Die Onboarding-Woche: Digital, Nachhaltig, Kreativ.

Das sind wir, die Studierenden des Studiengangs DTS 2020

Unsere DTS Reise begann am Donnerstag, den 08.10.2020 mit der Einführungsveranstaltung als erster Bestandteil des Moduls „Learning Journey“. Trotz der geltenden Corona-Einschränkungen ermöglichte es uns die kleine Gruppengröße in der neuen und modernen Lernumgebung der HSBA zusammenzukommen. Im Raum angekommen, war zu spüren: „Es liegt etwas in der Luft“. Nicht nur wir Studierenden, sondern auch die Lehrenden um die Studiengangsleiterin Frau Prof. Dr. Susanne Hensel-Börner, waren voller Erwartung auf die erste Begegnung in der neuen Lerngemeinschaft. Wie wird die Reise aussehen? Was kommt auf uns zu? Und nicht zuletzt: Wer sind wir? Das sind Beispiele für Fragen, die vermutlich vielen von uns währenddessen durch den Kopf gingen. Und sie sollten nicht unbeantwortet bleiben. Denn das Onboarding in der ersten Vorlesungswoche war darauf ausgelegt eben diese Fragen zu beantworten.

Pünktlich um 09:00 Uhr am 19.10.2020 starteten wir vollzählig in die erste Vorlesungswoche. Zur Vorbereitung auf die erste Veranstaltung, hatte jede/r von uns die Aufgabe bekommen, sein/ihr Digital Sustainable Goal (SDG) vorzustellen (siehe Foto).  Unsere Präsentationstechnik wurde schon am ersten Tag auf die Probe gestellt. In der nächsten Aufgabe stand Teamfähigkeit und logisches Denken auf dem Prüfstand. Es galt augenscheinlich unentzifferbare Texte in Gruppen aus jeweils 4-5 Studierenden zu entschlüsseln. Getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ blieben wir nicht in den Kleingruppen, sondern bündelten unsere Ressourcen und entzifferten die Hieroglyphen gemeinsam im Kursverbund. Der Text verriet, dass es bei der darauffolgenden Veranstaltung am Freitag, den 23.10.2020 ein Buffet geben sollte, das wir selbst organisieren, damit für ein gemeinsames Mittagessen gesorgt ist.

Nicht nur das Buffet glänzte am Freitagmorgen mit einer großen Auswahl, auch der Tag versprach spannend und vielfältig zu werden. Frau Prof. Dr. Susanne Hensel-Börner und Johanna Schnurr hatten sich Aufgaben überlegt, die uns nicht nur zu einem Team formen, sondern mitunter aus unseren Komfortzonen herausholen sollten. Der Fokus der kommenden eineinhalb Tage lag auf zwei Themen: Zum einen auf uns selbst und unseren persönlichen Stakeholdern und zum anderen auf der visuellen Darstellung der 17 SDGs in Form von Avataren.
Den Start des Onboarding-Wochenendes bildete eine Gruppenarbeit zum Thema Stakeholder. Welche unterschiedlichen Stakeholder hat jede/r Einzelne/n von uns (z.B. Familie, Arbeitgeber & Freunde)? Welche Ansprüche und Erwartungen haben sie? Und sind diese gerechtfertigt? Mit diesen drei Leitfragen setzten wir uns auseinander. Neben dem guten Gefühl die erste Aufgabe im Team erfolgreich bewältigt zu haben, gab es einen gemeinsamen Konsens. Wir waren uns einig, dass man selbst ein eigener, anspruchsvoller Stakeholder ist und diesen, neben allen anderen externen Ansprüchen, nicht vergessen sollte. Zudem stellten wir fest, dass der Anspruch unseren eigenen Erwartungen und denen anderer Stakeholder gerecht zu werden, ein gewisses Stresspotential birgt.
Um unsere größten Herausforderungen mitzuteilen und um neue Anregungen und Denkansätze kennenzulernen, wurden wir vor die Aufgabe gestellt, uns in der Mittagspause auf ein „Geh-Spräch“ in Zweiergruppen einzulassen. Ein „Geh-Spräch“ läuft wie folgt ab: Nacheinander hat jede(r) 7min Redezeit, in welcher er/sie die Gelegenheit nutzen kann, dem/der  Gegenüber von seinen/ihren persönlich größten Herausforderungen zu berichten. In dieser Zeit hat der/die andere die Aufgabe aktiv zuzuhören, muss aber schweigen. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, wechseln die Rollen. Sobald beide jeweils 7 min Redezeit hatten, darf gemeinsam über die geteilten Herausforderungen gesprochen werden. Was sich zu Beginn eher fremd anfühlte, entpuppte sich am Ende als eine wertvolle Erfahrung, aus der wir nicht nur über uns selbst, sondern auch über den/die jeweils andere(n) etwas lernen konnten.

Für das „Geh-Spräch“ hatten wir unsere Komfortzone bereits verlassen müssen. Ein weitaus größerer Schritt aus dieser Zone heraus, war für die unterschiedlichen Bestandteile der Avatar-Erstellung vonnöten. Es galt kreativ zu werden. Mit Schere, Wachsmalstiften und Klebestift gingen wir ans Werk und erstellten aus Zeitungsausschnitten zu jedem SDG ein Moodboard. Als wäre das für uns (zum großen Teil) Wirtschaftswissenschaftler nicht schon genug Herausforderung, sollten wir im Anschluss unsere Avatare zeichnerisch zum Leben erwecken. Ob digital oder analog – der Kreativität war keine Grenzen gesetzt. Als auch diese Aufgabe am Freitagnachmittag als erfolgreich abgeschlossen galt, entließ man uns in den verdienten Feierabend. Am Samstagmorgen ging es mit dem Ziel, die Avatare digital zum Leben zu erwecken, frisch ans Werk. Wir entschieden uns für den folgenden Lösungsvorschlag: Die analogen Zeichnungen werden digitalisiert. Mithilfe unserer Stimmen lassen wir die Avatare lebendig werden. Das Resultat ist eine digitale Präsentation, in welcher jeder SDG-Avatar sein Ziel und seine Vision vorträgt.

DTS20 Avatare

Bild: Sustainable Development Goal 16 als Avatar

Fazit

Wir finden: Auf das Ergebnis kann man stolz sein. Die Teamdynamik, die sich während des Onboarding-Wochenendes entwickelte, zeigt uns, zu was wir als Team fähig sind. Denn am Freitagabend hat noch keine/r mit einem Ergebnis wie diesem gerechnet.

Müde, aber mit der Erkenntnis uns auf eine spannende DTS-Reise zu begeben, starten wir mit voller Kraft und Vorfreude in unser erstes Semester.

Lina Kühne, Digistainable 2020

Was ist ein Moodboard?

Als Mood-Board oder auch Moodboard bezeichnet man ein wichtiges Präsentations- und Arbeitsmittel, das in allen Design- und Kommunikationsberufen zum Einsatz kommt. Es handelt sich dabei um eine Collage aus Bildern beliebiger Arten, die zum Beispiel eine genaue konkrete Richtung präsentieren oder bei der visuellen Erklärung von Kontexten helfen

Quelle: credia. o.J. “Mood-Board.” November 1, 2020. https://www.credia.de/mood-board/.


Das Smartphone als Ressource

2018 wurden 57 Millionen Smartphone-Nutzer in der Bundesrepublik verzeichnet. Dies entspricht knapp 70 % der Deutschen. Jedes Jahr wird in Deutschland ein Absatz von ca. 24 Millionen neuen Smartphones aufgeführt. Dabei führen Rohstoffgewinnung, Produktion und Nutzung zu immensen Umweltauswirkungen. Seit Juli 2016 sind große Elektrohändler von der Bundesregierung außerdem dazu angehalten, Elektrogeräte kostenlos zurückzunehmen. Dennoch werden die Altgeräte oftmals nicht ordnungsgemäß recycelt, sondern landen meist erst einmal in der Schublade der Nutzer. Studien gehen hierbei aktuell von rund 124 Millionen alten Mobilgeräten aus. Dabei lässt sich mit jedem einzelnen korrekt gesammelten Handy der umweltschädliche Ressourcenabbau reduzieren und ein nachhaltiger Beitrag leisten.

Im zweiten Semester wurde den digistainables durch das Modul „Unternehmens- und Forschungsprojekt“ der Raum und die Zeit gegeben – wie wir so schön sagen – „Einfach Mal in’s Machen zu kommen“. Neben der Forschung zum Thema „Das Smartphone als Ressource“ nutzte unsere Projektgruppe die Zeit, eine Handysammelaktion in‘s Leben zu rufen. Vom 13. bis 15. Juni 2019 sammelten wir sowohl Handys, Smartphones als auch Ladekabel durch eine zentrale Annahmestelle vor dem SQUARE Gebäude der Hamburg School of Business Administration (HSBA) sowie durch zusätzlich aufgestellte Boxen in vereinzelten Unternehmen, wie bspw. kooperierenden Energieunternehmen und Banken. Neben einer Anzeige im Hamburger Abendblatt sowie einem Beitrag vom NDR nutzten wir soziale Medien wie LinkedIn, Direkt-Mailings seitens der HSBA sowie eigens gestaltete Flyer und Plakate, um nicht nur Studierende, sondern auch die allgemeine Bevölkerung auf unsere Aktion aufmerksam zu machen.

In Deutschland führen viele Institutionen und Firmen wie u.a. auch die Telekom bereits Handysammelaktionen durch. Die Zusammenarbeit mit der Telekom enstand vor allem auch durch die hohen Sicherheitsstandards, auf die das Unternehmen bei diesen Aktionen besonderen Wert legt. Vor der Initiierung der Smartphoneaktion galt es zu beachten, dass die Sammlung alter Mobilgeräte in Deutschland gesetzlich reguliert ist. Die Telekom arbeitet mit einem DEKRA-zertifizierten Recyclingpartner namens Teqcycle zusammen, der sowohl beim Transport als auch bei der Datenlöschung auf dem aktuellen Stand der Technik ist (Umwelt Dialog 2017).  Dadurch konnte gleichsam der notwendige Datenschutz bei unserer Sammelaktion gewährleistet werden. Dieser Aspekt hat einen besonders hohen Stellenwert bei der Sammlung von mobilen Endgeräten, da private Daten wie bspw. Fotos auf den Geräten selbst oder den SIM-Karten gespeichert sein können und somit vor dem Zugriff Fremder geschützt werden müssen.

In Kooperation mit der Telekom arbeiteten wir nicht nur daran die Rohstoffe in Form von Altgeräten zu sammeln, sondern stellten vor allem auch die Sensibilisierung der Smartphone-Nutzer in den Vordergrund, um ein Bewusstsein für den Smartphone-Kreislauf in Deutschland zu schaffen. Denn, um ein nachhaltiges Bewusstsein in der Gesellschaft zu erreichen, muss vor allem auch der nachhaltige Konsum angeregt werden und Anreize geschaffen werden, die die Gesellschaft in ein aktives Handeln leiten. (Dießenbacher und Reller, 2016) Allein die Rohstoffe, für die in Deutschland jährlich verkauften Geräte, sind immens: Es werden etwa 720 kg Gold, 264 kg Palladium, 7.320 kg Silber, 396 Tonnen Kupfer und 1.531 Tonnen benötigt.

Insgesamt konnten wir durch unsere Aktion 465 Ladegeräte und 369 Mobiltelefone sammeln (Ingesamt: 834). Gemessen an der Materialzusammensetzung eines iPhone 6, konnten wir 48 kg von elf verschiedenen Rohstoffen einsammeln. Laut der bescheinigten Sammelurkunde von der Telekom sowie dem Recyclingpartner Teqcycle konnten somit durch umweltgerechtes Recycling 5.598 g Kupfer, 93,3 g Silber und 15,55 g Gold zurückgewonnen werden.

Die gesammelten Erlöse durch die gewonnen Ressourcen wurden an die Spendenorganisation „It’s for Kids“ gespendet. Diese setzt sich bundesweit für vernachlässigte oder anderweitig benachteiligte Kinder ein. Wir waren überwältigt, wie positiv diese Aktion angenommen wurde und wie vielschichtig die Personengruppen waren, die sich an der Akltion mit ihrer Handyspende, aber auch ihrem Interesse über Hintergründe zu der Aktion beteiligt haben!

 


Sandra Zech, Digistainable 2018


Dießenbacher, Joshena, und Armin Reller. 2016. „Das „Fairphone“ – ein Impuls in Richtung nachhaltige Elektronik?“ In Kritische Metalle in der Großen Transformation, von Andreas Exner, Klaus Kümmerer und Martin Held, 269-289. Berlin Heidelberg: Springer Spektrum.

Umwelt Dialog . 2017. Wirtschaft, Verantwortung, Nachhaltigkeit . 30. Juni. Zugriff am 27. Juni 2019. https://www.umweltdialog.de/de/verbraucher/leben-und-wohnen/2017/Alltag-unter-dem-Motto-refuse-reduce-reuse-recycle.php.