Der Start.

Montag, 8.Oktober 2018. Es ist 9.00 Uhr, 13 Grad und leicht bewölkter Himmel. Ein ganz gewöhnlicher Herbsttag in Hamburg – oder? Viele Hamburger würden diese Frage womöglich mit ja beantworten, fragt man die 15 jungen Menschen, die an diesem Montagmorgen im 4. OG der Hamburg School of Business Administration (HSBA) zusammenkommen, wird die Antwort sicher NEIN lauten. Im Stuhlkreis blickt man in gespannte Gesichter, voll Vorfreude und Spannung auf die nächsten 2,5 Jahre, in denen sich alles um die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit drehen soll. Die Module des ersten SemestersAgiles Arbeiten, Datenbasiert Entscheiden, Systemtheorie und Effekte der Digitalisierung. Doch was steckt hinter diesen Themen? 

Agiles Arbeiten. Die erste Vorlesung stand unter dem Motto „Selbstorganisation“ – was dies bedeutet, haben wir selbst erfahren dürfen, als wir feststellten, dass unser Dozent nicht die Absicht hatte, sich vorzustellen, sondern wir das Kennenlernen selbst organisieren mussten.  In den nächsten Sessions haben wir unterschiedlichste Projektmanagement-Methoden und – Tools wie SCRUM, Canban und die Fishbowl kennengelernt – und oftmals auch selbst angewandt.  Der Begriff VUCA (Akronym für die englischen Begriffe volatility‚ uncertainty‚ complexity und ambiguity) spielte in diesem Kurs eine zentrale Rolle, da er oftmals erklärt, wieso Agiles Projektmanagement eine so große Rolle spielt.   

Datenbasiertes Entscheiden. Die eingerosteten Statistik-Kenntnisse aus dem Bachelor wurden in diesem Modul geölt und aufgefrischt. BigData ist ein viel genutztes Buzzword – wie man mit großen Datensätzen arbeitet und wie Daten als Entscheidungsgrundlage dienen können, haben wir anhand vieler Anwendungsbeispiele gelernt. In unseren Hausarbeiten haben wir u.a. die Messbarkeit der SDGs kritisch reflektiert und Datensätze unserer Unternehmen mit SPSS ausgewertet.  

SystemtheorieZur Beschreibung und Erklärung komplexer Phänomene kann der Blick durch die systemtheoretische Brille helfen. Im Kurs wurde viel über sozialpolitische Themen diskutiert, und wir haben versucht, gesellschaftliche Strukturen besser zu verstehen. Der Exkurs in die Postwachstumsökonomie war ein sehr spannender Impuls, der viele zum Nach– und umdenken angeregt hat.

Ein voller Erfolg auf ganzer Strecke


— Joana Große-Heidermann

Effekte der Digitalisierung.  Welche technologischen Entwicklungen gibt es, und wie werden diese unseren Alltag und unsere Arbeit zukünftig bestimmen? In diesem Modul haben wir über KI, Blockchain und Augmented Reality diskutiert, haben uns einen 3D-Drucker angeschaut. Wird der Mensch auf einen Datenhaufen reduziert? Vergrößert die digitale Transformation die Kluft der Gesellschaften? Bringt die Freelance-Ökonomie / GigÖkonomie Vorteile für die Gesellschaft? All dies sind Fragen, mit denen wir uns in den Abschluss-Präsentationen des Moduls auseinandergesetzt haben.  

Learning Journey.  Das Modul Learning Journey begleitet uns über den gesamten Studienzeitraum hinweg, und ist, wie der Name bereits vermuten lässt – eine große Reise. Wir lernen, wie die Entwicklungsphasen des Team Building verlaufen, und welche Skills und Fähigkeiten es bedarf, um ein erfolgreiches Team zu darzustellen. In der Learning Journey lernen wir uns selbst und unsere Stärken und Fähigkeiten noch einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten, und die Rolle innerhalb des Teams besser einzuordnen. Wie entstehen Team-Dynamiken, wie kann man diese beeinflussen? Das sind Fragen, die uns in diesem Modul beschäftigen. Welche Rolle Kommunikation in diesem Zusammenhang spielt, haben wir im ersten Semester bereits an unserem gemeinsamen Projekt – dem Aufbau eines eigenen Social-Media-Kanals auf Instagram – erfahren.  (@digistainables 

Zu Beginn des Semesters haben wir als DTS-Team uns im Forming (=Testphase) befunden. Jeder einzelne musste sich zunächst zurechtfinden, wir waren vorsichtig im Umgang miteinander, und waren gespannt auf das, was uns erwartet. Zum Ende des Semesters, nachdem wir bereits einige Projekte in unterschiedlichen Team-Konstellationen absolviert hatten, sind wir in das Storming (=Nahkampf-Phase) übergegangen. In dieser Phase wurden einige Konflikte untereinander ausgetragen, und es sind Konfrontationen aufgetreten. Das spannende an der Learning Journey ist die Erfahrung, dass man je nach Teamkonstellation in unterschiedliche Rollen schlüpft – wie in einem Theaterstück. Da wir im Rahmen unseres Masters über 36 Monate als Team gemeinsam unterwegs sind, erfahren wir die Phasen der Teamentwicklung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten: in kleinen Workshops innerhalb weniger Stunden, in Forschungsprojekten innerhalb weniger Monate, aber auch als gesamtes Team über den Zeitraum des Masters ausgeweitet. Auch im Arbeitskontext kommen wir alle mit unterschiedlichen Projekt-Teams und –Phasen in Berührung. Die Learning Journey hilft, Situationen besser einordnen und verstehen zu können, um so zukünftig Mitglied erfolgreicher Teams zu sein. Das zweite Semester werden wir voraussichtlich die Phase des Normings (=Organisationsphase) erreichen – wir sind gespannt, wohin uns diese Reise führen wird.