Abgaben in der Uni, stressige Projekte bei der Arbeit – zeitlichen Druck kenne ich als Studierende eines berufsbegleitenden Masterstudiums nur zu gut. Der tatkräftig e. V. ermöglicht es Menschen, die sich unter anderem durch einen solchen Druck nicht dazu verpflichten können, sich regelmäßig zu engagieren, sich trotzdem ehrenamtlich einzubringen.

Ich persönlich hatte mir als Ziel für die Sustainability Challenge gesetzt, vor allem einen Beitrag im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit zu leisten. Meine Sustainability Challenge sollte also vor allem auf das SDG 16 Klimaschutz ausgerichtet sein. Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sind Bereiche, die mir sehr wichtig sind, die ich jedoch bis jetzt noch nicht durch ein Ehrenamt unterstützt habe.  Da tatkräftig Anfang 2021 die Initiative tatkräftig fürs Klima ins Leben gerufen hat, hat der Verein perfekt zu meiner Zielsetzung gepasst.

Meine tatkräftig Einsätze

Obwohl die Projekte mit ökologischem Fokus draußen stattfinden, hat die Coronapandemie die Einsatzmöglichkeiten erheblich eingeschränkt. Das Motto von tatkräftig lautet „1 Team, 1 Tag, 1 Ziel“ – und Teamarbeit ist schwierig, wenn Kontaktbeschränkungen gelten. Nach einer kleinen Corona-Zwangspause hat tatkräftig jedoch 1-Haushaltsprojekte ins Leben gerufen und ich konnte, begleitet von meinen Mitbewohnerinnen, den ersten Einsatz starten. Dabei konnten wir uns von der Initiative Plastich Utensilien zum Müll sammeln abholen und unseren eigenen Müllsammel-Spaziergang starten. Da dies kein klassisches Projekt mit einem Ziel ist, das an einem Tag erfüllt werden soll, konnte ich die Müllsammel-Spaziergänge immer wieder machen und mich sehr flexibel engagieren.

Ende Juni konnte ich dann endlich beim ersten „richtigen“ Projekt mitmachen. Der Verein Bergedorf im Wandel benötigte Unterstützung beim Bau eines Hochbeets und ein paar weiteren Arbeiten in einem urbanen Gemeinschaftsgarten. Bei Sonnenschein, guter Laune und begleitet von Mitgliedern des Vereins sowie weiteren Ehrenamtlichen von tatkräftig haben wir nicht nur das Hochbeet im Nu gebaut, sondern auch noch befüllt, bepflanzt und weitere Gartenarbeiten verrichtet.

Einen Monat später benötigte der Dernauer Treff, ein Angebot der alsterdorf assistenz ost gGmbH, Unterstützung bei der Renovierung ihrer Baumrundbank sowie bei der Gartenarbeit des Nachbarschaftstreffpunkts. Auch dort konnte ich tatkräftig mitwirken und beim Unkraut jäten sowie Abschleifen der Bank helfen.

Bei einem Projekt im Naturschutzgebiet Höltigbaum des Haus der wilden Weiden konnte ich mich bei der Biotoppflege einbringen. Dabei musste in das Naturschutzgebiet eingegriffen werden, damit der Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt. Deswegen mussten junge Bäume ausgegraben oder abgeschnitten werden. Bei dieser äußerst anstrengende Arbeit haben neben den Freiwilligen unterschiedlichster Initiativen außerdem einige Ranger mitgewirkt.

Fazit

Rückblickend bin ich froh, dass ich trotz der Coronabeschränkungen an meiner Wahl festgehalten habe, mich bei tatkräftig zu engagieren. Durch tatkräftig habe ich viele gemeinnützige Initiativen und Vereine in und um Hamburg kennengelernt, die alle auf unterschiedliche Weise wichtige Arbeit leisten. Außerdem kann ich mich auch in Zukunft bei tatkräftig engagieren, ohne direkt riesige, zeitliche Verpflichtungen einzugehen. Für mich ist das ein tolles, modernes Konzept des Ehrenamts!

 

Was ist tatkräftig e.V.?

Der tatkräftig e. V. ist ein Verein zur Förderung des freiwilligen Engagements. Er wurde 2012 gegründet und arbeitet heute mit über 200 Partnern aus dem sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich zusammen. Das Vereinsmotto „1 Team, 1 Tag, 1 Ziel“ ermöglicht es Menschen ein Ehrenamt auszuüben, ohne sich direkt langfristig zu binden. Auch Menschen, die noch keine Erfahrung mit einem Ehrenamt haben, können sich so engagieren und verschiedene Organisationen in und um Hamburg kennenlernen. Dadurch hilft tatkräftig den ersten Schritt ins Ehrenamt zu machen.

 

Antonia von der Beeck, Digistainable 2019

HINTERGRUND

Die Sustainability Challenge ist ein fester Bestandteil unseres Studiums. Das Modul liegt zwischen dem dritten und vierten Semester und lässt uns vom Reden ins Handeln kommen. Die Idee dahinter ist, dass jede/r Studierende sich eine soziale Initiative oder Nachhaltigkeitsorganisation aussucht und diese kurz- oder langfristig unterstützt. Über sich hinauszuwachsen, ist dabei vorprogrammiert – und ausdrücklich erwünscht. Teil der Sustainability Challenge ist außerdem die anschließende Reflexion der gesammelten Erfahrungen sowie der gemeinsame Austausch. Denn unser Ziel ist es, unsere Erlebnisse mit allen Interessierten zu teilen und vielfältige Möglichkeiten eines nachhaltigen Engagements aufzuzeigen.