Sommer, Sonne, Schildkröten

Gerade in solchen dunklen Zeiten wie aktuell, sehnt man sich an sorglosere Tage und etwas Sonnenlicht zurück. Auch ich schwelge aktuell immer wieder in Erinnerungen und halte eine Erfahrung, die ich in einem Sommer vor einigen Jahren machen durfte noch ganz besonders hoch. Mein Erlebnis möchte ich gerne teilen, in der Hoffnung, dass es informiert, etwas wärmere Gedanken schafft und vielleicht sogar inspiriert sich in ein ähnliches Abenteuer zu stürzen.

Ein engagiertes Konservationsprojekt

Vor einigen Jahren hat mich ein TV-Bericht auf die NGO Archelon und ihre Tätigkeiten auf der Insel Kreta aufmerksam gemacht. Dort wurden Freiwillige gezeigt, die am Strand Schildkrötennester mit Schutzkäfigen bebaut und die Touristen auf die bedrohte Art aufmerksam gemacht haben. Kurzerhand habe ich mich entschlossen, mich ebenfalls zu melden und für einen Sommer zu unterstützen.

ARCHELON wurde 1983 als Gesellschaft zum Schutz der Meeresschildkröten in Griechenland gegründet und ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für den Schutz der Meeresschildkröten und ihrer Lebensräume in Griechenland einsetzt. Ihre Hauptaktivitäten sind:

  • Überwachung
  • Forschung
  • Rettung und Rehabilitation kranker und verletzter Schildkröten
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

Neben Projektstation verteilt über alle griechischen Nistplätzen der Schildkröten, betreibt die NGO in Athen auch ein großes Rehabilitationscenter, wo verletzte Schildkröten wieder gesund gepflegt und anschließend an ihren Fundstrand wieder in die Freiheit entlassen werden.

Ein Sommer im Olivenhain

Die Bewerbung bei Archelon war schnell und unkompliziert und ich wurde dem Konservationsprojekt auf der Insel Zakynthos zugeteilt. Bei Archelon ist jeder freiwillige Helfer herzlich willkommen. Die Freiwilligen sind eine bunte Mischung aus Menschen aus allen möglichen Ländern, die allen voran eins eint: der Wille den Schildkröten zu helfen. Die Unterkunft ist ein zum Campingplatz umfunktioniertes Olivenbaumfeld, auf dem jeder es sich jeder mit seinem eigenen Zelt einrichtet. Der Tag beginnt bereits um 05 Uhr morgens, wenn die erste „Morning Survey“ am Strand startet. Jedes registrierte Schildkrötennest wird überprüft. Anhand kleiner Spuren im Sand lässt sich erkennen, ob ein Nest über Nacht geschlüpft ist. Falls über Nacht ein neues Nest entstanden ist, wird dieses registriert und mit entsprechenden Absperrungsmaßnahmen davor geschützt, dass Menschen versehentlich darauf treten. Zusätzlich werden die Strände tagsüber monitort und alle ankommenden Touristen über die Nistgebiete und über die Schildkröten allgemein informiert. Zusätzlich werden regelmäßig Vorträge an unterschiedlichen Hotels gehalten, um die Touristen auf die bedrohten Tiere und ihre Nistplätze aufmerksam zu machen. Diese Mischung aus wissenschaftlicher Konservationsarbeit und vielfältigen menschlichen Interaktionen ist nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern vor allem auch lehrreich.

Besonders positiv waren neben den eigentlichen Tätigkeiten auch der Zusammenhalt zwischen den Freiwilligen, das herzliche Verhältnis zwischen den Anwohnern und der NGO und die positiven Reaktionen der meist sehr offenen und interessierten Touristen.

Freiwillige immer gesucht

Für mich war die Erfahrung bei Archelon durchweg positiv und sie bereichert mich auch heute noch in vielen Hinsichten. Durch unsere Sustainability Challenge haben wir gelernt, dass wir auch vor unserer Haustür positiven Impact durch Zeitspenden leisten können. Wer sich diesen Sommer, aber nach Sonne und Strand sehnt, dem kann ich Archelon nur ans Herz legen:

*Informiert euch hier*

Lena Becker, Digistainables2019

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