Erneut gibt es für den Onlinehandel ein deutliches Umsatzwachstum im Jahr 2019 zu verzeichnen. Der Treiber dafür ist nicht allein der tiefere Geldbeutel der Konsumenten. Zum einen sorgt die voranschreitende Digitalisierung im Smartphone Sektor für eine geringere Zugriffsschwelle im Online-Shopping und zum anderen wächst die onlineaffine Generation aus ihren Kinderschuhen zu einer kaufkräftigen Altersgruppe heran. (Handelsverband Deutschland, 2020, S. 3) Studien zeigen, dass der noch aktuell herrschende Löwenanteil des Umsatzes im stationären Handel im Jahr 2040 ausbleibt und demgemäß rund 95 Prozent aller Käufe online getätigt werden (Nasdaq, 2017).

Zur selben Zeit wird einem vor Augen geführt, mit welchen Engagement und Einsatz die junge onlineaffine Generation sich für das Thema der Nachhaltigkeit einsetzt. Die soziale Bewegung „Fridays for Future“ verdeutlicht diese Entschlossenheit, dass allein das Diskutieren und Auseinandersetzten mit dem Klimawandel nicht ausreicht, sondern jeder Mensch dazu verpflichtet ist, aktiv und tätig zu werden. Auch neben Corona zeigt die globale Bewegung weiterhin Präsenz –  online statt auf der Straße. Die aktuellste Publikation im Bereich Umweltbewusstsein des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zeigt auf, dass rund zwei Drittel Umwelt und Klimaschutz als eine sehr wichtige Herausforderung einschätzen (BMU, 2019, S. 17). Hinzu kommt, dass die junge Generation gegenüber der Umwelt über ein sehr ausgeprägtes Problembewusstsein verfügt und ein umweltschützendes Verhalten im Konsum zu erkennen ist (Umweltbundesamt, 2014, S. 4). Im Anbetracht unserer Altersstruktur in Deutschland, wird sich mit dem steigendem Anteil dieser Generation das Umweltbewusstsein und -verhalten verändern.

Das global-politische Thema macht auch vor dem Onlinehandel keinen Halt. Negative Schlagzeilen sind uns zu Hauf‘ bekannt. Verpackungsmüll, lange Transportwege und die hohe Anzahl an Retouren die zu hohen CO2-Emission führen, werden zunehmend hinterfragt. Laut einem britischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts legen mittlerweile 60 Prozent der Deutschen großen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit beim Online-Einkauf. Noch deutlicher sind die Zahlen bei der Liefermethode. Hier würden circa 86 Prozent eine ökologisch nachhaltigere Liefermethode wählen. (Hörmann, 2020) Entsprechend der ernsthaften Trendwende führt die Nachfrage der Konsumenten zu einer Handlungsnotwendigkeit der Händler. Onlinegiganten wie Zalando und Amazon zeigen ihren Einsatz durch zum Beispiel klimaneutrale Zustellungen von Paketen. Aber auch kleinere Händler stellen zunehmend die „grünen“ Optionen des Onlineeinkaufs in den Vordergrund. Dabei werden explizit die Themen aufgegriffen, die bereits bekannt für eine hohe CO2-Bilanz sind.

Nicht zuletzt sollte jeder einzelne sein Verhaltensmuster hinterfragen. Die heranwachsende Generation ist ein gutes Beispiel für ein starkes Bewusstsein für die Nachhaltigkeit. Jetzt liegt es an uns den Sinneswandel in einen Verhaltenswandel zu übertragen. Dabei ist es gar nicht so schwierig auf folgende Punkte beim Online-Einkauf zu achten:

  1. Pakete versuchen zu bündeln.
  2. Keine Expressbestellungen oder Same-Day-Lieferungen.
  3. Rücksendungen eindämmen.
  4. Transportmethoden beachten.
  5. Versuchen das Paket zu Hause entgegenzunehmen.
  6. Auf die Verpackungsart achten.
  7. Nach Informationen zu Umwelt- und Sozialstandards Ausschau halten.

 

Tim Geringer, Digistainable 2018


Quellen:

BMU. (2019). Umweltbewusstsein in Deutschland 2018. Abgerufen am 28. Januar 2021 von BMU: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/umweltbewusstsein_2018_bf.pdf

Handelsverband Deutschland. (2020). HDE Online-Monitor. Abgerufen am 28. Januar 2021 von HDE Handelsverband Deutschland: https://einzelhandel.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=10433

Hörmann, W. (2020). Nachhaltigkeit: Der Onlinehandel wird grün. Abgerufen am 28. Januar 2021 von t3n: https://t3n.de/news/nachhaltigkeit-onlinehandel-1241585/

Nasdaq. (2017). Nasdaq. Abgerufen am 28. Januar 2021 von UK Online Shopping and E-Commerce Statistics for 2017: https://www.nasdaq.com/articles/uk-online-shopping-and-e-commerce-statistics-2017-2017-03-14

Umweltbundesamt. (2014). Umweltbewusstsein in Deutschland 2014. Vertiefungsstudie: Umweltbewusstsein und Umweltverhalten junger Menschen. Abgerufen am 28. Januar 2021 von Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/texte_77_2015_umweltbewusstsein_in_deutschland_2014_vertiefungsstudie.pdf