Das Museum der Arbeit in Barmbek in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Lab präsentierten in der Zeit vom 7. November 2018 bis 19. Mai 2019 eine Ausstellung, die den Namen „Out of Office“ trug. Diese Ausstellung sollte zeigen, wie künstliche Intelligenz und Robotik unsere Arbeit, aber auch das tägliche Leben verändern können. Der technologische Fortschritt des 21. Jahrhunderts und die damit verbundene industrielle Revolution schreitet uneingeschränkt voran. In fast jeder Branche werden Prozesse automatisiert und damit Arbeitsvorgänge effizienter gestaltet. (Museum der Arbeit 2020)

Am 9. Mai 2019 durften wir uns selbst ein Bild davon machen und die Ausstellung besuchen. Die Ausstellung zeigte anhand 11 Stationen, welche fundamentalen Umbrüche durch Künstliche Intelligenz und Roboter teilweise bereits stattfinden und welche uns in Zukunft noch bevorstehen können. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ und wie gehen wir damit um, wenn wir uns in Zukunft die Arbeit mit Maschinen teilen? Werden wir als Menschen überhaupt noch gebraucht, oder wird die Arbeit komplett durch Maschinen ersetzt werden können? Es ist verständlich, dass die Fragen vielen Menschen aufgrund der Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz Kopfschmerzen bereiten.

Die kurze Antwort auf „was Künstliche Intelligenz“ ist, dass es darauf ankommt, wen man fragt. Ein Laie mit einem flüchtigen Verständnis von Technologie würde sie mit Robotern in Verbindung bringen. Sie würden sagen, dass die Künstliche Intelligenz eine endzeitähnliche Gestalt ist, die selbständig handeln und denken kann. Wenn man einen KI-Forscher nach künstlicher Intelligenz fragt, würde er sagen, dass es sich dabei um eine Reihe von Algorithmen handelt, die Ergebnisse produzieren können, ohne dass sie explizit dazu angewiesen werden müssen. (Schmieder 2019)

Zusammengefasst bedeutet künstliche Intelligenz also:

  • Eine von Menschen geschaffene intelligente Einheit.
  • In der Lage, Aufgaben intelligent auszuführen, ohne explizit angewiesen zu werden.
  • In der Lage, rational und menschlich zu denken und zu handeln.

Ziel der Ausstellung ist es, die Dimension der Veränderung zu erkunden und eine Orientierung in der Diskussion zu geben. Welche Folgen hat es, dass Maschinen schon heute Daten im großen Maße verwalten und dem Menschen zunehmend das Denken abnehmen? Schon jetzt leben wir mit KIs zusammen – sie stecken in Smartphones und verstehen unsere Sprache, sie beobachten uns im Internet, montieren unsere Autos, bewerten im Auftrag von Versicherungen unsere Gesundheit, spekulieren mit unserem Geld. (Museum der Arbeit 2020)

 

Fest steht: Die künstliche Intelligenz ist nicht dazu da, uns zu ersetzen. Sie erweitert unsere Fähigkeiten und macht uns besser in dem, was wir tun. Weil KI-Algorithmen anders lernen als Menschen, sehen sie die Dinge anders. Sie können Beziehungen und Muster erkennen, die uns entgehen. Diese Partnerschaft zwischen Menschen und KI bietet viele Möglichkeiten. Das kann sie:

  • Analytik in Industrien und Bereiche bringen, in denen sie derzeit nicht ausreichend genutzt wird.
  • die Leistung bestehender Analysetechnologien verbessern.
  • wirtschaftliche Barrieren, einschließlich Sprach- und Übersetzungsbarrieren abbauen.
  • vorhandene Fähigkeiten erweitern und uns besser machen in dem, was wir tun.
  • sie geben uns ein besseres Sehvermögen, ein besseres Verständnis, ein besseres Gedächtnis und vieles mehr.

Durch die Digitalisierung, Roboter und KI stehen wir vor einer neuen Stufe des Wandels. Sie hat das Potenzial, die Infrastruktur der Arbeitswelt fundamental zu verändern – sowohl zum Positiven als auch Negativen. Die künstliche Intelligenz wird jede Branche verändern, aber wir müssen ihre Grenzen verstehen. Die prinzipielle Begrenzung der KI besteht darin, dass sie aus den Daten lernt. Es gibt keine andere Art und Weise, wie Wissen einbezogen werden kann. Das bedeutet, dass alle Ungenauigkeiten in den Daten sich in den Ergebnissen widerspiegeln werden. Und alle zusätzlichen Schichten der Vorhersage oder Analyse müssen separat hinzugefügt werden.

Die heutigen KI-Systeme sind für eine klar definierte Aufgabe ausgebildet. Das System, das Poker spielt, kann weder Solitär noch Schach spielen. Das System, das Betrug aufdeckt, kann nicht Auto fahren oder eine Rechtsberatung geben. Tatsächlich kann ein KI-System, das Betrug im Gesundheitswesen aufdeckt, nicht genau Steuerbetrug oder Betrug bei Garantieansprüchen aufdecken. (Kärner 2018)

Mit anderen Worten, diese Systeme sind sehr, sehr spezialisiert. Sie konzentrieren sich auf eine einzige Aufgabe und sind weit davon entfernt, sich wie Menschen zu verhalten. Wir brauchen uns also keine Sorgen machen, dass KI oder Roboter uns als Menschen ersetzten, jedoch sollten wir uns an eine gemeinsame Zukunft gewöhnen.

 

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Isabelle Eckartz, Digistainable 2018


Quellen:

Kärner, Kevin. 2018. Digitale Wirtschaft : Wie künstliche Intelligenz und Robotik unsere Arbeit und unser Leben verändern. Frankfurt am Main, 22. Mai.

Museum der Arbeit. 2020. Out of Office. 19. März. Zugriff am 3. Oktober 2020. https://www.outofoffice.hamburg.

Schmieder, Vanessa Carolin. 2019. Künstliche Intelligenz als Substitut menschlicher Arbeit – Die Zukunft mittelständischer Verwaltungsprozesse im Kontext der Digitalisierung. Wiesbaden: Springer Gabler.