Konferenzeinladung: DIGISTAIN OUR FUTURE – Impulse für nachhaltig-digitale Macher*innen

Konferenzeinladung: DIGISTAIN OUR FUTURE – Impulse für nachhaltig-digitale Macher*innen

 

Neben der Digitalisierung wird seit Jahren der Ruf nach Nachhaltigkeit in sämtlichen Bereichen lauter – und nein: Einzig darauf zu achten, welche E-Mails man ausdruckt, reicht uns nicht. Wir, die Studierenden des MasterStudiengangs Digitale Transformation & Nachhaltigkeit finden, dass wir die globalen Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit ganzheitlich verstehen und neu denken müssen.  

Die Online-Konferenz DIGISTAIN OUR FUTURE rückt näher und die Spannung steigt – genauso wie die Zahl der Anmeldungen! Seien am 22. Februar 2021 ab 13.00 Uhr auch Sie dabei und freuen sich auf interessante Vorträge aus verschiedensten Perspektiven:

 

Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentieren wir wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit – kurz und knackig aufbereitet werden die Themen in 5- bis 10-minütigen Slots vorgetragen. Ideal für Inspiration und Gedankenfutter in der Mittags oder Kaffeepause!

Außerdem erwartet Dich ein inspirierender Gastvortrag:  Harald Neidhardt von futur/io berichtet aus seinen langjährigen Erfahrungen und teilt spannende Erkenntnisse aus dem World Economic Forum, sowie aus unzähligen Projekten. Erfahren Sie mehr zu den Themen EU-Citizenship,  exponentieller Technologie-Wandel und darüber, was wir für eine „Future-Proof“ Gemeinschaft tun müssen. 

 

Die Highlights der Veranstaltung zusammengefasst: 

  • Kurze Impulsvorträge
  • Ein spannender Gast
  • Wissenschaftlicher Anspruch
  • 100% Praxisbezug
  • Komplett online
  • Interaktives Format
  • Kostenlos

Neugierig geworden? Dann klicke jetzt auf den unverbindlichen Anmelde-Button:

DIGISTAIN OUR FUTURE – Impulse für nachhaltig-digitale Macher_innen – Events – Universe | DE

 

Wir freuen uns auf Dich!

 

Deine Digistainables

Jahrgang 2018

 

#SmartContracts #TheNewNormal #VirtuelleTeams #Degrowth #CustomerJourney
#CloudComputing #AgileOrganization #DesignThinking #ESGInvesting


Studie: CSR Online - eine Guideline für nachhaltiges Webseitendesign

Konzeption einer ökologisch nachhaltigen Webseite

Einordnung: Bereits zu Beginn des Studiums haben wir uns als Studiengang dazu entschlossen eine Webseite zu erstellen, um unser Wissen an einem Ort zu sammeln und öffentlich zur Verfügung zu stellen. Vorab wollten wir jedoch untersuchen, in welchem Ausmaß die Bereitstellung von Informationen online mit einem Energiebedarf und damit unweigerlich mit Schadstoffausstößen verbunden ist. Hierfür wurden in zwei aufeinander aufbauenden Projektarbeiten Webseiten auf ihre ökologischen Fußabdrücke untersucht sowie Handlungsempfehlungen zur Verringerung der CO2-Emissionen entwickelt. Aufbauend auf den Erkenntnissen wurde unsere eigene Webseite konzipiert.

 

Hintergrund:

Durch die wachsende Anzahl an Nutzern und Endgeräten pro Nutzer durch das Internet of Things stieg der allgemeine Datenverbrauch durch das Internet in den letzten Jahren immer drastischer an. Wie beim weltweiten Reiseverkehr oder der Nahrungsmittelversorgung werden auch bei der Nutzung des Internets bzw. dem Aufrufen von Webseiten CO2-Emissionen produziert. 2018 haben allein die globalen Informations- und Kommunikationstechnologien 33,1 Gt CO2 ausgestoßen. Um dem stetigen Wachstum an Nutzern und Daten gerecht zu werden, ist es elementar, dass die betroffenen Komponenten, die bei einem Webseitenaufruf Energie benötigen, möglichst effizient genutzt werden.

 

Wie entstehen CO2-Emissionen, wenn ich eine Webseite besuche?

Die Größe bzw. Schwere der Inhalte, die auf einer Webseite zur Verfügung gestellt werden, steht in direkter Abhängigkeit zum damit benötigten Energiebedarf und damit dem Ausstoß von Emissionen. Im Einzelnen sind die Emissionen auf drei Kategorien der ICT zurückzuführen:

  1. Datenzentren (anteilig 18 %),
  2. Telekommunikations-Netzwerke (anteilig 24 %) und
  3. Endgeräte (anteilig 58 %).

Alle Inhalte werden in verschiedenen Datenzentren auf der ganzen Welt gespeichert, um jederzeit abrufbar zu sein. Dies hat im Jahr 2018 zu einem Bedarf von 1.1096 tWh geführt. Das bedeutet, dass allein Datenzentren durch ihre zwingend notwendige unterbrechungsfreie Energieversorgung sowie deren Kühlungssysteme für 198 tWh verantwortlich gewesen sind. Heute wird immer mehr Wert darauf gelegt Datenzentren effizienter zu betreiben: Werden diese vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben, erhalten sie den Titel Green Hosts. Dadurch reduziert sich natürlich nicht ihr Energiebedarf – aber dafür um einen erheblichen Anteil die damit verbundenen Schadstoffemissionen. Die Telekommunikationsnetzwerke sind für den Datenaustausch zwischen Datenzentren und Endnutzergeräten zuständig. Abgerufen werden die Daten schlussendlich auf den Endgeräten, die für fast 60% der verbrauchten Energie und damit rund 638 tWh verantwortlich sind.

 

Worauf sollte ich bei der Konzeption meiner Webseite achten?

Für die Umsetzung und zur Konzeption unserer eigenen Webseite haben wir uns deshalb auf die Schwere und die damit verbundenen ausgestoßenen Emissionen pro Webseitenaufruf konzentriert. Gemäß unserer Berechnungen sorgt 1 MB durchschnittlich für 0,3471 g CO2 (unter Annahme der vollständigen Nutzung grauer Energie des globalen Energiemixes). Darum haben wir uns vor allem auf vier Hauptkategorien konzentriert, mit denen verschiedene Kernthesen verfolgt werden sollten: Optimierung der Leistungsfähigkeit, Strategie für die Bereitstellung der Inhalte, ein benutzerfreundliches Design sowie ein ökologisches Hosting.

 

Finale Handlungsempfehlung:

Vor allem geht es darum das Gleichgewicht zwischen einem ansprechenden Design, qualitativ hochwertigen Informationen und der Nachhaltigkeit zu finden. Im Zuge der Projektarbeiten wurde eine Checkliste entwickelt, die dabei helfen soll Webseiten nachhaltiger zu gestalten. Folgend finden Sie eine kleine Auswahl der gesammelten Tipps:

  • Die Sinnhaftigkeit der verschiedenen Elemente sollte überprüft werden. Einfache Einstellungen wie die Deaktivierung des automatischen Abspielens eins Videos können viel bezwecken. Außerdem können auch schon kleine Schritte wie die Nutzung einer Verlinkung anstatt einer Einbettung von Inhalten zu einer Reduktion der Schwere einer Webseite führen.
  • Sowohl der Code als auch unnötige Analyse-Tools sollten möglichst minimal eingesetzt und ggf. überarbeitet werden. Außerdem ist es für die Schwere der Webseite wichtig regelmäßig Updates durchzuführen.
  • Es wird empfohlen auf Datenzentren zu wechseln, die mittels erneuerbarer Energien betrieben werden, denn: Jeder digitale Inhalt, auf den zugegriffen werden kann, benötigt ständig Energie.
  • Die produzierten Inhalte sollten auf die Bedürfnisse des Publikums angepasst werden. Dafür ist vor allem eine klare Strategie für die Veröffentlichung von Inhalten notwendig. Hilfreich ist es außerdem, wenn auf der ersten Seite die Botschaft der Webseite zu finden ist. Durch das intelligente Einsetzen von Analyse-Tools kann die Webseite und vor allem auch die Nutzerfreundlichkeit für den User verbessert werden.

 

Alle Hintergrundinformationen, Berechnungen und zusätzliche weiterführende Tipps bald hier zum Nachlesen, im Handbook of Climate Change Management (Springer):

Corporate Social Responsibility Online: Designing high-performance Websites simultaneously reducing their CO2-Emission Impact

 

Alena Werner – Digistainable 2018


Quellen

BCG. 2012. ICT Solutions for 21st Century Challenges. The Role of ICT in Driving a Sustainable Future. http://imagesrc.bcg.com/Images/SMARTer_2020_The_Role_of_ICT_in_Driving_a_Sustainable_Future_December_2012_tcm9-101095.pdf (accessed May 30, 2019).

Cisco. „Cisco Visual Networking Index: Forecast and Trends, 2017–2022.“ Cisco Visual Networking Index: Forecast and Trends, 2017–2022 White Paper. February 27, 2019. https://www.cisco.com/c/en/us/solutions/collateral/service-provider/visual-networking-index-vni/white-paper-c11-741490.pdf (accessed January 16, 2020).

Costenaro, David; Duer, Anthony. 2012. American Council for an Energy-Efficient Economy. The Megawatts behind Your Megabytes: Going from Data-Center to Desktop. https://aceee.org/files/proceedings/2012/data/papers/0193-000409.pdf (accessed May 30, 2019).

Geringer, T., Wendt, S., Hensel-Börner, S. (im Druck): Corporate Social Responsibility Online: Designing high-performance Websites simultaneously reducing their CO2-Emission Impact. In: Handbook of Climate Change Management. Herausgegeben von Leal Filho, W., Luetz, J. M., Ayal, D. Kapitel 160-1. Basel: Springer Int.

IEA. 2019a. Tracking Buildings. https://www.iea.org/reports/tracking-buildings/data-centres-and-datatransmission-networks (accessed Jan 18, 2020).

IEA. 2019b. Global Energy & CO2 Status Report 2019. https://www.iea.org/reports/global-energy-and-co2-status-report-2019 (accessed Jan 18, 2020).

The Shift Project. 2019. Lean ICT. Towards Digital Sobriety. https://theshiftproject.org/wp-content/uploads/2019/03/Lean-ICT-Report_The-Shift-Project_2019.pdf (accessed Dec 22, 2019).

United Nations. 2019. Digital Economy Report 2019. https://unctad.org/en/PublicationsLibrary/der2019_en.pdf (accessed Jan 18, 2020).


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge beim Ökowerk Emden

Seit Oktober 2018 studiere ich mit meinen Kommilitonen Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der Hamburg School of Business Administration (HSBA). Zwei Themen, die im ersten Moment nicht weiter auseinanderliegen, könnten, aber bei näherem Hinschauen nicht besser zusammenpassen. Meine Aktivitätsspende für die nachhaltige Entwicklung durfte ich eine sonnige Oktoberwoche im Ökowerk in Emden verbringen. Den ersten Kontakt zum Ökowerk hatte ich über einen Bericht des NDRs, der auch in der Mediathek abgerufen werden kann.

Das Ökowerk in Emden ist ein regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) an der Emsmündung in Ostfriesland. Als regionales Umweltbildungszentrum bietet das Ökowerk im Emden erlebnisorientierte Umweltbildung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung an.  Schulklassen können das Gelände im Stadtteil Borsum der Hafenstadt Emden besuchen und dort gemeinsam mit den Pädagogen des Ökowerks beispielsweise Dinge über Wildkräuter oder Gewässerökologie lernen. Darüber hinaus ist das Ökowerk Emden Partner im internationalen Projekt SalFar (Saline farming), indem auch 14 weitere Projektpartner aus sieben verschiedenen Nordseestaaten, wie z. B. Norwegen, Dänemark oder den Niederlanden zusammenarbeiten. Ziel ist es, in diesem Zusammenschluss zu erforschen, wie mit der Versalzung von Böden umgegangen werden kann. Dies ist eine Folge des Anstieges des Meeresspiegels, was insbesondere in Ostfriesland eine große zukünftige Herausforderung darstellt. In Emden werden dazu Halophyten, also salztolerante Pflanzen, angebaut und für die Weiternutzung erforscht werden. Natürlich wurden die Halophyten auch probiert und werden zum Teil bereits für Gäste zu einem Salat verarbeitet. Damit sind diese vielleicht bald nicht mehr nur in Emden, sondern auch in Hamburg zu probieren.

 

Auch für Umweltbildungszentren spielt die digitale Transformation eine wichtige Rolle und dort kommt die digitale Transformation und die Nachhaltigkeit in meinem Beispiel zusammen. Im Rahmen meiner Aktivitätsspende durfte ich dabei unterstützen, die Inhalte nach außen zu tragen und tatkräftige bei der Website des Ökowerks Emden unterstützen. Das Umweltbildungszentrum lebt davon, dass das Wissen und die Projekte nach außen getragen werden. Dabei geht es im Kern auch darum, über die Projekte zu informieren und aufzuklären. Ganz konkret ging es in meiner Aktivitätsspende darum, einen kleinen Beitrag zur digitalen Transformation des Bildungsangebotes zu leisten und die Projektinhalte, Videos und Beiträge auch auf die Website zu bringen. Damit bekommen Interessierte die Möglichkeit, sich selbst über Angebote und konkrete Projekte zu informieren. Ich selber durfte im Ökowerk kennenlernen, wie Blasentang am Deich gesammelt und im Anschluss verarbeitet wird, um daraus Dünger herzustellen, oder wie die Halophyten auf dem Gelände angebaut werden.

Ich freue mich sehr, dadurch ein kleiner Beitrag geleistet haben zu können, im Vergleich zu der großartigen Arbeit, die das Ökowerk Emden jeden Tag leistet. Was ich persönlich durch meinen Besuch mitgenommen habe, ist das, was ich selbst vor Ort lernen konnte. Beispielsweise wie angewandte nachhaltige Entwicklung aussieht. Wer sich davon selber ein Bild machen möchte, kann das Ökowerk Emden auf der Website oder vor Ort in Emden besuchen.

 


Philipp Michael, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST DAS ÖKOWERK EMDEN?

Das Ökowerk in Emden ist ein regionales Umweltbildungszentrum an der Ems in Niedersachsen. Im Umweltbildungszentrum können Kinder aber auch Erwachsene die Natur hautnah erleben. Für Gruppen und Schulklassen gibt es ein großes Angebot an pädagogischen Programmen. Besonders ist das POMARIUM FRISIAE, also der friesische Obstgarten, mit über 600 verschiedenen Apfelsorten und über 220 Birnen- und Pflaumensorten.

 

Erfahre mehr und unterstütze selbst: https://oekowerk-emden.de.


Es geht auch anders: Reinventing Organizations

„You never change things by fighting the existing reality. To change something, build a new model that makes the existing model obsolet.“ – Richard Buckminster Fuller

 

Frederic Laloux hat kein neues Modell erfunden, aber er zeigt in seinem Buch Reinventing Organizations auf, dass dieses neue Modell bereits existiert. Das erste Mal mit Reinventing Organizations bin ich in meinen Sommerferien 2020 in Berührung gekommen. Eine Woche in Värmland, Schweden, weit weg von Egos und Sinnlosigkeit ist mir klar geworden: Es geht auch anders.

 

Anhand von Beobachtungen in verschiedenen Unternehmen beschreibt Laloux diese neue Form von Organisationen. Dabei bedient er sich dem Kompetenzmodell von Ken Wilber. In diesem wird von Entwicklungsstadien in der Menschheitsentwicklung ausgegangen, die sich auch auf unser Bewusstsein auswirken. Dabei wird die Entwicklung von Organisationen in ein Farbschema aufgeteilt: Aus Organisationen mit einer autoritären Führung und Hierarchien (Rot/Bernstein) entwickeln sich leistungsorientierte Organisationen (Orange) und später Organisationen (Grün), die durch Werte und gemeinsames Handeln dominiert sind. Als nächster Entwicklungsschritt sind es die Teal (Türkis) Organisationen, die eine integrale evolutionäre Weltsicht einnehmen. Zu den Unternehmen, die sich Laloux angeschaut hat, gehören zum Beispiel Heiligenfeld (Berlin, Deutschland), Patagonia (USA), AEZ (USA) oder das bekanntestes Beispiel Buurtzorg (Niederlande). Laloux beschreibt dabei drei Merkmale, die er bei den Teal Organisationen beobachten konnte: Selbstorganisation, evolutionärer Sinn und die Ganzheitlichkeit der Mitarbeiter:innen. (Vgl. Laloux, 2015 S. 13 – 56)

 

Teal Organisationen sind frei von Hierarchien und bestehen aus selbstorganisierten Teams. Dabei übernehmen Mitglieder:innen aus diesen Teams auch die klassischen Aufgaben einer Führungskraft. Allerdings hat nicht ein Mitglied alle Aufgaben, sondern diese sind auf verschiedene Mitglieder:innen verteilt. Auch Entscheidungen sind nicht mehr die Aufgabe einzelner Mitarbeiter:innen, sondern das Ergebnis der kollektiven Intelligenz und des Sinns eines Teams. Während alle Organisationen die Selbstorganisation teilen, unterscheidet sich der Prozess, wie Entscheidungen getroffen werden. Eine Art ist der Beraterprozess. Bei diesem Vorgehen kann jede:r Mitarbeiter:in Entscheidungen treffen – unabhängig davon, welche Rolle in einer Organisation ausgefüllt wird. Es gilt dennoch die Regel, dass die Meinung der Kolleg:innen eingeholt werden muss. Damit wird nicht mehr durch die Führungskraft entschieden, welcher Laptop bestellt wird, sondern die Entscheidung, welcher Laptop angeschafft wird, durch die kollektive Erfahrung aller betroffenen Mitarbeiter:innen gefällt. (Vgl. Laloux, 2015 S. 99 – 107)

 

Kollektiv entwickelt sich auch der Sinn (Purpose) einer Teal Organisation. Laloux beschreibt diesen Prozess als evolutionären Sinn, der sich aus der Organisation selbst heraus entwickelt. Dabei unterliegen nicht nur langfristige Ziele diesem Sinn, sondern im besten Falle alle Entscheidungen. Damit wird die Ausrichtung der Organisation nicht in Meetings des Managements festgelegt und über die Hierarchien nach untern kommuniziert, sondern durch jede Entscheidung entwickelt sich dieser Sinn von unten nach oben. Bereits Fridjof Bergmann beschreibt in seinem Buch New Work New Culture die „Poverty of Desire“ und damit den Zustand der Menschen, die einem vorgeschriebenen Zweck folgen. Dadurch, dass in Teal Organisationen dieser Sinn nicht vorgegeben wird, können Mitarbeiter:innen ihren eigenen Vorstellungen folgen und dadurch einen Beitrag dazu leisten, wie sich der Sinn der Organisation entwickelt. Im Sinne der agilen Entwicklung entsteht somit aus vielen kleinen Teilen ein großes Ganzes. (Vgl. Laloux, 2015 S. 202 – 219)

 

Dem eigenen Sinn zu folgen trägt auch zur Ganzheitlichkeit der Mitarbeiter:innen bei und ist die dritte Beobachtung von Laloux. Vertrauen und Selbstverwirklichung ersetzen Politik und Egos in Teal Organisationen. In Meetings steht heute noch zu häufig das Ego einzelner Mitarbeiter:innen im Vordergrund und stellt damit die Organisation in den Hintergrund. Entscheidungen werden dann nicht mehr danach getroffen, welche Entscheidung die beste für ein Unternehmen ist, sondern welches Ergebnis dem Ego am besten dient. Dies endet darin, dass wir uns von unserem eigenen Verhalten entfremden. Ein Zeichen kann schon sein, wenn im Büro Arbeitskleidung getragen wird und nicht mehr der Pullover vom Wochenende, um sich nicht angreifbar zu machen. (Vgl. Laloux, 2015 S. 167 – 188)

 

Organisationen entwickeln sich heute in der Regel noch nicht von alleine weiter. Es bedarf dazu Menschen, die diese Entwicklung vordenken und ihre Organisation weiterentwickeln, also Mitarbeiter:innen, Kolleg:innen, dazu befähigen, nach diesem Modell zu arbeiten. Inspiriert durch diese neue Welt habe ich für mich kleine Aspekte in meinen Arbeitsalltag mitgenommen, um diese Entwicklung anzustoßen. Eine Methode, die sich bewährt hat, sind Check-Ins. Aus dem agilen Projektmanagement sind Check-Ins einigen vielleicht schon bekannt, aber auch im klassischen Umfeld zeigt sich, dass diese Check-Ins Wunder bewirken können. Alleine durch kurze informelle Fragen zu Beginn eines Meetings wird die Persönlichkeit wieder zurück in den Alltag gebracht. Aber auch Stimmungen, Einstellungen und Inspirationen können geteilt werden, um danach in eine neue Welt aufzubrechen.

 

Seitdem ich das Buch Reinventing Organizations gelesen habe, habe ich es fast immer am Arbeitsplatz, um bei Gelegenheit zu verschiedenen Themen nachzulesen, wie es auch anders gehen kann. Damit liefert Laloux nicht nur Inspirationen für Meetings, sondern auch wie das Marketing oder die Zusammenarbeit mit Lieferanten neugestaltet werden kann. Für einen ersten Einblick kann ich außerdem den Youtubekanal Reinventing Organizations empfehlen, wo Frederic Laloux zusätzliche Einblicke und viele Beispiele aus der Praxis liefert. Für den Weg zur Arbeit oder eine Pause zwischendurch lohnt sich außerdem der Podcast Brave New Work von The Ready z.B. auf Spotify. In den verschiedenen Folgen werden spezifische Themen besprochen. Außerdem startet jede Episode mit einem Check-In, was mir persönlich viel Freude bereitet.

 

Philipp Michael, Digistainable 2018


Quellen:

Laloux, Frederic: Reinventing Organizations. A Guide to Creating Organizations, Nelson Parker, 2015

Bergmann Frithjof: New Work New Culture. Work we want and culture that strengthens us, Zero Books, 2018


Nachhaltige Entwicklung im Onlinehandel. Wird der Onlinehandel grün?

Erneut gibt es für den Onlinehandel ein deutliches Umsatzwachstum im Jahr 2019 zu verzeichnen. Der Treiber dafür ist nicht allein der tiefere Geldbeutel der Konsumenten. Zum einen sorgt die voranschreitende Digitalisierung im Smartphone Sektor für eine geringere Zugriffsschwelle im Online-Shopping und zum anderen wächst die onlineaffine Generation aus ihren Kinderschuhen zu einer kaufkräftigen Altersgruppe heran. (Handelsverband Deutschland, 2020, S. 3) Studien zeigen, dass der noch aktuell herrschende Löwenanteil des Umsatzes im stationären Handel im Jahr 2040 ausbleibt und demgemäß rund 95 Prozent aller Käufe online getätigt werden (Nasdaq, 2017).

Zur selben Zeit wird einem vor Augen geführt, mit welchen Engagement und Einsatz die junge onlineaffine Generation sich für das Thema der Nachhaltigkeit einsetzt. Die soziale Bewegung „Fridays for Future“ verdeutlicht diese Entschlossenheit, dass allein das Diskutieren und Auseinandersetzten mit dem Klimawandel nicht ausreicht, sondern jeder Mensch dazu verpflichtet ist, aktiv und tätig zu werden. Auch neben Corona zeigt die globale Bewegung weiterhin Präsenz –  online statt auf der Straße. Die aktuellste Publikation im Bereich Umweltbewusstsein des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zeigt auf, dass rund zwei Drittel Umwelt und Klimaschutz als eine sehr wichtige Herausforderung einschätzen (BMU, 2019, S. 17). Hinzu kommt, dass die junge Generation gegenüber der Umwelt über ein sehr ausgeprägtes Problembewusstsein verfügt und ein umweltschützendes Verhalten im Konsum zu erkennen ist (Umweltbundesamt, 2014, S. 4). Im Anbetracht unserer Altersstruktur in Deutschland, wird sich mit dem steigendem Anteil dieser Generation das Umweltbewusstsein und -verhalten verändern.

Das global-politische Thema macht auch vor dem Onlinehandel keinen Halt. Negative Schlagzeilen sind uns zu Hauf‘ bekannt. Verpackungsmüll, lange Transportwege und die hohe Anzahl an Retouren die zu hohen CO2-Emission führen, werden zunehmend hinterfragt. Laut einem britischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts legen mittlerweile 60 Prozent der Deutschen großen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit beim Online-Einkauf. Noch deutlicher sind die Zahlen bei der Liefermethode. Hier würden circa 86 Prozent eine ökologisch nachhaltigere Liefermethode wählen. (Hörmann, 2020) Entsprechend der ernsthaften Trendwende führt die Nachfrage der Konsumenten zu einer Handlungsnotwendigkeit der Händler. Onlinegiganten wie Zalando und Amazon zeigen ihren Einsatz durch zum Beispiel klimaneutrale Zustellungen von Paketen. Aber auch kleinere Händler stellen zunehmend die „grünen“ Optionen des Onlineeinkaufs in den Vordergrund. Dabei werden explizit die Themen aufgegriffen, die bereits bekannt für eine hohe CO2-Bilanz sind.

Nicht zuletzt sollte jeder einzelne sein Verhaltensmuster hinterfragen. Die heranwachsende Generation ist ein gutes Beispiel für ein starkes Bewusstsein für die Nachhaltigkeit. Jetzt liegt es an uns den Sinneswandel in einen Verhaltenswandel zu übertragen. Dabei ist es gar nicht so schwierig auf folgende Punkte beim Online-Einkauf zu achten:

  1. Pakete versuchen zu bündeln.
  2. Keine Expressbestellungen oder Same-Day-Lieferungen.
  3. Rücksendungen eindämmen.
  4. Transportmethoden beachten.
  5. Versuchen das Paket zu Hause entgegenzunehmen.
  6. Auf die Verpackungsart achten.
  7. Nach Informationen zu Umwelt- und Sozialstandards Ausschau halten.

 

Tim Geringer, Digistainable 2018


Quellen:

BMU. (2019). Umweltbewusstsein in Deutschland 2018. Abgerufen am 28. Januar 2021 von BMU: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/umweltbewusstsein_2018_bf.pdf

Handelsverband Deutschland. (2020). HDE Online-Monitor. Abgerufen am 28. Januar 2021 von HDE Handelsverband Deutschland: https://einzelhandel.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=10433

Hörmann, W. (2020). Nachhaltigkeit: Der Onlinehandel wird grün. Abgerufen am 28. Januar 2021 von t3n: https://t3n.de/news/nachhaltigkeit-onlinehandel-1241585/

Nasdaq. (2017). Nasdaq. Abgerufen am 28. Januar 2021 von UK Online Shopping and E-Commerce Statistics for 2017: https://www.nasdaq.com/articles/uk-online-shopping-and-e-commerce-statistics-2017-2017-03-14

Umweltbundesamt. (2014). Umweltbewusstsein in Deutschland 2014. Vertiefungsstudie: Umweltbewusstsein und Umweltverhalten junger Menschen. Abgerufen am 28. Januar 2021 von Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/texte_77_2015_umweltbewusstsein_in_deutschland_2014_vertiefungsstudie.pdf


Hört auf mit Tagesschau und Co. – Macht es richtig!

Ich finde herkömmliche Nachrichtensender anstrengend. Binnen weniger Minuten werden die Nachrichten zusammengetragen und zu häufig bekommt die unwichtigste Nachricht die meisten Minuten. Ich habe einmal gezählt: 5 Minuten wurde über eine Automesse gesprochen. Und 2 Minuten über den Bürgerkrieg im Jemen. Ich fand das persönlich höchst unproportional. Und habe immer weniger Tagesschau und Co geschaut. Ich habe mich ehrlicherweise nicht weniger informiert gefühlt. Man vergisst doch sowieso was man in einer 20-Minuten-Show über 8 verschiedene Themen hört. Also kann man es auch gleich sein lassen. Die Alternative ist natürlich nicht die Abschottung von Nachrichten. Ich halte es jedoch für richtig und sinnvoll darüber informiert zu sein, welche politischen und sozialen Geschehnisse sich auf der nationalen und internationalen Bühne zutragen. Man gewinnt an Kontext, versteht welche Themen wichtig sind, wofür man sich einsetzen sollte, welche Partei man wählen sollte, welche Rechte man als Bürger hat.

Also? Macht es richtig. Der Podcast Lage der Nation hat meine verkümmerte Nachrichtenseele wieder aufleben lassen. Seit 4 Jahren höre ich den Podcast (1h 30min, wöchentliche Erscheinung) und fühle mich informiert, also wirklich informiert. Philip Banse und Ulf Buermeyer setzen ihre Prioritäten richtig und nehmen die Nachrichten, die die Tagesschau in 2 Minuten behandelt, detailliert auseinander. Die Themen werden aus verschiedenen Blinkwinkeln betrachtet, man bekommt einen klaren Hintergrund, versteht die Relevanz des Themas und inwiefern es auch Auswirkungen auf einen selbst haben kann. Durch die erhöhte Zeitspanne und Detailreiche merkt man sich die Nachrichten und ist in der Lage über diese gezielt zu reflektieren. Die Professionalität des Podcasts entstammt dem Hintergrund des Teams. Philip ist seit vielen Jahren Journalist und gewann bereits Preise wie den Axel-Springer-Preis in der Kategorie Hörfunk. Ulf ist Jurist und seit 2008 Richter am Landgericht Berlin. Die Kombination aus Journalismus und Recht lässt sich klar spüren. Nicht immer sind die zwei der gleichen Meinung. Und genau das ist das spannende an dem Podcast. Er gibt den Hörer*innen den Raum ihre eigene Meinung zu den verschiedenen Themen zu bilden. Hierbei muss natürlich gesagt sein, dass der Podcast klar antirechts ist und umweltpolitische Interessen vor wirtschaftspolitische Interessen setzt. Falls jemand nun denkt sich damit nicht identifizieren zu können, dem/der lege ich den Podcast nun besonders nahe: https://lagedernation.org/

Für die Leseaffinen unter euch empfehle ich übrigens noch den Fluter, ein Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Fluter ist umsonst und erscheint seit 2001 als Print- und Online-Ausgabe.  Das Magazin bereichert die Leser*innen mit generellem politischem und kulturellem Wissen, aber vor allem mit neuen Gedankengängen. Eine neue Ausgabe erscheint vierteljährlich mit jeweils einem neuen Themenschwerpunkt, der aus den unterschiedlichsten und unerwartetsten Blickwinkeln betrachtet wird: Identität, Geschlechter, Lateinamerika, Tiere, Umweltschutz, Städte, Dörfer, Angst, Terror, Reisen, … sind nur wenige dieser Themenschwerpunkte. Vergangene Ausgaben kann man, ebenfalls kostenlos, nachbestellen: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/fluter/

 

Isabel Dammann, Digistainable 2018


Bildquelle:

HKW, 2019: https://www.hkw.de/en/programm/projekte/veranstaltung/p_150131.php, Photo: Matthias Rathje


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei Oclean

Im Rahmen unserer Sustainability Challenge habe ich zusammen mit der Initiative oclean gearbeitet. oclean ist eine im Sommer 2019 von den drei Schwestern Hannah, Lena und Marie Pippert gegründete gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hamburg. Mit ihrer Initiative wollen sie nicht nur die Stadtreinigung in der Säuberung und Instandhaltung Hamburgs unterstützen, sondern gemeinsam als Hamburger Community für die Umwelt einstehen. Vor allem wollen sie dazu ermutigen, nicht mehr nur über Umweltbewusstsein zu diskutieren, sondern aktiv zu werden. Dieses Ziel hat viel Ähnlichkeit mit einem unserer DTS2018 Ziele „Einfach mal ins tun kommen.“ und sprach mich daher direkt an. Außerdem verfolgt die Initiative klar die Erreichung des SDG 11 „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten“ (UN 2015, 23) – Besonders der Punkt 11.6 wird mit der oclean Initiative aktiv angegangenBis 2030 die von den Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf senken, unter anderem mit besonderer Aufmerksamkeit auf der Luftqualität und der kommunalen und sonstigen Abfallbehandlung.“ (UN 2015, 23) 

Hauptbestandteil der Initiative sind organsierte sogenannte „Clean Ups“, also Müllsammelaktionen in verschiedenen Teilen der Stadt. Organisiert und angekündigt werden diese Clean Ups von oclean, die Teilnahme ist offen für alle. Durch die Corona-Pandemie durften diese Clean Ups zum Zeitpunkt meiner Kontaktaufnahme (und auch aktuell) nicht mehr stattfinden. Besonders wegen der Pandemie wollen sich die drei Schwestern um ein weiteres Standbein erweitern: Sie wollen ihre Follower auch dazu anregen im Alltag nachhaltiger zu leben und hierfür ihre Social Media Plattformen, besonders die Webseite (oclean.hamburg) und den Instagram Account (@oclean.hamburg), erweitert nutzen. Den Umständen entsprechend habe ich in den letzten zwei Monaten oclean hauptsächlich in dem Ausbau ihres zweiten Standbeins unterstützt. Meine Hauptaufgabe lag (und liegt weiterhin) in der Aufklärungs- und Informationsarbeit auf Social Media. Dadurch, dass ich in einem unserer Forschungsprojekte mit der Stadtreinigung zum Thema Mülltrennung geforscht habe, habe ich hierzu viel Wissen angehäuft und weiß wo ich relevante Informationen zu dem Thema finden kann. Oft bekommen sie Fragen von Followern, für die sie die passende Antwort nicht kennen. Daher hat sich schnell eine Routine etabliert, in der das oclean Team mir die Fragen der Follower (teilweise täglich) zukommen lässt und ich passende Antworten für sie formuliere.  

Zum anderen habe ich FAQs und die passenden Antworten formuliert, die das oclean Team nutzen kann, wenn sie typische Fragen über die Webseite, Instagram oder Email bekommen (Welcher Abfall kommt in welche Tonne? Warum habe ich nur eine Restmülltonne in meinem Gebäude? Wird nicht sowieso alles am Ende zusammengeschmissen?). Hierfür habe ich zunächst in den Kommentaren geschaut, welche Fragen zum Thema Mülltrennung und Müllabfuhr häufig gestellt wurden. Außerdem hat Hannah mich unterstützt, indem sie die häufig gestellten Fragen aus Privatnachrichten und Emails zusammengefasst hat. Anschließend habe ich für jede Frage eine passende Antwort mit weiteren informativen Links (z.B. zur Stadtreinigung Hamburg) zusammengetragen. Des Weiteren arbeitet das oclean Team aktuell an eigenen Infoblättern, z.B. welcher Abfall in welche Tonne gehört. Sie haben hierfür eine Werkstudentin im Bereich Mediengestaltung engagiert, um die Infoblätter anschaulich und im oclean Design darzustellen. Die Informationen für die Infoblätter habe ich zusammengetragen. Weitere Unterstützung habe ich im Bereich Aktivierung von Stakeholdern gegeben. Im nächsten Jahr plant oclean eine Reihe an unternehmensinternen Clean Ups mit Hamburger Unternehmen. Bis jetzt sind sie noch nicht dazu gekommen viele Unternehmen zu kontaktieren, also habe ich auch hier meine Hilfe angeboten. Mit meinem Team bei Barclaycard planen wir bereits die Aufräumaktion mit oclean für das kommende Jahr als gemeinsames TeameventAußerdem habe ich Kontakt zum Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hergestellt, das bereits Interesse gezeigt hat. Auch mit den Unternehmen meiner Kommilitonen möchte ich noch den passenden Kontakt zu oclean herstellenDes Weiteren haben wir, zusammen mit meinem Kommilitonen Tim, Brainstormings durchgeführt, um die kommenden Clean Ups nachhaltiger und effektiver zu gestalten. Bis jetzt wurde bei den Clean Ups jede Abfallart pro Person in einer Mülltüte gesammelt und in der oclean Anlaufstelle abgegeben. Nachhaltiger wäre es, wenn der gesammelte Müll auch nach Abfallart getrennt werden würdeEin möglicher Ansatz wäre, dass sich die Teilnehmer in Teams (Papier/Plastik/Rest/Bio) aufteilen würden. Team Papier wäre nur für das Sammeln von Papiermüll zuständig, Team Plastik wäre nur für das Sammeln von Plastik zuständig, etc.  

Meine 40h habe ich mit den oben genannten Aktivitäten zwar bereits erfüllt, jedoch planen Tim und auch ich weiterhin mit oclean zusammenzuarbeiten und im nächsten Jahr besonders bei der Organisation der öffentlichen und unternehmensinternen Clean Ups tatkräftig zu unterstützen.  

 


Isabel Dammann, Digistainable 2018


United Nations. 2015. Resolution der Generalversammlung 70/1. Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. New York: United Nations.

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST OCLEAN?

Oclean ist eine im Sommer 2019 gegründete gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hamburg. Die Schwestern Hannah, Lena und Marie wollen mit ihren Projekten die Menschen dazu ermutigen, nicht mehr nur über Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu diskutieren, sondern einfach mal aktiv zu werden.

Um dieser Mission nachzukommen veranstaltet Oclean regelmäßige Clean-Ups in ganz Hamburg, für ein gemeinsames und sauberes Hamburg. Oclean sorgt dafür, dass jeder seinen persönlichen Beitrag für eine saubere Umwelt leisten kann. Darüber hinaus organisieren die Schwestern Workshops und Firmen-Clean-Ups, in welchen gezielt auf alltägliche Umweltprobleme und -fragen eingegangen wird.

Erfahre mehr und unterstützte selbst: www.oclean.hamburg


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge in der Landwirtschaft und Schweinemast

Täglich ernähren wir uns. Wir essen Brot, Gemüse, gehen ins Restaurant oder bereiten die Speisen selbst zu. Einige von uns ernähren sich fleischfrei, andere komplette vegetarisch, vegan oder zuckerfrei. Ernährung ist und bleibt ein sehr individuelles Thema. Doch da es uns alle betrifft, gibt es hier unzählige Stereotypen und Vorurteile.  

Und oft bleibt die Frage aus, wie sich diejenigen fühlen, die hinter dem hohen Selbsternährungsgrad in Deutschland stehen, wenn sie in Stereotypen abgebildet werden. Meine Sustainability Challenge sollte sich genau damit beschäftigen: Raus aus der Komfortzone, rein in die konventionelle Schweinemast. Raus aus der Stadt, rauf aufs Land. Weg vom Laptop und PowerPoint Präsentationen, hin zu Gummistiefeln und körperlicher Arbeit.  

Ich bin 25 Jahre alt, Studierende des DTS Jahrgang 2018 und ernähre mich bewusst. Bedeutet, dass ich sehr wenig und nur regionales Fleisch esse, regionales Gemüse unverpackt kaufe und Milchprodukte weitestgehend meide. Durch meine Familie und Kindheit außerhalb von Hamburg hatte ich jedoch auch immer Bezug zur konventionellen Landwirtschaft, was oftmals als Konflikt oder unvereinbar mit einem bewussten, nachhaltigen Lebensstil wahrgenommen wird. 

Deshalb habe ich meine Sustainability Challenge auf einem Hof in Schleswig-Holstein verbracht und hier sowohl den Ackerbau als auch die Schweinemast näher kennen gelernt. Mir ist es wichtig, zu hinterfragen und mir mein eigenes Bild machen zu können – und Vorurteile, von denen wir leider alle nicht frei sind, zu hinterfragen.  

Meine Sustainability Challenge gliederte sich in vier Bereiche, zu denen ich jeweils 1,5 Tage auf dem Hof verbrachte: 

  • Ackerbau (Fruchtfolgen, Bodenbeschaffenheit, Düngung und Schädlinge) 
  • Schweinemast (Stallungen, Futter, Gesundheit und Schlachtung) 
  • Gesamtsystem Landwirtschaft (Synergien, Nachhaltigkeit, Technologien) 
  • Der Einfluss der Regierung und der Subventionen 

In all diesen Bereichen wurde deutlich, dass Landwirte heutzutage vor Herausforderungen und Konflikten stehen, die wir „Städter“ nur erahnen können. Die Abhängigkeiten und komplexen Systeme, die sie verstehen und steuern lernen müssen, erfordern neue Fähigkeiten und haben wenig mit dem klassischen „Bauern“ zu tun. Landwirte tragen eine große Verantwortung für ihr Land, ihre Tiere und auch ihre Familie – und nicht zuletzt dafür, dass wir in Deutschland einen hohen Selbstversorgungsgrad haben. Dieser Grad sagt aus, dass wir trotz der hohen Bevölkerungsdichte und Anzahl, sowohl Fleisch als auch viele Grundnahrungsmittel, wie Kartoffeln, überproduzieren. Also mehr als die Bürger*innen Deutschlands verbrauchen. In meiner Zeit auf dem Hof durfte ich trotz konventioneller Land- und Tierwirtschaft lernen, dass Landwirte diejenigen sind, die unsere Natur und Landschaft besser verstehen und kennen als wir es uns so oft einverleiben wollen. Es ist ihr ureigenes Interesse in Familienbetrieben, die Böden vielfältig zu bestellen und nachhaltig mit Nährstoffen durch die unterschiedlichen Fruchtfolgen zu erhalten. Sie spüren den Druck auf dem Land nach hoher Produktivität und Effizienz und schaffen es, unsere Ernährung lokal, ohne Importe sicherzustellen.  

Im Ackerbau habe ich gelernt, wie: 

  • Fruchtfolgen ausgebracht werden und wie wichtig der richtige Zeitpunkt der Ackerbearbeitung und der Ernte ist. 
  • Mitarbeiter und Landwirte gemeinsam die Landmaschinen warten, erhalten und wie schwierig es ist, Investitionen in Technik abzubezahlen. 
  • Schädlinge durch Fruchtfolgen bekämpft werden können, ohne chemische Mittel oder Dünger einzusetzen. 

In der Schweinemast wurde ich überrascht und gefordert bei: 

  • Der Fütterung und der Futteranmischung für die Schweine. 
  • Dem Verstehen der Zucht, Auswahl, Aufzucht, Mast und Schlachtung. 
  • Von Auswirkungen von Corona und Schlachtbetriebsschließungen auf die Schweinemast, sowie die bevorstehenden Auswirkungen der afrikanischen Schweinepest auf die Mastbetriebe und Landwirtschaft. 
  • Von neuen Mastmodellen, wie die Lohnmastund deren Vor- und Nachteilen. 

Betrachtet man dann das „System des Betriebs“, waren folgende Bereiche besonders interessant: 

  • Wie kann der Ackerbau mit der Schweinemast zusammen möglichst nachhaltig sein? 
  • Wie funktionieren die alten und neuen Stallsysteme und was ist die Zukunft? 
  • Was sind Hürden für bessere Haltungsbedingungen? 
  • Wie wichtig sind die Mitarbeiter und die Kompetenzen der Landwirte? Welche Herausforderungen sehen sie für die Zukunft? 
  • Wie geht die Landwirtschaft mit dem steigenden Druck auf den Flächen um? 

Für die Regierung werfen die oben genannten Bereiche große Fragen auf und auch die Öffentlichkeit nimmt immer mehr Teil an der Art und Weise, wie und was wir konsumieren. Jedoch wurde mir während meines Einsatzes im Büro des Betriebs deutlich, dass folgende Fragen noch ungeklärt sind: 

  • Sind Subventionen das richtige Mittel, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern? 
  • Haben wir ein bundesweites Konzept und Verständnis von nachhaltiger Landwirtschaft? 
  • Unterstützen wir Landwirte als Gesellschaft, Regierung und Konsumenten ausreichend, um den komplexen Herausforderungen stand halten zu können, die von Weltmarkpreisen bis hin zu den gebrochenen Achsen auf dem Acker reichen? 

Was ich aus meiner Sustainability Challenge mitnehme, sind neue Fragen, viel Interesse und ein neues Verständnis für LandwirteDenn am Anfang steht eine große Antwort: Es ist eben doch nicht alles so, wie man denkt. Und gerade für die Landwirtschaft ist es wichtig, dass wir als Konsumenten mehr verstehen und uns einbringen wollen. Natürlich waren viele Eindrücke, die ich sammeln konnte, sehr weit außerhalb meiner Komfortzone. Doch was mich begeistert hat, ist die Leidenschaft, die Passion und das Verständnis der beiden Landwirtgenerationen, die den Hof betreiben. Sie brennen für das, was sie tun, und verzweifeln unter dem Druck der Öffentlichkeit, der Kosten und den komplexen Abhängigkeiten. Ich möchte meine Zeit dort fortsetzen. Besser verstehen, besser unterstützen und erklären können. Und ich möchte alle, die Vorurteile und Abneigungen und schnelle Urteile über konventionelle Landwirte fällen, bitten, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen und kritisch zu hinterfragen, was sie in der Presse lesen. Denn die Menschen, die uns ernähren, sind die Lösung unserer nachhaltigen, landwirtschaftlichen Nutzung unserer Flächen – und nicht das Problem. 

 


Lisa Frommhold, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei Leben mit Behinderung Hamburg

Einfach mal machen! Als das Modul „Sustainability Challenge“ im Wintersemester 2019/2020 angekündigt wurde, ging die Vorstellung mit Zielformulierungen wie „Komfortzone verlassen“ einher. „Spannend“, dachte ich damals und so kam es auch.

Meine persönliche Erfahrung wollte ich in einem Bereich sammeln, der mir bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich verborgen und ehrlicherweise etwas fremd geblieben ist: in der Unterstützung von und dem Umgang mit pflegebedürftigen Menschen mit Behinderungen. Als ich also im Rahmen des Moduls die Möglichkeit hatte, eine Initiative mit meiner freien Zeit zu unterstützen, stand meine Wahl im Groben bereits fest: ich wollte zum größten Träger im Raum Hamburg, der sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen einsetzt, Wohn- und Arbeitsgruppen organisiert – zu „Leben mit Behinderung Hamburg“. Die MitarbeiterInnen, die ich kennenlernte, waren alle sehr freundlich und organisiert – zunächst am Telefon, später persönlich und so fiel mir die Entscheidung leicht.

Als ich an einem Februarabend an der Einrichtung ankam und in den Fahrstuhl stieg, kamen einige Gedanken wieder hoch, die ich mir bereits zuvor gemacht hatte: wie soll und vor allem kann ich mich verhalten? Wie könnte die Zeit aussehen, die ich mit der Wohngruppe verbringen würde? Werden die Erfahrungen angenehm oder eventuell eher unangenehm? Ich war aufgeregt und neugierig, etwas demütig und motiviert.
Das erste „Kennenlerngespräch“ – zunächst mit einer der Pflegekräfte und später den BewohnerInnen – fand direkt in der Senioren-WG statt, die ich in der nächsten Zeit häufiger besuchen sollte. Ich wurde interessiert und herzlich empfangen und durfte bereits zum Einstieg teilhaben an einem Gruppenabend. Meine folgenden Besuche gestalteten sich, einfach gesagt, in gemeinsam verbrachter Zeit. Es wurde geredet, vorgelesen, alte Postkarten wurden rausgekramt und manchmal wurde auch einfach nur geschwiegen. Ein Gruppenmitglied war allerdings besonders offenherzig und redselig und so sprachen wir über allgemeine, aber häufig auch persönliche Themen, wie z.B. unsere Lieblingsessen: meine Gesprächspartnerin verteidigte Pizza als ihren Favoriten, während ich eher von Grünkohl schwärmte. Ich gewöhnte mich an die Gruppe und ich wage zu behaupten, andersherum war es ähnlich.

Nach einigen gemeinsamen Abenden wurden allerdings die Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie verhängt. Anfangs war es mir verboten, die Wohngruppe zu betreten und als die Regelungen später gelockert wurden, entschied ich mich aktiv dagegen: die Wohngruppen, vorwiegend bestehend aus Senioren, wollte ich durch persönliche Besuche keinesfalls einem gesundheitlichen Risiko aussetzen. Stattdessen konnte ich an einer anderen Stelle akute Unterstützung bieten.
Die andauernde Pandemie sorgte für gesteigerte Hygienemaßnahmen in allen Einrichtungen des Vereins. Von der Zentrale aus mussten Lieferungen an alle weiteren Einrichtungen im Großraum Hamburg geliefert werden – ein komplett neuer Risikobereich musste gemanagt werden. Da meine Besuche der Wohngruppe in der Zentrale stattfanden und ich in Verbindung mit den zuständigen Personen für die Verteilung der „Hygienepakete“ stand, konnte ich schnelle Unterstützung anbieten und leisten, besuchte verschiedene Wohngruppen, lernte sehr aufmerksame und engagierte PflegerInnen und BewohnerInnen kennen und leistete Hilfe dort, wo sie benötigt wurde.

Ich war beeindruckt, in welch einer Geschwindigkeit das Gesundheits-Management umgestellt wurde und bin sehr froh darüber, meinen Beitrag geleistet haben zu können. Auch bin ich sehr dankbar dafür, meine Zeit Menschen geschenkt zu haben, mit denen ich in meinem Alltag wenig bis gar nicht in Berührung komme. Ganz besonders intensiv waren auch die Einblicke in die Berufsbilder von Pflegekräften. Von Besuch zu Besuch nahm mein Respekt vor den professionellen Herausforderungen zu, die häufig zum Tagesgeschäft gehören.

 

Eine kurze Reflexion

„Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderung selbstverständlich sind und nicht mehr als besondere Herausforderung gesehen werden“– so lautet die Vision des Vereins „Leben mit Behinderung e.V.“, in dem ich mein Ehrenamt ausüben durfte und darf (Leben mit Behinderung e.V. 2020). Beim Lesen überkam mich ein gewisses Schamgefühl. Genau aus diesem Grund – dass der Umgang mit Menschen mit Behinderung für mich eben doch eine Herausforderung war – wollte ich mich hier engagieren. Gleichzeitig wirkte dieser Widerspruch bekräftigend: wie soll ein Inklusionsprozess erfolgreich sein, während Komfortzonen nicht verlassen werden? Wie soll ein Umschwung in der Wahrnehmung gelingen, wenn er nicht in die Hand jedes/r einzelnen genommen wird?

Ich persönlich habe erkannt, dass ich gleichzeitig Lösung und Teil eines strukturellen Problems bin. Die Inklusionspolitik bewegt sich und ich bin immer wieder erfreut, wenn ich erfahre, welche progressiven Konstellationen und Konzepte heutzutage z.B. in Grundschulen stattfinden, vertrete aber die Meinung: inklusiv bedeutet nicht inkludiert und der Weg ist noch lange nicht gegangen. Ich denke, Inklusion ist ein Prozess, der sichtbar gestaltet werden muss und bei jedem einzelnen beginnt. Dass ich im Alter von 24 Jahren den ersten intensiveren Kontakt zu Menschen mit Behinderungen hatte, lässt aber darauf schließen, dass die gesellschaftliche Inklusion noch nicht derart fortgeschritten ist wie sie es hoffentlich zukünftig sein wird. Im Zuge dieser Herausforderung und Hoffnung bin ich sehr stolz darauf, in einem Master-Programm studieren zu können, das gesellschaftliche Probleme dieser Art erkennt und genau diesen Weg mit Modulen wie der „Sustainability Challenge“ bestreiten möchte.

 


Till Henning, Digistainable 2018

 


Quellen:

Leben mit Behinderung Hamburg 2020. https://www.lmbhh.de/ueber-uns/unsere-arbeit/
zuletzt abgerufen am 04. Dezember 2020

Bildquelle: https://unsplash.com/photos/UudGNHJdNSo

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST LEBEN MIT BEHINDERUNG HAMBURG?

Leben mit Behinderung Hamburg ist ein Zusammenschluss aus 1.500 Familien mit einem/r behinderten Angehörigen. Die Tochtergesellschaft des Vereins, Leben mit Behinderung Hamburg Sozialeinrichtungen gGmbH unterstützt mit Wohnraum, Arbeit, Assistenz und Beratung behinderten Menschen und ihre Familien. Das erklärte Ziel der Vereine ist es, Menschen mit Behinderung einen gleichberechtigten und ihre Würde achtenden Platz in den Familien und in der Gesellschaft zu ermöglichen.


Erfahrungsbericht | Meine Sustainability Challenge bei tatkräftig e.V.

Wie habe ich beim tatkräftig e. V. unterstützen können? 

Der tatkräftig e. V. hat es sich in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, nicht nur etwas für die soziale Nachhaltigkeit zu tun, sondern ab sofort auch Einsätze für die Umwelt anzubieten. Auch wenn einige der Einsätze sich bereits vorher um die Natur gedreht haben, wie z. B. das Aufräumen von Außenanlagen, soll nun der Fokus spezifisch auf die ökologische Nachhaltigkeit gelegt werden. Aus diesem Grund startet zu Beginn des Jahres 2021 die neue Initiative: tatkräftig fürs Klima!  

Ich konnte den Verein vor allem bei den notwendigen konzeptionellen Arbeiten unterstützen. Neben einfachen Rechercheaufgaben zu möglichen Einsatzpartnern ging es vor allem darum konkrete Projektideen zu entwickeln und im Rahmen der Akquise von Einsatzpartnern bei Marketingaufgaben zu unterstützen. Zum Ende meines Einsatzes beim tatkräftig e. V. konnte ich gemeinsam mit einer Freiwilligengruppe einen Gemeinschaftsgarten in Hamburg auf Vordermann bringen. Hierbei haben wir neue Wildhecken gebaut, Unkraut gejätet und sowohl Blumen als auch Bäume gepflanzt. Auch wenn als Nebeneffekt das Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten geschärft werden kann, geht es in erster Linie darum, am Ende einen Beitrag für Andere geleistet zu haben, der einen bleibenden Eindruck bei den Helfern und Geholfenen hinterlassen hat. Ziel des tatkräftig e. V. ist es schließlich, Freiwilligen durch die vielfältigen Hilfs- und Begegnungseinsätze den Wert von ehrenamtlichem Engagement zu vermitteln und im gleichen Zug Organisationen und Vereine, die täglich großes leisten bei ihrer Arbeit zu unterstützen. 

Film zur Initiative tatkräftig fürs Klimahttps://vimeo.com/470162531 

 


Alena Werner, Digistainable 2018

HINTERGRUND

Das Modul „Sustainability Challenge“ im vierten Semester unseres Studiengangs lässt uns, die Studierenden, selbst aktiv werden und soll uns motivieren, ein selbstgewähltes Thema zu behandeln. Wir definieren eigene Projektaufgaben, die durch die Mitwirkung in einer sozialen Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation bearbeitet werden sollen. Teil des Projekts ist die Reflexion des Erlebten, der gemeinsame Austausch sowie die Inspiration der interessierten Öffentlichkeit. Dabei lernen wir die Herausforderungen unserer Zeit selbst zu erkennen und anzunehmen. Der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist ausdrücklich erwünscht.

WAS IST TATKRÄFIG E.V.?

Der tatkräftig e. V. ist ein Einstiegsformat ins Engagement: Menschen, die sich bisher noch nicht engagiert haben, sollen begeistert werden den ersten Schritt ins Ehrenamt zu tun. Seit 2012 haben sich so schon über 6.000 tatkräftig-Freiwillige engagiert und damit einen großen Beitrag für die Hamburger Gesellschaft leisten können. Nach dem Prinzip 1 Team. 1 Tag. 1 Ziel. organisiert der tatkräftig e. V. eintägige Hilfseinsätze mit mindestens fünf Freiwilligen, um anderen Menschen zu unterstützen. Dabei geht es neben der konkreten Hilfe, besonders um die Begegnungen auf Augenhöhe, neue Perspektiven, Spaß – und vor allem: Lust auf mehr Engagement! Die Freiwilligen-Gruppen bestehen entweder aus privaten Gruppen oder aus Firmen, die die Einsätze als Team absolvieren. 

Erfahre mehr und unterstütze selbst: https://tatkraeftig.org/