Meine Sustainability Challenge: MEHRBLICK – Ich sehe was, das du nicht siehst?!

Es ist sechs Uhr morgens, der Wecker klingelt. Aufstehen, für den Tag fertig machen, rasch noch die Brille auf und raus zur Arbeit. Seit über 15 Jahren trage ich nun eine Brille und die Möglichkeit, klar sehen zu können, ist für mich selbstverständlich. Doch eine Brille zu besitzen, die mit den richtigen Dioptrien meine Sehschwäche ausgleicht, ist leider nicht so selbstverständlich wie anfangs gedacht…

SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

In meinem Studiengang „Digital Transformation & Sustainability“ an der HSBA bekomme ich in dem Modul „Sustainability Challenge“ die Chance, vom Reden ins Handeln zu kommen. Die 17 Nachhaltigkeitsziele sind die Grundpfeiler des Studiengangs und daher war es mir wichtig, dass auch ich einen praktischen Beitrag für das Erreichen der Ziele leiste. Auf der Suche nach einer gemeinnützigen Organisation für meine Sustainabilty Challenge, bin ich schnell auf „MEHRBLICK – Brillen für Obdachlose und Bedürftige“ aufmerksam geworden.

„MEHRBLICK – Brillen für Obdachlose und Bedürftige“

2016 in Hamburg gegründet, hat es sich MEHRBLICK zum Ziel gemacht, Sehkraft für alle Menschen zu ermöglichen. Obdachlose und bedürftige Menschen können kostenlose mobile Brillen-Sprechstunden von MEHRBLICK wahrnehmen. Sie finden regelmäßig in einer der 25 verschiedenen Obdachloseneinrichtungen statt. Dort werden Sehtests durchgeführt und aus dem eigenen mitgebrachten Fundus recycelter Brillen das passgenauste Modell für die jeweilige Person ausgesucht. Die bereits getragenen Brillen werden an MEHRBLICK gespendet und von den MitarbeiterInnen gereinigt, vermessen und sortiert. Aktuell hat MEHRBLICK Standorte in Hamburg, Berlin und Hannover.

Dank ehrenamtlichen OptikerInnen und zahlreichen Freiwilligen, hat MEHRBLICK bereits über 3.100 Brillen (Stand 06/2021) an bedürftige Menschen verteilt. Doch damit ist es nicht getan – Für die regelmäßigen Brillen-Sprechstunden fallen kontinuierlich Fahrt- und Betriebskosten an. Auch ist ein optimaler Schutz einer Corona-Infektion aktuell essenziell, um die kostenlosen Brillen-Sprechstunden weiterhin zu ermöglichen. Dazu werden Einwegmasken, Desinfektionsmittel und Visiere benötigt. Auch wenn vieles ehrenamtlich erfolgt, ist MEHRBLICK neben Brillen-Spenden auch auf finanzielle Spenden angewiesen. Meine Aufgabe ist es gewesen, zusammen mit Christiane Faude-Grossmann, der Gründerin von MEHRBLICK, ein Konzept zu entwickeln, wie wir Unternehmensspenden generieren können.

Mein Beitrag

Unternehmen zu kontaktieren, MEHRBLICK vorzustellen und um Spenden zu bitten war uns zu wenig. Wir glauben daran, dass wir Hand in Hand mehr erreichen können. Mit diesem Grundgedanken haben wir zwei Videokonzepte entwickelt und umgesetzt. Die Videos sollen Unternehmen als Dankeschön für ihre Spende erhalten, welche wiederrum den Mitarbeitenden eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden können. In den Videos gibt eine Optikerin anschaulich Tipps, wie MitarbeiterInnen ihre Augen am Bildschirm besser schützen können.

Die Unternehmen dafür zu akquirieren, ist meine Aufgabe. Kontaktdaten und weitere hilfreiche Informationen zu mehreren Unternehmen habe ich bereits recherchiert, sodass im nächsten Schritt die Kontaktaufnahme erfolgt.

Zusammen obdachlosen und bedürftigen Menschen durch eine eigene Brille wieder mehr Lebensqualität schenken

Für mich ist klar – Eine Sehschwäche durch eine Brille ausgleichen zu können, ist nicht selbstverständlich. Durch MEHRBLICK habe ich die Chance bekommen hinter die Kulissen einer gemeinnützigen Organisation blicken zu dürfen. Ich verstehe nun, wie viel Planung, Leidenschaft und Zusammenhalt hinter einer Organisation steckt. Doch es ist all das wert, wenn man hört, wie dankbar Menschen mit einer passenden Brille sind.

Das Ziel „Sehkraft allen obdachlosen und bedürftigen Menschen zu ermöglich“ ist noch lange nicht erreicht. Doch gemeinsam können wir dem Ziel jeden Tag ein Stückchen näherkommen und Lebensqualität teilen.

Link zur Webseite von MEHRBLICK: https://www.mehrblick-hilft-sehen.de/

 

Kristina Verhasselt, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: bei der Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn

Natur und Landschaft als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln sowie die Artenvielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren, sind Ziele der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Gifhorn.

Dass das Erreichen dieser Ziele mit viel körperlichem Einsatz verbunden ist, habe ich im Rahmen meiner Sustainability Challenge erlebt. Tagelang hat mich beispielsweise der Muskelkater an das Beseitigen von Birken- und Kiefernanflug, sogenanntes Entkusseln, zum Erhalt von geschützten Biotopen, erinnert. Was bis heute geblieben ist, ist der Stolz, einen direkten Beitrag zum Naturschutz geleistet zu haben! Mein Einsatz begann mit dem Aufstellen von Schutzzäunen zu Beginn der Amphibienwanderungszeit sowie das Betreuen dieser Zäune. Im Video nehme ich dich auf diesen Teil meines Einsatzes mit:

Instagram Digistainables

 

Kaisu Hölter, Digistainable 2019

Photo: Unsplash @Jill Heyer

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: The Challenge of Sustainability - Die Kommunikation von Ehrenämtern

Ausgehend von Impulsen der Sustainability-Challenge-Einführung, den Vorstellungen der Challenges der Vorgänger Jahrgänge sowie, unseres Essays im Modul „Werte und Verhalten“ habe ich im Prozess der Schwerpunktfindung für die Auswahl der Challenge schon früh bei mir eine Entwicklung von SDG 1 zum SDG 15 gemerkt. Am liebsten würde ich alles sofort verändern und die Nöte dieser Welt begegnen, aber ich nehme wirklich immer mehr eine Veränderung in meinem Nachhaltigkeitsverständnis wahr.  Dies liegt vor allem daran, dass ich mehr und mehr begreife, dass die Essenz der Nachhaltigkeit aus dem Grundgedanken der Forstwirtschaft für mich persönlich sehr viel Sinn ergibt.  Dinge brauchen Zeit. Ein Boden muss auch mal brach liegen und man kann Menschen keine Meinung aufzwingen. Man darf sie inspirieren, dadurch, dass wir selbst etwas verstanden haben.

 

Folgendes SDGs wollte ich gerne in den Vordergrund stellen:

 

SDG 15 –  Life of Land 

Protect, restore and promote sustainable use of terrestrial ecosystems,

sustainably manage forests, combat desertification, and halt and reverse land degradation and halt biodiversity loss

 

In dem Zusammenhang habe ich mich mit Bio-Bauern, Naturschutzorganisation, Initiativen uwm. ausgetauscht, aber Coronabedingt habe ich hier leider nur Absagen erhalten.

So habe ich mich weiter auf die Suche gemacht und bin über eine Ehrenamtskoordination bei mir im Stadtteil auf einen Verein gestoßen, der sich im Schwerpunkt mit der ökologischen Nachhaltigkeit beschäftigt. Sie initiieren vielseitige Projekte, woraus dann neue und unabhängige Vereine entstehen können. Es war eine leichte Abwandlung von dem, was ich anfangs angestrebt habe, mit „draußen sein, Hände schmutzig machen und anpacken“, aber es traf dann doch den Kern – Relevante Nöte mit kreativen Lösungen zu begegnen.

 

Meine Aufgabe während der Challenge war zunächst im Background eines interkulturellen Bildungsprojektes zu unterstützen und eine Spendenkampagne über betterplace.org zu inserieren.  Auf Basis der dortigen Erfahrungswerte konnte ich feststellen, dass immer und überall helfende Hände gebraucht und gesucht werden. Daraufhin hat sich meine Challenge dahingehend entwickelt, dass ich auf das Thema Ehrenamt aufmerksam machen und mich dem Thema Kommunikation widmen wollte. Dazu habe ich mich mit dem Thema Podcast als Kommunikationsmedium beschäftigt und analysiert, ob es sinnvoll ist einen eigenen Podcast aufzusetzen. Als Ergebnis ergab sich eine mögliche Kooperation mit unserem schon etablierten HSBA-Podcast „Studentenfutter“. Zur Vorbereitung haben Vorabgespräche mit „Studentenfutter“ und Interviews mit den Studierenden des DTS über ihre Erfahrungswerte ihrer Challenges stattgefunden. Zitate daraus könnt ihr unten sehen. Dazu habe ich ein Grobkonzept und Interviewleitfäden verfasst und die Findings festgehalten.

 

Hätte die Kooperation mit Studentenfutter nicht zustande kommen können, hätte es die Möglichkeit gegeben über Instagram und einen IGTV die Findings zu platzieren. Zusätzlich stand das Medium „Radio“ in der Diskussion, welches durch die besonders weite Reichweite eine größere Zielgruppe erreichen kann.  Des Weiteren, war ein Gedanke, je nach Entwicklung, das Kommunikationsmedium „Website“ mithilfe einer Ist-Analyse zu untersuchen und eine Konzeption eines Relaunches in Hinblick auf die Kommunikation von Ehrenämtern zu erarbeiten. An all diesen Ansätzen wird deutlich, wie vielseitig Kommunikation stattfinden kann. Bei all den Gesprächen durfte ich aber feststellen, dass die lauteste Botschaft dann doch wir selbst sind und unsere Learnings aus dem was uns begegnet. Es ist nicht so sehr das „Wie“, sondern meist das „Woraus“, was bleibt.

 

Collage aus den Interviews des Jahrgangs DTS 19 zur Frage: „Einen eigenen Beitrag zu leisten heißt für mich?“

 

Den Podcast dazu findet ihr auf: Studentenfutter Episode 54 Über die Sustainability Challenge

Viel Spaß beim Anhören.

 

Saskia Harger, Digistainable 2019

Photo: Unsplash @Will Francis

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: Impfen gegen COVID-19

Wahrscheinlich haben wir uns das Jahr 2020 (und auch 2021) anders vorstellt…Und diese Zeit hat uns alle gefordert, aber hoffentlich auch alle gefördert. Um die Pandemie möglichst schnell zu beenden, ist es essenziell, dass möglichst viele Menschen gegen COVID-19 geimpft werden. Ein Impfangebot sollte es auch bei uns geben. Daher habe ich gemeinsam mit einem tollen Team aus Freiwilligen ein solches Angebot auf die Beine gestellt. Ich war positiv überrascht, wie viele Kollegen sich bereit erklärt haben, diese Aktion zu unterstützen und das alles neben ihrem eigentlichen Job.

Es gab viele Fragen zu berücksichtigen, wie z. B. wie viel Impfstoff werden wir bestellen können und wie lagern wir diesen, wie wird der Anmeldeprozess erfolgen, wie übermitteln wir die Daten an das RKI…. Doch dank agiler Arbeitsweisen und einem kompetenten Team haben wir es geschafft, schnell Lösungen zu entwickeln. Wir haben geeignete Kühlschränke beschaffen können, ein Terminbuchungs-Tool programmiert und unsere Konferenzzone in eine Impfstraße verwandelt. Ähnlich wie bei einem Impfzentrum hatten wir vor Ort einen Check-In. Dort wurden die Impflinge „eingecheckt“ und ihre entsprechenden Dokumente auf Vollständigkeit geprüft, um den Medizinischen Dienst zu entlasten. Anschließend ging es für die Impflinge in das Arztzimmer, um dort das Aufklärungsgespräch und die Impfung zu erhalten. Nach 15 Minuten im „Ruhebereich“ und einem erfolgreichen Check-Out durften die Impflinge (häufig mit einem zufriedenen Lächeln) wieder gehen. Der Check-In und Check-out wurde von freiwilligen Helfern aus unterschiedlichen Bereichen unterstützt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war, dass wir nur in „6er-Packs“ impfen konnten. Dementsprechend mussten die Impflinge auf die jeweiligen Tage verteilt werden. Gleichzeitig musste auch der zweite Impftermin passen. Insgesamt war es ein großes Puzzle an Impfterminen mit vielen „Wenn-Dann-Bedingungen“, welches glücklicherweise am Ende aufging.

Meine Aufgaben bei dieser Impfaktion waren sehr vielfältig. Zum einen war ich bei der gesamten Vorbereitung dabei und habe das Buchungs-Tool mitentwickelt. Zum anderen habe ich den Helfern beim Check-In und Check-Out das Tool erklärt, war jeden Tag als „Standort-Lead“ vor Ort und saß teilweise selbst am Check-In und Check-Out.

Inzwischen haben wir unsere Impfaktion erfolgreich abgeschlossen. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht! Es haben sich viele tolle Gespräche während dieser Zeit ergeben. Gleichzeitig macht es mich stolz, einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet und vielen Menschen geholfen zu haben.

 

Katharina Körber, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Meine Sustainability Challenge: bei Tatkräftig e.V.

Abgaben in der Uni, stressige Projekte bei der Arbeit – zeitlichen Druck kenne ich als Studierende eines berufsbegleitenden Masterstudiums nur zu gut. Der tatkräftig e. V. ermöglicht es Menschen, die sich unter anderem durch einen solchen Druck nicht dazu verpflichten können, sich regelmäßig zu engagieren, sich trotzdem ehrenamtlich einzubringen.

Ich persönlich hatte mir als Ziel für die Sustainability Challenge gesetzt, vor allem einen Beitrag im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit zu leisten. Meine Sustainability Challenge sollte also vor allem auf das SDG 16 Klimaschutz ausgerichtet sein. Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sind Bereiche, die mir sehr wichtig sind, die ich jedoch bis jetzt noch nicht durch ein Ehrenamt unterstützt habe.  Da tatkräftig Anfang 2021 die Initiative tatkräftig fürs Klima ins Leben gerufen hat, hat der Verein perfekt zu meiner Zielsetzung gepasst.

Meine tatkräftig Einsätze

Obwohl die Projekte mit ökologischem Fokus draußen stattfinden, hat die Coronapandemie die Einsatzmöglichkeiten erheblich eingeschränkt. Das Motto von tatkräftig lautet „1 Team, 1 Tag, 1 Ziel“ – und Teamarbeit ist schwierig, wenn Kontaktbeschränkungen gelten. Nach einer kleinen Corona-Zwangspause hat tatkräftig jedoch 1-Haushaltsprojekte ins Leben gerufen und ich konnte, begleitet von meinen Mitbewohnerinnen, den ersten Einsatz starten. Dabei konnten wir uns von der Initiative Plastich Utensilien zum Müll sammeln abholen und unseren eigenen Müllsammel-Spaziergang starten. Da dies kein klassisches Projekt mit einem Ziel ist, das an einem Tag erfüllt werden soll, konnte ich die Müllsammel-Spaziergänge immer wieder machen und mich sehr flexibel engagieren.

Ende Juni konnte ich dann endlich beim ersten „richtigen“ Projekt mitmachen. Der Verein Bergedorf im Wandel benötigte Unterstützung beim Bau eines Hochbeets und ein paar weiteren Arbeiten in einem urbanen Gemeinschaftsgarten. Bei Sonnenschein, guter Laune und begleitet von Mitgliedern des Vereins sowie weiteren Ehrenamtlichen von tatkräftig haben wir nicht nur das Hochbeet im Nu gebaut, sondern auch noch befüllt, bepflanzt und weitere Gartenarbeiten verrichtet.

Einen Monat später benötigte der Dernauer Treff, ein Angebot der alsterdorf assistenz ost gGmbH, Unterstützung bei der Renovierung ihrer Baumrundbank sowie bei der Gartenarbeit des Nachbarschaftstreffpunkts. Auch dort konnte ich tatkräftig mitwirken und beim Unkraut jäten sowie Abschleifen der Bank helfen.

Bei einem Projekt im Naturschutzgebiet Höltigbaum des Haus der wilden Weiden konnte ich mich bei der Biotoppflege einbringen. Dabei musste in das Naturschutzgebiet eingegriffen werden, damit der Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt. Deswegen mussten junge Bäume ausgegraben oder abgeschnitten werden. Bei dieser äußerst anstrengende Arbeit haben neben den Freiwilligen unterschiedlichster Initiativen außerdem einige Ranger mitgewirkt.

Fazit

Rückblickend bin ich froh, dass ich trotz der Coronabeschränkungen an meiner Wahl festgehalten habe, mich bei tatkräftig zu engagieren. Durch tatkräftig habe ich viele gemeinnützige Initiativen und Vereine in und um Hamburg kennengelernt, die alle auf unterschiedliche Weise wichtige Arbeit leisten. Außerdem kann ich mich auch in Zukunft bei tatkräftig engagieren, ohne direkt riesige, zeitliche Verpflichtungen einzugehen. Für mich ist das ein tolles, modernes Konzept des Ehrenamts!

 

Was ist tatkräftig e.V.?

Der tatkräftig e. V. ist ein Verein zur Förderung des freiwilligen Engagements. Er wurde 2012 gegründet und arbeitet heute mit über 200 Partnern aus dem sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich zusammen. Das Vereinsmotto „1 Team, 1 Tag, 1 Ziel“ ermöglicht es Menschen ein Ehrenamt auszuüben, ohne sich direkt langfristig zu binden. Auch Menschen, die noch keine Erfahrung mit einem Ehrenamt haben, können sich so engagieren und verschiedene Organisationen in und um Hamburg kennenlernen. Dadurch hilft tatkräftig den ersten Schritt ins Ehrenamt zu machen.

 

Antonia von der Beeck, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.


Konferenzeinladung: DIGISTAIN OUR FUTURE – Impulse für nachhaltig-digitale Macher*innen

Konferenzeinladung: DIGISTAIN OUR FUTURE – Impulse für nachhaltig-digitale Macher*innen

 

Neben der Digitalisierung wird seit Jahren der Ruf nach Nachhaltigkeit in sämtlichen Bereichen lauter – und nein: Einzig darauf zu achten, welche E-Mails man ausdruckt, reicht uns nicht. Wir, die Studierenden des MasterStudiengangs Digitale Transformation & Nachhaltigkeit finden, dass wir die globalen Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit ganzheitlich verstehen und neu denken müssen.  

Die Online-Konferenz DIGISTAIN OUR FUTURE rückt näher und die Spannung steigt – genauso wie die Zahl der Anmeldungen! Seien am 22. Februar 2021 ab 13.00 Uhr auch Sie dabei und freuen sich auf interessante Vorträge aus verschiedensten Perspektiven:

 

Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentieren wir wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit – kurz und knackig aufbereitet werden die Themen in 5- bis 10-minütigen Slots vorgetragen. Ideal für Inspiration und Gedankenfutter in der Mittags oder Kaffeepause!

Außerdem erwartet Dich ein inspirierender Gastvortrag:  Harald Neidhardt von futur/io berichtet aus seinen langjährigen Erfahrungen und teilt spannende Erkenntnisse aus dem World Economic Forum, sowie aus unzähligen Projekten. Erfahren Sie mehr zu den Themen EU-Citizenship,  exponentieller Technologie-Wandel und darüber, was wir für eine „Future-Proof“ Gemeinschaft tun müssen. 

 

Die Highlights der Veranstaltung zusammengefasst: 

  • Kurze Impulsvorträge
  • Ein spannender Gast
  • Wissenschaftlicher Anspruch
  • 100% Praxisbezug
  • Komplett online
  • Interaktives Format
  • Kostenlos

Neugierig geworden? Dann klicke jetzt auf den unverbindlichen Anmelde-Button:

DIGISTAIN OUR FUTURE – Impulse für nachhaltig-digitale Macher_innen – Events – Universe | DE

 

Wir freuen uns auf Dich!

 

Deine Digistainables

Jahrgang 2018

 

#SmartContracts #TheNewNormal #VirtuelleTeams #Degrowth #CustomerJourney
#CloudComputing #AgileOrganization #DesignThinking #ESGInvesting


Studie: CSR Online - eine Guideline für nachhaltiges Webseitendesign

Konzeption einer ökologisch nachhaltigen Webseite

Einordnung: Bereits zu Beginn des Studiums haben wir uns als Studiengang dazu entschlossen eine Webseite zu erstellen, um unser Wissen an einem Ort zu sammeln und öffentlich zur Verfügung zu stellen. Vorab wollten wir jedoch untersuchen, in welchem Ausmaß die Bereitstellung von Informationen online mit einem Energiebedarf und damit unweigerlich mit Schadstoffausstößen verbunden ist. Hierfür wurden in zwei aufeinander aufbauenden Projektarbeiten Webseiten auf ihre ökologischen Fußabdrücke untersucht sowie Handlungsempfehlungen zur Verringerung der CO2-Emissionen entwickelt. Aufbauend auf den Erkenntnissen wurde unsere eigene Webseite konzipiert.

 

Hintergrund:

Durch die wachsende Anzahl an Nutzern und Endgeräten pro Nutzer durch das Internet of Things stieg der allgemeine Datenverbrauch durch das Internet in den letzten Jahren immer drastischer an. Wie beim weltweiten Reiseverkehr oder der Nahrungsmittelversorgung werden auch bei der Nutzung des Internets bzw. dem Aufrufen von Webseiten CO2-Emissionen produziert. 2018 haben allein die globalen Informations- und Kommunikationstechnologien 33,1 Gt CO2 ausgestoßen. Um dem stetigen Wachstum an Nutzern und Daten gerecht zu werden, ist es elementar, dass die betroffenen Komponenten, die bei einem Webseitenaufruf Energie benötigen, möglichst effizient genutzt werden.

 

Wie entstehen CO2-Emissionen, wenn ich eine Webseite besuche?

Die Größe bzw. Schwere der Inhalte, die auf einer Webseite zur Verfügung gestellt werden, steht in direkter Abhängigkeit zum damit benötigten Energiebedarf und damit dem Ausstoß von Emissionen. Im Einzelnen sind die Emissionen auf drei Kategorien der ICT zurückzuführen:

  1. Datenzentren (anteilig 18 %),
  2. Telekommunikations-Netzwerke (anteilig 24 %) und
  3. Endgeräte (anteilig 58 %).

Alle Inhalte werden in verschiedenen Datenzentren auf der ganzen Welt gespeichert, um jederzeit abrufbar zu sein. Dies hat im Jahr 2018 zu einem Bedarf von 1.1096 tWh geführt. Das bedeutet, dass allein Datenzentren durch ihre zwingend notwendige unterbrechungsfreie Energieversorgung sowie deren Kühlungssysteme für 198 tWh verantwortlich gewesen sind. Heute wird immer mehr Wert darauf gelegt Datenzentren effizienter zu betreiben: Werden diese vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben, erhalten sie den Titel Green Hosts. Dadurch reduziert sich natürlich nicht ihr Energiebedarf – aber dafür um einen erheblichen Anteil die damit verbundenen Schadstoffemissionen. Die Telekommunikationsnetzwerke sind für den Datenaustausch zwischen Datenzentren und Endnutzergeräten zuständig. Abgerufen werden die Daten schlussendlich auf den Endgeräten, die für fast 60% der verbrauchten Energie und damit rund 638 tWh verantwortlich sind.

 

Worauf sollte ich bei der Konzeption meiner Webseite achten?

Für die Umsetzung und zur Konzeption unserer eigenen Webseite haben wir uns deshalb auf die Schwere und die damit verbundenen ausgestoßenen Emissionen pro Webseitenaufruf konzentriert. Gemäß unserer Berechnungen sorgt 1 MB durchschnittlich für 0,3471 g CO2 (unter Annahme der vollständigen Nutzung grauer Energie des globalen Energiemixes). Darum haben wir uns vor allem auf vier Hauptkategorien konzentriert, mit denen verschiedene Kernthesen verfolgt werden sollten: Optimierung der Leistungsfähigkeit, Strategie für die Bereitstellung der Inhalte, ein benutzerfreundliches Design sowie ein ökologisches Hosting.

 

Finale Handlungsempfehlung:

Vor allem geht es darum das Gleichgewicht zwischen einem ansprechenden Design, qualitativ hochwertigen Informationen und der Nachhaltigkeit zu finden. Im Zuge der Projektarbeiten wurde eine Checkliste entwickelt, die dabei helfen soll Webseiten nachhaltiger zu gestalten. Folgend finden Sie eine kleine Auswahl der gesammelten Tipps:

  • Die Sinnhaftigkeit der verschiedenen Elemente sollte überprüft werden. Einfache Einstellungen wie die Deaktivierung des automatischen Abspielens eins Videos können viel bezwecken. Außerdem können auch schon kleine Schritte wie die Nutzung einer Verlinkung anstatt einer Einbettung von Inhalten zu einer Reduktion der Schwere einer Webseite führen.
  • Sowohl der Code als auch unnötige Analyse-Tools sollten möglichst minimal eingesetzt und ggf. überarbeitet werden. Außerdem ist es für die Schwere der Webseite wichtig regelmäßig Updates durchzuführen.
  • Es wird empfohlen auf Datenzentren zu wechseln, die mittels erneuerbarer Energien betrieben werden, denn: Jeder digitale Inhalt, auf den zugegriffen werden kann, benötigt ständig Energie.
  • Die produzierten Inhalte sollten auf die Bedürfnisse des Publikums angepasst werden. Dafür ist vor allem eine klare Strategie für die Veröffentlichung von Inhalten notwendig. Hilfreich ist es außerdem, wenn auf der ersten Seite die Botschaft der Webseite zu finden ist. Durch das intelligente Einsetzen von Analyse-Tools kann die Webseite und vor allem auch die Nutzerfreundlichkeit für den User verbessert werden.

 

Alle Hintergrundinformationen, Berechnungen und zusätzliche weiterführende Tipps bald hier zum Nachlesen, im Handbook of Climate Change Management (Springer):

Corporate Social Responsibility Online: Designing high-performance Websites simultaneously reducing their CO2-Emission Impact

 

Alena Werner – Digistainable 2018


Quellen

BCG. 2012. ICT Solutions for 21st Century Challenges. The Role of ICT in Driving a Sustainable Future. http://imagesrc.bcg.com/Images/SMARTer_2020_The_Role_of_ICT_in_Driving_a_Sustainable_Future_December_2012_tcm9-101095.pdf (accessed May 30, 2019).

Cisco. „Cisco Visual Networking Index: Forecast and Trends, 2017–2022.“ Cisco Visual Networking Index: Forecast and Trends, 2017–2022 White Paper. February 27, 2019. https://www.cisco.com/c/en/us/solutions/collateral/service-provider/visual-networking-index-vni/white-paper-c11-741490.pdf (accessed January 16, 2020).

Costenaro, David; Duer, Anthony. 2012. American Council for an Energy-Efficient Economy. The Megawatts behind Your Megabytes: Going from Data-Center to Desktop. https://aceee.org/files/proceedings/2012/data/papers/0193-000409.pdf (accessed May 30, 2019).

Geringer, T., Wendt, S., Hensel-Börner, S. (im Druck): Corporate Social Responsibility Online: Designing high-performance Websites simultaneously reducing their CO2-Emission Impact. In: Handbook of Climate Change Management. Herausgegeben von Leal Filho, W., Luetz, J. M., Ayal, D. Kapitel 160-1. Basel: Springer Int.

IEA. 2019a. Tracking Buildings. https://www.iea.org/reports/tracking-buildings/data-centres-and-datatransmission-networks (accessed Jan 18, 2020).

IEA. 2019b. Global Energy & CO2 Status Report 2019. https://www.iea.org/reports/global-energy-and-co2-status-report-2019 (accessed Jan 18, 2020).

The Shift Project. 2019. Lean ICT. Towards Digital Sobriety. https://theshiftproject.org/wp-content/uploads/2019/03/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf (accessed Dec 22, 2019).

United Nations. 2019. Digital Economy Report 2019. https://unctad.org/en/PublicationsLibrary/der2019_en.pdf (accessed Jan 18, 2020).


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge beim Ökowerk Emden

Seit Oktober 2018 studiere ich mit meinen Kommilitonen Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der Hamburg School of Business Administration (HSBA). Zwei Themen, die im ersten Moment nicht weiter auseinanderliegen, könnten, aber bei näherem Hinschauen nicht besser zusammenpassen. Meine Aktivitätsspende für die nachhaltige Entwicklung durfte ich eine sonnige Oktoberwoche im Ökowerk in Emden verbringen. Den ersten Kontakt zum Ökowerk hatte ich über einen Bericht des NDRs, der auch in der Mediathek abgerufen werden kann.

Das Ökowerk in Emden ist ein regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) an der Emsmündung in Ostfriesland. Als regionales Umweltbildungszentrum bietet das Ökowerk im Emden erlebnisorientierte Umweltbildung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung an.  Schulklassen können das Gelände im Stadtteil Borsum der Hafenstadt Emden besuchen und dort gemeinsam mit den Pädagogen des Ökowerks beispielsweise Dinge über Wildkräuter oder Gewässerökologie lernen. Darüber hinaus ist das Ökowerk Emden Partner im internationalen Projekt SalFar (Saline farming), indem auch 14 weitere Projektpartner aus sieben verschiedenen Nordseestaaten, wie z. B. Norwegen, Dänemark oder den Niederlanden zusammenarbeiten. Ziel ist es, in diesem Zusammenschluss zu erforschen, wie mit der Versalzung von Böden umgegangen werden kann. Dies ist eine Folge des Anstieges des Meeresspiegels, was insbesondere in Ostfriesland eine große zukünftige Herausforderung darstellt. In Emden werden dazu Halophyten, also salztolerante Pflanzen, angebaut und für die Weiternutzung erforscht werden. Natürlich wurden die Halophyten auch probiert und werden zum Teil bereits für Gäste zu einem Salat verarbeitet. Damit sind diese vielleicht bald nicht mehr nur in Emden, sondern auch in Hamburg zu probieren.

 

Auch für Umweltbildungszentren spielt die digitale Transformation eine wichtige Rolle und dort kommt die digitale Transformation und die Nachhaltigkeit in meinem Beispiel zusammen. Im Rahmen meiner Aktivitätsspende durfte ich dabei unterstützen, die Inhalte nach außen zu tragen und tatkräftige bei der Website des Ökowerks Emden unterstützen. Das Umweltbildungszentrum lebt davon, dass das Wissen und die Projekte nach außen getragen werden. Dabei geht es im Kern auch darum, über die Projekte zu informieren und aufzuklären. Ganz konkret ging es in meiner Aktivitätsspende darum, einen kleinen Beitrag zur digitalen Transformation des Bildungsangebotes zu leisten und die Projektinhalte, Videos und Beiträge auch auf die Website zu bringen. Damit bekommen Interessierte die Möglichkeit, sich selbst über Angebote und konkrete Projekte zu informieren. Ich selber durfte im Ökowerk kennenlernen, wie Blasentang am Deich gesammelt und im Anschluss verarbeitet wird, um daraus Dünger herzustellen, oder wie die Halophyten auf dem Gelände angebaut werden.

Ich freue mich sehr, dadurch ein kleiner Beitrag geleistet haben zu können, im Vergleich zu der großartigen Arbeit, die das Ökowerk Emden jeden Tag leistet. Was ich persönlich durch meinen Besuch mitgenommen habe, ist das, was ich selbst vor Ort lernen konnte. Beispielsweise wie angewandte nachhaltige Entwicklung aussieht. Wer sich davon selber ein Bild machen möchte, kann das Ökowerk Emden auf der Website oder vor Ort in Emden besuchen.

 


Philipp Michael, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST DAS ÖKOWERK EMDEN?

Das Ökowerk in Emden ist ein regionales Umweltbildungszentrum an der Ems in Niedersachsen. Im Umweltbildungszentrum können Kinder aber auch Erwachsene die Natur hautnah erleben. Für Gruppen und Schulklassen gibt es ein großes Angebot an pädagogischen Programmen. Besonders ist das POMARIUM FRISIAE, also der friesische Obstgarten, mit über 600 verschiedenen Apfelsorten und über 220 Birnen- und Pflaumensorten.

 

Erfahre mehr und unterstütze selbst: https://oekowerk-emden.de.


Es geht auch anders: Reinventing Organizations

„You never change things by fighting the existing reality. To change something, build a new model that makes the existing model obsolet.“ – Richard Buckminster Fuller

 

Frederic Laloux hat kein neues Modell erfunden, aber er zeigt in seinem Buch Reinventing Organizations auf, dass dieses neue Modell bereits existiert. Das erste Mal mit Reinventing Organizations bin ich in meinen Sommerferien 2020 in Berührung gekommen. Eine Woche in Värmland, Schweden, weit weg von Egos und Sinnlosigkeit ist mir klar geworden: Es geht auch anders.

 

Anhand von Beobachtungen in verschiedenen Unternehmen beschreibt Laloux diese neue Form von Organisationen. Dabei bedient er sich dem Kompetenzmodell von Ken Wilber. In diesem wird von Entwicklungsstadien in der Menschheitsentwicklung ausgegangen, die sich auch auf unser Bewusstsein auswirken. Dabei wird die Entwicklung von Organisationen in ein Farbschema aufgeteilt: Aus Organisationen mit einer autoritären Führung und Hierarchien (Rot/Bernstein) entwickeln sich leistungsorientierte Organisationen (Orange) und später Organisationen (Grün), die durch Werte und gemeinsames Handeln dominiert sind. Als nächster Entwicklungsschritt sind es die Teal (Türkis) Organisationen, die eine integrale evolutionäre Weltsicht einnehmen. Zu den Unternehmen, die sich Laloux angeschaut hat, gehören zum Beispiel Heiligenfeld (Berlin, Deutschland), Patagonia (USA), AEZ (USA) oder das bekanntestes Beispiel Buurtzorg (Niederlande). Laloux beschreibt dabei drei Merkmale, die er bei den Teal Organisationen beobachten konnte: Selbstorganisation, evolutionärer Sinn und die Ganzheitlichkeit der Mitarbeiter:innen. (Vgl. Laloux, 2015 S. 13 – 56)

 

Teal Organisationen sind frei von Hierarchien und bestehen aus selbstorganisierten Teams. Dabei übernehmen Mitglieder:innen aus diesen Teams auch die klassischen Aufgaben einer Führungskraft. Allerdings hat nicht ein Mitglied alle Aufgaben, sondern diese sind auf verschiedene Mitglieder:innen verteilt. Auch Entscheidungen sind nicht mehr die Aufgabe einzelner Mitarbeiter:innen, sondern das Ergebnis der kollektiven Intelligenz und des Sinns eines Teams. Während alle Organisationen die Selbstorganisation teilen, unterscheidet sich der Prozess, wie Entscheidungen getroffen werden. Eine Art ist der Beraterprozess. Bei diesem Vorgehen kann jede:r Mitarbeiter:in Entscheidungen treffen – unabhängig davon, welche Rolle in einer Organisation ausgefüllt wird. Es gilt dennoch die Regel, dass die Meinung der Kolleg:innen eingeholt werden muss. Damit wird nicht mehr durch die Führungskraft entschieden, welcher Laptop bestellt wird, sondern die Entscheidung, welcher Laptop angeschafft wird, durch die kollektive Erfahrung aller betroffenen Mitarbeiter:innen gefällt. (Vgl. Laloux, 2015 S. 99 – 107)

 

Kollektiv entwickelt sich auch der Sinn (Purpose) einer Teal Organisation. Laloux beschreibt diesen Prozess als evolutionären Sinn, der sich aus der Organisation selbst heraus entwickelt. Dabei unterliegen nicht nur langfristige Ziele diesem Sinn, sondern im besten Falle alle Entscheidungen. Damit wird die Ausrichtung der Organisation nicht in Meetings des Managements festgelegt und über die Hierarchien nach untern kommuniziert, sondern durch jede Entscheidung entwickelt sich dieser Sinn von unten nach oben. Bereits Fridjof Bergmann beschreibt in seinem Buch New Work New Culture die „Poverty of Desire“ und damit den Zustand der Menschen, die einem vorgeschriebenen Zweck folgen. Dadurch, dass in Teal Organisationen dieser Sinn nicht vorgegeben wird, können Mitarbeiter:innen ihren eigenen Vorstellungen folgen und dadurch einen Beitrag dazu leisten, wie sich der Sinn der Organisation entwickelt. Im Sinne der agilen Entwicklung entsteht somit aus vielen kleinen Teilen ein großes Ganzes. (Vgl. Laloux, 2015 S. 202 – 219)

 

Dem eigenen Sinn zu folgen trägt auch zur Ganzheitlichkeit der Mitarbeiter:innen bei und ist die dritte Beobachtung von Laloux. Vertrauen und Selbstverwirklichung ersetzen Politik und Egos in Teal Organisationen. In Meetings steht heute noch zu häufig das Ego einzelner Mitarbeiter:innen im Vordergrund und stellt damit die Organisation in den Hintergrund. Entscheidungen werden dann nicht mehr danach getroffen, welche Entscheidung die beste für ein Unternehmen ist, sondern welches Ergebnis dem Ego am besten dient. Dies endet darin, dass wir uns von unserem eigenen Verhalten entfremden. Ein Zeichen kann schon sein, wenn im Büro Arbeitskleidung getragen wird und nicht mehr der Pullover vom Wochenende, um sich nicht angreifbar zu machen. (Vgl. Laloux, 2015 S. 167 – 188)

 

Organisationen entwickeln sich heute in der Regel noch nicht von alleine weiter. Es bedarf dazu Menschen, die diese Entwicklung vordenken und ihre Organisation weiterentwickeln, also Mitarbeiter:innen, Kolleg:innen, dazu befähigen, nach diesem Modell zu arbeiten. Inspiriert durch diese neue Welt habe ich für mich kleine Aspekte in meinen Arbeitsalltag mitgenommen, um diese Entwicklung anzustoßen. Eine Methode, die sich bewährt hat, sind Check-Ins. Aus dem agilen Projektmanagement sind Check-Ins einigen vielleicht schon bekannt, aber auch im klassischen Umfeld zeigt sich, dass diese Check-Ins Wunder bewirken können. Alleine durch kurze informelle Fragen zu Beginn eines Meetings wird die Persönlichkeit wieder zurück in den Alltag gebracht. Aber auch Stimmungen, Einstellungen und Inspirationen können geteilt werden, um danach in eine neue Welt aufzubrechen.

 

Seitdem ich das Buch Reinventing Organizations gelesen habe, habe ich es fast immer am Arbeitsplatz, um bei Gelegenheit zu verschiedenen Themen nachzulesen, wie es auch anders gehen kann. Damit liefert Laloux nicht nur Inspirationen für Meetings, sondern auch wie das Marketing oder die Zusammenarbeit mit Lieferanten neugestaltet werden kann. Für einen ersten Einblick kann ich außerdem den Youtubekanal Reinventing Organizations empfehlen, wo Frederic Laloux zusätzliche Einblicke und viele Beispiele aus der Praxis liefert. Für den Weg zur Arbeit oder eine Pause zwischendurch lohnt sich außerdem der Podcast Brave New Work von The Ready z.B. auf Spotify. In den verschiedenen Folgen werden spezifische Themen besprochen. Außerdem startet jede Episode mit einem Check-In, was mir persönlich viel Freude bereitet.

 

Philipp Michael, Digistainable 2018


Quellen:

Laloux, Frederic: Reinventing Organizations. A Guide to Creating Organizations, Nelson Parker, 2015

Bergmann Frithjof: New Work New Culture. Work we want and culture that strengthens us, Zero Books, 2018


Nachhaltige Entwicklung im Onlinehandel. Wird der Onlinehandel grün?

Erneut gibt es für den Onlinehandel ein deutliches Umsatzwachstum im Jahr 2019 zu verzeichnen. Der Treiber dafür ist nicht allein der tiefere Geldbeutel der Konsumenten. Zum einen sorgt die voranschreitende Digitalisierung im Smartphone Sektor für eine geringere Zugriffsschwelle im Online-Shopping und zum anderen wächst die onlineaffine Generation aus ihren Kinderschuhen zu einer kaufkräftigen Altersgruppe heran. (Handelsverband Deutschland, 2020, S. 3) Studien zeigen, dass der noch aktuell herrschende Löwenanteil des Umsatzes im stationären Handel im Jahr 2040 ausbleibt und demgemäß rund 95 Prozent aller Käufe online getätigt werden (Nasdaq, 2017).

Zur selben Zeit wird einem vor Augen geführt, mit welchen Engagement und Einsatz die junge onlineaffine Generation sich für das Thema der Nachhaltigkeit einsetzt. Die soziale Bewegung „Fridays for Future“ verdeutlicht diese Entschlossenheit, dass allein das Diskutieren und Auseinandersetzten mit dem Klimawandel nicht ausreicht, sondern jeder Mensch dazu verpflichtet ist, aktiv und tätig zu werden. Auch neben Corona zeigt die globale Bewegung weiterhin Präsenz –  online statt auf der Straße. Die aktuellste Publikation im Bereich Umweltbewusstsein des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zeigt auf, dass rund zwei Drittel Umwelt und Klimaschutz als eine sehr wichtige Herausforderung einschätzen (BMU, 2019, S. 17). Hinzu kommt, dass die junge Generation gegenüber der Umwelt über ein sehr ausgeprägtes Problembewusstsein verfügt und ein umweltschützendes Verhalten im Konsum zu erkennen ist (Umweltbundesamt, 2014, S. 4). Im Anbetracht unserer Altersstruktur in Deutschland, wird sich mit dem steigendem Anteil dieser Generation das Umweltbewusstsein und -verhalten verändern.

Das global-politische Thema macht auch vor dem Onlinehandel keinen Halt. Negative Schlagzeilen sind uns zu Hauf‘ bekannt. Verpackungsmüll, lange Transportwege und die hohe Anzahl an Retouren die zu hohen CO2-Emission führen, werden zunehmend hinterfragt. Laut einem britischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts legen mittlerweile 60 Prozent der Deutschen großen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit beim Online-Einkauf. Noch deutlicher sind die Zahlen bei der Liefermethode. Hier würden circa 86 Prozent eine ökologisch nachhaltigere Liefermethode wählen. (Hörmann, 2020) Entsprechend der ernsthaften Trendwende führt die Nachfrage der Konsumenten zu einer Handlungsnotwendigkeit der Händler. Onlinegiganten wie Zalando und Amazon zeigen ihren Einsatz durch zum Beispiel klimaneutrale Zustellungen von Paketen. Aber auch kleinere Händler stellen zunehmend die „grünen“ Optionen des Onlineeinkaufs in den Vordergrund. Dabei werden explizit die Themen aufgegriffen, die bereits bekannt für eine hohe CO2-Bilanz sind.

Nicht zuletzt sollte jeder einzelne sein Verhaltensmuster hinterfragen. Die heranwachsende Generation ist ein gutes Beispiel für ein starkes Bewusstsein für die Nachhaltigkeit. Jetzt liegt es an uns den Sinneswandel in einen Verhaltenswandel zu übertragen. Dabei ist es gar nicht so schwierig auf folgende Punkte beim Online-Einkauf zu achten:

  1. Pakete versuchen zu bündeln.
  2. Keine Expressbestellungen oder Same-Day-Lieferungen.
  3. Rücksendungen eindämmen.
  4. Transportmethoden beachten.
  5. Versuchen das Paket zu Hause entgegenzunehmen.
  6. Auf die Verpackungsart achten.
  7. Nach Informationen zu Umwelt- und Sozialstandards Ausschau halten.

 

Tim Geringer, Digistainable 2018


Quellen:

BMU. (2019). Umweltbewusstsein in Deutschland 2018. Abgerufen am 28. Januar 2021 von BMU: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/umweltbewusstsein_2018_bf.pdf

Handelsverband Deutschland. (2020). HDE Online-Monitor. Abgerufen am 28. Januar 2021 von HDE Handelsverband Deutschland: https://einzelhandel.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=10433

Hörmann, W. (2020). Nachhaltigkeit: Der Onlinehandel wird grün. Abgerufen am 28. Januar 2021 von t3n: https://t3n.de/news/nachhaltigkeit-onlinehandel-1241585/

Nasdaq. (2017). Nasdaq. Abgerufen am 28. Januar 2021 von UK Online Shopping and E-Commerce Statistics for 2017: https://www.nasdaq.com/articles/uk-online-shopping-and-e-commerce-statistics-2017-2017-03-14

Umweltbundesamt. (2014). Umweltbewusstsein in Deutschland 2014. Vertiefungsstudie: Umweltbewusstsein und Umweltverhalten junger Menschen. Abgerufen am 28. Januar 2021 von Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/texte_77_2015_umweltbewusstsein_in_deutschland_2014_vertiefungsstudie.pdf