Digital Lounge

Nach einer längeren Pause, war es am 07. April 2021 wieder soweit und die 5. Digital Lounge des Masterstudiengangs Digital Transformation and Sustainability hat stattgefunden. In Zeiten von Corona selbstverständlich vollumfänglich digital und unter dem Motto Connecting the Dots. Neben Vorträgen der Studierenden über ihre Forschungsprojekte, hielt Christoph Quarch, Philosoph und Autor, eine inspirierende Keynote über die Verschränkung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Dem Motto des Abends folgend, gab es zunächst einen Vortrag aus dem Bereich der Nachhaltigkeit, anschließend folgte ein Vortrag aus dem Bereich Digitalisierung und beide Themen wurden dann durch die Keynote sowie einer weiteren Projektvorstellung durch die Studierenden miteinander verknüpft. Durch den Abend haben Annabelle Dirks, Susanne Engelhardt und Katharina Körber geführt.

Nachhaltigkeit – Anna Zeller und Jérôme Cron stellten das Projekt Wirkungsmessung in
For-Profit Social Enterprises
vor. Dabei zeigten sie auf, warum das Thema Wirkungsmessung so relevant für gesellschaftlich engagierte Unternehmen ist und in welchen Bereichen die Ergebnisse helfen können. Die Kenntnis über die Ergebnisse der eigenen Bemühungen kann helfen, den eigenen Impact zu verbessern, in der Unternehmenskommunikation eingesetzt werden und so die Kundenbindung stärken als auch die Motivation der Mitarbeiter erhöhen. Wer mehr erfahren möchte, kann sich hier das Whitepaper des Projektteams anschauen.

Digitalisierung – Antonia von der Beek und Saskia Harger haben das Forschungsprojekt zur Ambidextrie in Krisenzeitenvorgestellt. Ambidextrie steht für Beidhändigkeit und meint in diesem Zusammenhang die Fähigkeit von Unternehmen, trotz kurzfristiger notwendiger Aktivitäten zur Sicherung des bestehenden Geschäfts, auch Ressourcen für die Weiterentwicklung oder Neuorientierung bereitzustellen. In ihrer Forschung haben die Studierenden Einblicke in die unterschiedlichsten Unternehmen erhalten und konnten die Erfolgsfaktoren Kapital, Flexibilität, Vertrauen und Mitarbeiter herausarbeiten. Die Coronakrise hat dabei sowohl Defizite aufgedeckt als auch neue Impulse gesetzt.

Digitalisierung & Nachhaltigkeit – Zunächst hielt Christoph Quarch seine Keynote zur Verknüpfung der beiden Themen. Hierbei zeigte er die oft vergessenen Auswirkungen der zunächst immateriellen Digitalwirtschaft auf. Denn auch, wenn die Digitalwirschaft Wertschöpfung durch Nutzbarmachung der nicht-materiellen Ressource Daten betreibt, erfordert die Digitalisierung einen außerordentlich hohen Verbrauch physischer Ressourcen. Und auch die menschliche Psyche leidet unter der grenzenlosen Datengenerierung und –verarbeitung. Wie also kann eine Lösung aussehen? Nach Christoph Quarch ist dazu ein neues ökonomisches Paradigma sowie ein anderes Mindset, eines, das der Digitalisierung geistige Grenzen setzt, notwendig.

Abschließend haben Lena Becker, Julia Rahn und Marie-Lou Beth das Forschungsprojekt Digitale Plattform für Second-Life Batteriespeicher vorgestellt. Das Second-Life einer Batterie, kann sich an die Erstnutzung im Elektroauto anschließen, da diese bereits bei einer Kapazität von ca. 80% der ursprünglichen Speicherfähigkeit endet. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden potentielle Kund:innen befragt, diese zeigten sich interessiert und äußerten Bedürfnisse, Anforderungen aber auch Bedenken. Die Studierenden zeigten auf, dass die Umsetzung einer solchen Plattform positive Auswirkungen auf die Energie- und Mobilitätswende haben könnte und ein weiterer Baustein der Kreislaufwirtschaft ist.

Zur Auflockerung des digitalen Formats, hat das Organisations-Team der Studierenden interaktive Quizblöcke zu den Sustainable Development Goals veranstaltet. Dadurch konnten die Zuhörenden ihr Wissen zu Themen wie dem Armutsaufkommen, der Verteilung von Analphabet:innen und dem Anteil erneuerbarer Energien testen. Letzterer wurde deutlich unterschätzt, so dass die meisten eine wohl positive Überraschung erlebten.

Im Anschluss gab es die Möglichkeit Fragen zu den Vorträgen zu stellen und zu diskutieren. Hierbei wurde darüber diskutiert, welche Impulse es braucht, damit Nachhaltigkeit umgesetzt wird und ob diese vom Individuum ausgehen müssen oder die Verantwortung doch auf der institutionellen Ebene liegt. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und die spannende Diskussion.

Falls Sie ein tiefergehendes Interesse an den Themen Digitalisierung & Nachhaltigkeit oder an unserem Studiengang haben, dann folgen Sie uns auf LinkedIn oder auf Instagram (@digistainables).

 

 

Marie-Lou Beth, Digistainable 2019


Im Einklang: Digitale Transformation & Nachhaltigkeit

Digitale Transformation und Nachhaltigkeit gewinnen zunehmend an Bedeutung – für die Gesellschaft, die Politik sowie die Wirtschaft. Häufig werden beide Megatrends in einem Satz genannt. Doch nicht immer führt Digitalisierung automatisch zu mehr Nachhaltigkeit. „Der Rebound-Effekt endet schlimmstenfalls in einer digitalen Wachstumsökonomie. Neben Effizienz ist Suffizienz das Wort der Stunde. Digitalisierung kann ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit sein, aber nur wenn die Weichen richtig gestellt werden,“ so Sebastian Backhaus, Experte für nachhaltige Unternehmen, Startups, NGOs, Ministerien und Kommunen.

Die folgenden fünf Beispiele aus dem #SMARTer2030 Report zeigen auf, wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit sich erfolgreich vereinen lassen und inwiefern innovative Technologien zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der UN beitragen können. In den Fokus rücken hierbei die SDGs Nummer 7, 9, 11, 12 und 13.

1. Emissionenreduzieren
Dem #SMARTer2030 Report zufolge kann der Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) die globalen CO2-Emissionen bis 2030 effektiv um rund 20 Prozent senken. Dabei wird das durch ICT verursachte Emissionslevel von 2015 gehalten (GeSI 2015, 10). Auf diese Wiese stellen moderne Technologien eine Möglichkeit dar, wirtschaftlichen Fortschritt und Umweltschutz zu verbinden, vorausgesetzt mögliche Rebound-Effekte wie beispielsweise eine Erhöhung der Nutzungsintensität aufgrund vorangegangener Effizienzsteigerung bleiben aus.

2. SmartEnergy
Auch für den Energiesektor zeichnen sich im Zuge der Digitalisierung Chancen für mehr Nachhaltigkeit ab. So werden Entwicklungen zur Nutzung erneuerbarer Energien vorangetrieben und der Ausbau intelligenter Stromnetze, sogenannten Smart Grids, gefördert. In Zahlen gesprochen können auf diese Weise bis zu 6,3 Milliarden Kilowattstunden Energie eingespart werden, wie der Report belegt. Darüber hinaus spielen soziale Aspekte eine Rolle wie z.B. die flexible Auswahl des Stromanbieters, geringere Kosten sowie die Kontrolle und Übersicht über das eigene Verbrauchsverhalten (GeSI 2015, 54). Diese neu gewonnene Transparenz ermöglicht ggf. sogar eine Reduktion der individuellen Stromverbräuche, da Ausreißer je nach Tages- und Jahreszeit sichtbar werden.

3. SmartAgriculture
Smart Agriculture steht für erhöhte Produktivität, gesteigerte Effizienz und weniger Lebensmittelverschwendung in der Landwirtschaft. In diesem Bereich sorgen modernste Technik, teilweise künstliche Intelligenz (KI) und Algorithmen für exakte Prognosen sowie z.B. einen optimalen Wasserverbrauch ohne Verschwendung. So können Ressourcen geschont und die Produktion anhand vorhergesagter Werte geplant werden. Auch hier legt der #SMARTer2030 Report Zahlen vor: 20 Prozent weniger Foodwaste und ein um 250 Billionen Liter geringerer Wasserfußabdruck (GeSI 2015, 11).

4. SmartBuildings
35 Prozent am gesamten deutschen Energieverbrauch entfallen auf Gebäude (dena 2020). Bis 2050 soll der Gebäudebestand laut Bundesregierung nahezu klimaneutral sein. Eine Lösung sind intelligente Gebäude, Smart Buildings. Hier steigern digitale Technologien und intelligente Vernetzung Komfort, Lebensqualität und Effizienz. Smarte Gebäude „denken“ selbst, sobald alle Komponenten installiert sind. Sie lassen sich zentral, orts- und zeitunabhängig steuern. Vor allem im Hinblick auf die Erfassung von Strom-, Heiz- und Wasserverbräuchen lassen sich dank digitaler Messtechniken, wie oben bereits erwähnt, individuelle Verbrauchswerte anpassen, was langfristig zu einem nachhaltigeren Umgang und Kosteneinsparungen führen kann (GeSI 2015, 41).

5. SharingEconomy
Last but not least: Sharing Economy, oder auch Share Economy. Vor allem der Car Sharing Markt ist innerhalb der letzten Jahre rasant gewachsen. Allgemein sorgen Sharing-Angebote für eine besser Auslastung bestehender Kapazitäten und senken in diesem Zuge den Ressourcenverbrauch. Das Umweltbundesamt empfiehlt maximal 150 PKW pro 1.000 Einwohner für einen umweltfreundlicheren Verkehr. Dies ist mit privaten Autos nicht zu erreichen. Car Sharing Plattformen aber haben das Potential. Hier gilt es allerdings erneut, vor möglichen Rebound-Effekten zu warnen. Denn Sinn und Zweck ist es nicht aufgrund von Ressourceneinsparungen von privaten Autos, den Car Sharing Markt über Bedarf auszubauen.

Diese Beispiele belegen, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit ein Duett bilden können. Allerdings sollten wir uns nicht vormachen, allein durch den Einsatz innovativer Technologien den Klimawandel stoppen und eine bessere Welt schaffen zu können. Das wäre zu einfach gedacht. Die 17 Nachhaltigkeitsziele können nur erreicht werden, wenn jeder einzelne seinen Beitrag dazu leistet – ganz egal welcher Art.

 

Jana Beckmann, Digistainable 2019

Foto: Pixabay © Gerd Altmann


Die Onboarding-Woche: Digital, Nachhaltig, Kreativ.

Das sind wir, die Studierenden des Studiengangs DTS 2020

Unsere DTS Reise begann am Donnerstag, den 08.10.2020 mit der Einführungsveranstaltung als erster Bestandteil des Moduls „Learning Journey“. Trotz der geltenden Corona-Einschränkungen ermöglichte es uns die kleine Gruppengröße in der neuen und modernen Lernumgebung der HSBA zusammenzukommen. Im Raum angekommen, war zu spüren: „Es liegt etwas in der Luft“. Nicht nur wir Studierenden, sondern auch die Lehrenden um die Studiengangsleiterin Frau Prof. Dr. Susanne Hensel-Börner, waren voller Erwartung auf die erste Begegnung in der neuen Lerngemeinschaft. Wie wird die Reise aussehen? Was kommt auf uns zu? Und nicht zuletzt: Wer sind wir? Das sind Beispiele für Fragen, die vermutlich vielen von uns währenddessen durch den Kopf gingen. Und sie sollten nicht unbeantwortet bleiben. Denn das Onboarding in der ersten Vorlesungswoche war darauf ausgelegt eben diese Fragen zu beantworten.

Pünktlich um 09:00 Uhr am 19.10.2020 starteten wir vollzählig in die erste Vorlesungswoche. Zur Vorbereitung auf die erste Veranstaltung, hatte jede/r von uns die Aufgabe bekommen, sein/ihr Digital Sustainable Goal (SDG) vorzustellen (siehe Foto).  Unsere Präsentationstechnik wurde schon am ersten Tag auf die Probe gestellt. In der nächsten Aufgabe stand Teamfähigkeit und logisches Denken auf dem Prüfstand. Es galt augenscheinlich unentzifferbare Texte in Gruppen aus jeweils 4-5 Studierenden zu entschlüsseln. Getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ blieben wir nicht in den Kleingruppen, sondern bündelten unsere Ressourcen und entzifferten die Hieroglyphen gemeinsam im Kursverbund. Der Text verriet, dass es bei der darauffolgenden Veranstaltung am Freitag, den 23.10.2020 ein Buffet geben sollte, das wir selbst organisieren, damit für ein gemeinsames Mittagessen gesorgt ist.

Nicht nur das Buffet glänzte am Freitagmorgen mit einer großen Auswahl, auch der Tag versprach spannend und vielfältig zu werden. Frau Prof. Dr. Susanne Hensel-Börner und Johanna Schnurr hatten sich Aufgaben überlegt, die uns nicht nur zu einem Team formen, sondern mitunter aus unseren Komfortzonen herausholen sollten. Der Fokus der kommenden eineinhalb Tage lag auf zwei Themen: Zum einen auf uns selbst und unseren persönlichen Stakeholdern und zum anderen auf der visuellen Darstellung der 17 SDGs in Form von Avataren.
Den Start des Onboarding-Wochenendes bildete eine Gruppenarbeit zum Thema Stakeholder. Welche unterschiedlichen Stakeholder hat jede/r Einzelne/n von uns (z.B. Familie, Arbeitgeber & Freunde)? Welche Ansprüche und Erwartungen haben sie? Und sind diese gerechtfertigt? Mit diesen drei Leitfragen setzten wir uns auseinander. Neben dem guten Gefühl die erste Aufgabe im Team erfolgreich bewältigt zu haben, gab es einen gemeinsamen Konsens. Wir waren uns einig, dass man selbst ein eigener, anspruchsvoller Stakeholder ist und diesen, neben allen anderen externen Ansprüchen, nicht vergessen sollte. Zudem stellten wir fest, dass der Anspruch unseren eigenen Erwartungen und denen anderer Stakeholder gerecht zu werden, ein gewisses Stresspotential birgt.
Um unsere größten Herausforderungen mitzuteilen und um neue Anregungen und Denkansätze kennenzulernen, wurden wir vor die Aufgabe gestellt, uns in der Mittagspause auf ein „Geh-Spräch“ in Zweiergruppen einzulassen. Ein „Geh-Spräch“ läuft wie folgt ab: Nacheinander hat jede(r) 7min Redezeit, in welcher er/sie die Gelegenheit nutzen kann, dem/der  Gegenüber von seinen/ihren persönlich größten Herausforderungen zu berichten. In dieser Zeit hat der/die andere die Aufgabe aktiv zuzuhören, muss aber schweigen. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, wechseln die Rollen. Sobald beide jeweils 7 min Redezeit hatten, darf gemeinsam über die geteilten Herausforderungen gesprochen werden. Was sich zu Beginn eher fremd anfühlte, entpuppte sich am Ende als eine wertvolle Erfahrung, aus der wir nicht nur über uns selbst, sondern auch über den/die jeweils andere(n) etwas lernen konnten.

Für das „Geh-Spräch“ hatten wir unsere Komfortzone bereits verlassen müssen. Ein weitaus größerer Schritt aus dieser Zone heraus, war für die unterschiedlichen Bestandteile der Avatar-Erstellung vonnöten. Es galt kreativ zu werden. Mit Schere, Wachsmalstiften und Klebestift gingen wir ans Werk und erstellten aus Zeitungsausschnitten zu jedem SDG ein Moodboard. Als wäre das für uns (zum großen Teil) Wirtschaftswissenschaftler nicht schon genug Herausforderung, sollten wir im Anschluss unsere Avatare zeichnerisch zum Leben erwecken. Ob digital oder analog – der Kreativität war keine Grenzen gesetzt. Als auch diese Aufgabe am Freitagnachmittag als erfolgreich abgeschlossen galt, entließ man uns in den verdienten Feierabend. Am Samstagmorgen ging es mit dem Ziel, die Avatare digital zum Leben zu erwecken, frisch ans Werk. Wir entschieden uns für den folgenden Lösungsvorschlag: Die analogen Zeichnungen werden digitalisiert. Mithilfe unserer Stimmen lassen wir die Avatare lebendig werden. Das Resultat ist eine digitale Präsentation, in welcher jeder SDG-Avatar sein Ziel und seine Vision vorträgt.

DTS20 Avatare

Bild: Sustainable Development Goal 16 als Avatar

Fazit

Wir finden: Auf das Ergebnis kann man stolz sein. Die Teamdynamik, die sich während des Onboarding-Wochenendes entwickelte, zeigt uns, zu was wir als Team fähig sind. Denn am Freitagabend hat noch keine/r mit einem Ergebnis wie diesem gerechnet.

Müde, aber mit der Erkenntnis uns auf eine spannende DTS-Reise zu begeben, starten wir mit voller Kraft und Vorfreude in unser erstes Semester.

Lina Kühne, Digistainable 2020

Was ist ein Moodboard?

Als Mood-Board oder auch Moodboard bezeichnet man ein wichtiges Präsentations- und Arbeitsmittel, das in allen Design- und Kommunikationsberufen zum Einsatz kommt. Es handelt sich dabei um eine Collage aus Bildern beliebiger Arten, die zum Beispiel eine genaue konkrete Richtung präsentieren oder bei der visuellen Erklärung von Kontexten helfen

Quelle: credia. o.J. “Mood-Board.” November 1, 2020. https://www.credia.de/mood-board/.


Das Smartphone als Ressource

2018 wurden 57 Millionen Smartphone-Nutzer in der Bundesrepublik verzeichnet. Dies entspricht knapp 70 % der Deutschen. Jedes Jahr wird in Deutschland ein Absatz von ca. 24 Millionen neuen Smartphones aufgeführt. Dabei führen Rohstoffgewinnung, Produktion und Nutzung zu immensen Umweltauswirkungen. Seit Juli 2016 sind große Elektrohändler von der Bundesregierung außerdem dazu angehalten, Elektrogeräte kostenlos zurückzunehmen. Dennoch werden die Altgeräte oftmals nicht ordnungsgemäß recycelt, sondern landen meist erst einmal in der Schublade der Nutzer. Studien gehen hierbei aktuell von rund 124 Millionen alten Mobilgeräten aus. Dabei lässt sich mit jedem einzelnen korrekt gesammelten Handy der umweltschädliche Ressourcenabbau reduzieren und ein nachhaltiger Beitrag leisten.

Im zweiten Semester wurde den digistainables durch das Modul „Unternehmens- und Forschungsprojekt“ der Raum und die Zeit gegeben – wie wir so schön sagen – „Einfach Mal in’s Machen zu kommen“. Neben der Forschung zum Thema „Das Smartphone als Ressource“ nutzte unsere Projektgruppe die Zeit, eine Handysammelaktion in‘s Leben zu rufen. Vom 13. bis 15. Juni 2019 sammelten wir sowohl Handys, Smartphones als auch Ladekabel durch eine zentrale Annahmestelle vor dem SQUARE Gebäude der Hamburg School of Business Administration (HSBA) sowie durch zusätzlich aufgestellte Boxen in vereinzelten Unternehmen, wie bspw. kooperierenden Energieunternehmen und Banken. Neben einer Anzeige im Hamburger Abendblatt sowie einem Beitrag vom NDR nutzten wir soziale Medien wie LinkedIn, Direkt-Mailings seitens der HSBA sowie eigens gestaltete Flyer und Plakate, um nicht nur Studierende, sondern auch die allgemeine Bevölkerung auf unsere Aktion aufmerksam zu machen.

In Deutschland führen viele Institutionen und Firmen wie u.a. auch die Telekom bereits Handysammelaktionen durch. Die Zusammenarbeit mit der Telekom enstand vor allem auch durch die hohen Sicherheitsstandards, auf die das Unternehmen bei diesen Aktionen besonderen Wert legt. Vor der Initiierung der Smartphoneaktion galt es zu beachten, dass die Sammlung alter Mobilgeräte in Deutschland gesetzlich reguliert ist. Die Telekom arbeitet mit einem DEKRA-zertifizierten Recyclingpartner namens Teqcycle zusammen, der sowohl beim Transport als auch bei der Datenlöschung auf dem aktuellen Stand der Technik ist (Umwelt Dialog 2017).  Dadurch konnte gleichsam der notwendige Datenschutz bei unserer Sammelaktion gewährleistet werden. Dieser Aspekt hat einen besonders hohen Stellenwert bei der Sammlung von mobilen Endgeräten, da private Daten wie bspw. Fotos auf den Geräten selbst oder den SIM-Karten gespeichert sein können und somit vor dem Zugriff Fremder geschützt werden müssen.

In Kooperation mit der Telekom arbeiteten wir nicht nur daran die Rohstoffe in Form von Altgeräten zu sammeln, sondern stellten vor allem auch die Sensibilisierung der Smartphone-Nutzer in den Vordergrund, um ein Bewusstsein für den Smartphone-Kreislauf in Deutschland zu schaffen. Denn, um ein nachhaltiges Bewusstsein in der Gesellschaft zu erreichen, muss vor allem auch der nachhaltige Konsum angeregt werden und Anreize geschaffen werden, die die Gesellschaft in ein aktives Handeln leiten. (Dießenbacher und Reller, 2016) Allein die Rohstoffe, für die in Deutschland jährlich verkauften Geräte, sind immens: Es werden etwa 720 kg Gold, 264 kg Palladium, 7.320 kg Silber, 396 Tonnen Kupfer und 1.531 Tonnen benötigt.

Insgesamt konnten wir durch unsere Aktion 465 Ladegeräte und 369 Mobiltelefone sammeln (Ingesamt: 834). Gemessen an der Materialzusammensetzung eines iPhone 6, konnten wir 48 kg von elf verschiedenen Rohstoffen einsammeln. Laut der bescheinigten Sammelurkunde von der Telekom sowie dem Recyclingpartner Teqcycle konnten somit durch umweltgerechtes Recycling 5.598 g Kupfer, 93,3 g Silber und 15,55 g Gold zurückgewonnen werden.

Die gesammelten Erlöse durch die gewonnen Ressourcen wurden an die Spendenorganisation „It’s for Kids“ gespendet. Diese setzt sich bundesweit für vernachlässigte oder anderweitig benachteiligte Kinder ein. Wir waren überwältigt, wie positiv diese Aktion angenommen wurde und wie vielschichtig die Personengruppen waren, die sich an der Akltion mit ihrer Handyspende, aber auch ihrem Interesse über Hintergründe zu der Aktion beteiligt haben!

 


Sandra Zech, Digistainable 2018


Dießenbacher, Joshena, und Armin Reller. 2016. „Das „Fairphone“ – ein Impuls in Richtung nachhaltige Elektronik?“ In Kritische Metalle in der Großen Transformation, von Andreas Exner, Klaus Kümmerer und Martin Held, 269-289. Berlin Heidelberg: Springer Spektrum.

Umwelt Dialog . 2017. Wirtschaft, Verantwortung, Nachhaltigkeit . 30. Juni. Zugriff am 27. Juni 2019. https://www.umweltdialog.de/de/verbraucher/leben-und-wohnen/2017/Alltag-unter-dem-Motto-refuse-reduce-reuse-recycle.php.