organisieren mussten.  In den nächsten Sessions haben wir unterschiedlichste Projektmanagement-Methoden und – Tools wie SCRUM, Canban und die Fishbowl kennengelernt – und oftmals auch selbst angewandt.  Der Begriff VUCA (Akronym für die englischen Begriffe volatility‚ uncertainty‚ complexity und ambiguity) spielte in diesem Kurs eine zentrale Rolle, da er oftmals erklärt, wieso Agiles Projektmanagement eine so große Rolle spielt.   

Datenbasiertes Entscheiden. Die eingerosteten Statistik-Kenntnisse aus dem Bachelor wurden in diesem Modul geölt und aufgefrischt. BigData ist ein viel genutztes Buzzword – wie man mit großen Datensätzen arbeitet und wie Daten als Entscheidungsgrundlage dienen können, haben wir anhand vieler Anwendungsbeispiele gelernt. In unseren Hausarbeiten haben wir u.a. die Messbarkeit der SDGs kritisch reflektiert und Datensätze unserer Unternehmen mit SPSS ausgewertet.  

SystemtheorieZur Beschreibung und Erklärung komplexer Phänomene kann der Blick durch die systemtheoretische Brille helfen. Im Kurs wurde viel über sozialpolitische Themen diskutiert, und wir haben versucht, gesellschaftliche Strukturen besser zu verstehen. Der Exkurs in die Postwachstumsökonomie war ein sehr spannender Impuls, der viele zum Nach– und umdenken angeregt hat.

Ein voller Erfolg auf ganzer Strecke


— Joana Große-Heidermann

Effekte der Digitalisierung.  Welche technologischen Entwicklungen gibt es, und wie werden diese unseren Alltag und unsere Arbeit zukünftig bestimmen? In diesem Modul haben wir über KI, Blockchain und Augmented Reality diskutiert, haben uns einen 3D-Drucker angeschaut. Wird der Mensch auf einen Datenhaufen reduziert? Vergrößert die digitale Transformation die Kluft der Gesellschaften? Bringt die Freelance-Ökonomie / GigÖkonomie Vorteile für die Gesellschaft? All dies sind Fragen, mit denen wir uns in den Abschluss-Präsentationen des Moduls auseinandergesetzt haben.  

Learning Journey.  Das Modul Learning Journey begleitet uns über den gesamten Studienzeitraum hinweg, und ist, wie der Name bereits vermuten lässt – eine große Reise. Wir lernen, wie die Entwicklungsphasen des Team Building verlaufen, und welche Skills und Fähigkeiten es bedarf, um ein erfolgreiches Team zu darzustellen. In der Learning Journey lernen wir uns selbst und unsere Stärken und Fähigkeiten noch einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten, und die Rolle innerhalb des Teams besser einzuordnen. Wie entstehen Team-Dynamiken, wie kann man diese beeinflussen? Das sind Fragen, die uns in diesem Modul beschäftigen. Welche Rolle Kommunikation in diesem Zusammenhang spielt, haben wir im ersten Semester bereits an unserem gemeinsamen Projekt – dem Aufbau eines eigenen Social-Media-Kanals auf Instagram – erfahren.  (@digistainables 

Zu Beginn des Semesters haben wir als DTS-Team uns im Forming (=Testphase) befunden. Jeder einzelne musste sich zunächst zurechtfinden, wir waren vorsichtig im Umgang miteinander, und waren gespannt auf das, was uns erwartet. Zum Ende des Semesters, nachdem wir bereits einige Projekte in unterschiedlichen Team-Konstellationen absolviert hatten, sind wir in das Storming (=Nahkampf-Phase) übergegangen. In dieser Phase wurden einige Konflikte untereinander ausgetragen, und es sind Konfrontationen aufgetreten. Das spannende an der Learning Journey ist die Erfahrung, dass man je nach Teamkonstellation in unterschiedliche Rollen schlüpft – wie in einem Theaterstück. Da wir im Rahmen unseres Masters über 36 Monate als Team gemeinsam unterwegs sind, erfahren wir die Phasen der Teamentwicklung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten: in kleinen Workshops innerhalb weniger Stunden, in Forschungsprojekten innerhalb weniger Monate, aber auch als gesamtes Team über den Zeitraum des Masters ausgeweitet. Auch im Arbeitskontext kommen wir alle mit unterschiedlichen Projekt-Teams und –Phasen in Berührung. Die Learning Journey hilft, Situationen besser einordnen und verstehen zu können, um so zukünftig Mitglied erfolgreicher Teams zu sein. Das zweite Semester werden wir voraussichtlich die Phase des Normings (=Organisationsphase) erreichen – wir sind gespannt, wohin uns diese Reise führen wird.